Michael Collins

Selbst Präsident Nixon vergaß ihn

Ohne seine Arbeit wäre "Apollo 11" nie zur Erde zurückgekehrt - dennoch spielte Michael Collins aus dem Mondfahrertrio bei der historischen Landung die am wenigsten beachtete Rolle.

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Astronaut Michael Collins im Jahr 1969
Rund 40 Jahre ist das besondere Ereignis nun her: Die Mondlandung. Die wohl faszinierendste Unternehmungen der Menschheitsgeschichte hat am 21. Juli ihr Jubiläum.
"Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit" hieß es damals, als ...
… Neil Armstrong, der Kommander der "Apollo 11", …
... das erste mal einen Fuß auf den Mond setzte. Seit Jahrhunderten träumten Wissenschaftler davon, ...
... dem etwa 384.000 Kilometer von der Erde entfernten Planeten näher zu kommen. Die Crew, ...
... bestehend aus Neil Armstrong, ...
... Buzz Aldrin, Charlie Duke, Alan Bean, Edgar Mitchell und sieben weiteren Astronauten, ...
... wurden weltweit als Helden gefeiert, wie hier im texanischen Houston in einer NASA-Zentrale.
Überall auf der Welt, wie hier in Paris, verfolgen Zuschauer ...
... das einmalige Ereignis und sehen, wie hier Edwin E. Aldrin über die Oberfläche des bisher so unerforschten Planeten läuft.
Auch in Deutschland wird eine Live-Übertragung gezeigt. Der Journalist Günter Siefarth kommentiert damals das Erlebnis.
Doch trotz der Bilder tauchen immer mehr Stimmen auf, die die Glaubwürdigkeit der NASA und die der US-Regierung anzweifeln. Verschwörungstheorien, ...
... die ohne weiterführende Recherche überzeugend wirken, sprechen sich in der Gesellschaft herum. Die Rede ist von ...
... „falschem“ Schattenwurf, ...
... „verdeckten“ Fadenkreuzen auf Bildern ...
... oder die „wehende“ Fahne, die eigentlich nicht hätte wehen dürfen, laut der Theoretiker. All dies zählen sie als „Belege“ für offensichtlich montierte Bilder. Des Weiteren nennen sie Motive der Amerikaner, wie ...
... der technologische "Sieg" als wichtigste Machtdemonstration gegenüber der Sowjetunion ...
... oder erklären, dass die Landung von den damaligen Problemen in Vietnam ablenken sollte.
Hinzu kommt noch ein weiteres Motiv: Die NASA könnte um ihr Raumfahrtbudget in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar gefürchtet haben, wenn sie nicht Erfolge vorweisen konnte.
Hier sieht man die Besatzung nach der Landung auf der Erde, wie - zwar noch immer in Quarantäne - sie mit dem damaligen US-Präsident Richard Nixon spricht.
Zweieinhalb Tage müssen die Familien und Angehörigen darauf warten, dass die Astronauten wieder aus der Quarantäne-Anlage kommen und ...
... sie den Mond wieder nur aus gewohnter Distanz sehen können.
Heute nacht war es soweit: Die letzte totale Mondfinsternis bis 2011. Also Pech für den, der verschlafen hat.
Das Naturschauspiel war von ganz Europa aus zu beobachten.
Während einer totalen Mondfinsternis befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten der Erde ...
.. trotzdem ist er weiterhin schwach sichtbar. Meist in braunen und rötlichen Farbtönen.
Die maximale Dauer einer totalen Mondfinsternis beträgt 115 Minuten. Aber genug mit den Fakten...
...hin zur atemberaubenden Schönheit dieses Anblickes ...
... den manche natürlich aus besonders exklusiver Position heraus genießen können.
Und für den sich das frühe Aufstehen oder am besten gar nicht erst schlafen gehen, definitiv lohnt.
Egal ob in Mexiko ...
... oder Bulgarien, die Menschen waren fasziniert. Und natürlich bestens ausgerüstet.
Also dann: Wir sehen uns 2011!

Als Armstrong und Aldrin in der Landefähre "Eagle" die Mondoberfläche ansteuerten, harrte Collins in der Kommandokapsel "Columbia" aus. Während seine Kollegen als erste Menschen den Mond betraten und eine halbe Milliarde Menschen vor dem Fernseher jubelte, drehte Collins Warteschleifen in der Umlaufbahn des Erdtrabanten. Im Funkloch auf der Mondrückseite muss er damals der wohl einsamste Mensch der Welt gewesen sein. Zu allem Überfluss vergaß US-Präsident Richard Nixon bei seiner Live-Schaltung vom Weißen Haus zum Mond auch noch, Collins Namen zu erwähnen - er sprach nur zu den anderen beiden.

Biografie

Geboren wurde Collins am 31. Oktober 1930 in Rom als Sohn eines Militärattachés. Seinem Highschool-Abschluss in den USA folgte die Aufnahme in die Militärakademie und Kader-Schmiede "West Point". Er ließ sich zum Kampfflieger und Testpiloten ausbilden. Zwischen 1959 und 1963 kam er auf 4200 Flugstunden, das sind 175 volle Tage. 1963 schaffte es Collins in die Astronautenauswahl. 1966 flog er während der Mission "Gemini 10" ins All und wagte zwei Außeneinsätze. Mit dem Flug gelang den USA ein Weltrekord - nie zuvor waren Menschen weiter entfernt von der Erde gewesen.

Nur ein Jahr nach seinem Flug zum Mond 1969 verließ Collins die NASA und wurde Ministerialdirektor. 1971 übernahm er den Direktorenposten im Nationalen Luft- und Raumfahrtmuseum. In dieser Funktion koordinierte er den Neubau des Museums, das 1976 früher und günstiger als geplant eröffnete. 1980 ging er in die Wirtschaft und gründete fünf Jahre später seine eigene Firma.

Einen Namen machte sich Collins in den vergangenen Jahren als Buchautor. Unter anderem schrieb er Bücher über seine Reisen ins All. Der heute 78-Jährige ist Vater dreier Kinder.

(N24, dpa)

08.07.2009 12:49 Uhr

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