Ost und West im All

Vom Wettstreit zur Zusammenarbeit

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sollte das Rüsten erst beginnen. Der Kalte Krieg, der wohl berühmteste Machtkampf unserer Zeit, beschleunigte das Vordringen in den Weltraum ungemein.

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Wettrüsten im Weltraum
Rund 40 Jahre ist das besondere Ereignis nun her: Die Mondlandung. Die wohl faszinierendste Unternehmungen der Menschheitsgeschichte hat am 21. Juli ihr Jubiläum.
"Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit" hieß es damals, als ...
… Neil Armstrong, der Kommander der "Apollo 11", …
... das erste mal einen Fuß auf den Mond setzte. Seit Jahrhunderten träumten Wissenschaftler davon, ...
... dem etwa 384.000 Kilometer von der Erde entfernten Planeten näher zu kommen. Die Crew, ...
... bestehend aus Neil Armstrong, ...
... Buzz Aldrin, Charlie Duke, Alan Bean, Edgar Mitchell und sieben weiteren Astronauten, ...
... wurden weltweit als Helden gefeiert, wie hier im texanischen Houston in einer NASA-Zentrale.
Überall auf der Welt, wie hier in Paris, verfolgen Zuschauer ...
... das einmalige Ereignis und sehen, wie hier Edwin E. Aldrin über die Oberfläche des bisher so unerforschten Planeten läuft.
Auch in Deutschland wird eine Live-Übertragung gezeigt. Der Journalist Günter Siefarth kommentiert damals das Erlebnis.
Doch trotz der Bilder tauchen immer mehr Stimmen auf, die die Glaubwürdigkeit der NASA und die der US-Regierung anzweifeln. Verschwörungstheorien, ...
... die ohne weiterführende Recherche überzeugend wirken, sprechen sich in der Gesellschaft herum. Die Rede ist von ...
... „falschem“ Schattenwurf, ...
... „verdeckten“ Fadenkreuzen auf Bildern ...
... oder die „wehende“ Fahne, die eigentlich nicht hätte wehen dürfen, laut der Theoretiker. All dies zählen sie als „Belege“ für offensichtlich montierte Bilder. Des Weiteren nennen sie Motive der Amerikaner, wie ...
... der technologische "Sieg" als wichtigste Machtdemonstration gegenüber der Sowjetunion ...
... oder erklären, dass die Landung von den damaligen Problemen in Vietnam ablenken sollte.
Hinzu kommt noch ein weiteres Motiv: Die NASA könnte um ihr Raumfahrtbudget in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar gefürchtet haben, wenn sie nicht Erfolge vorweisen konnte.
Hier sieht man die Besatzung nach der Landung auf der Erde, wie - zwar noch immer in Quarantäne - sie mit dem damaligen US-Präsident Richard Nixon spricht.
Zweieinhalb Tage müssen die Familien und Angehörigen darauf warten, dass die Astronauten wieder aus der Quarantäne-Anlage kommen und ...
... sie den Mond wieder nur aus gewohnter Distanz sehen können.
Heute nacht war es soweit: Die letzte totale Mondfinsternis bis 2011. Also Pech für den, der verschlafen hat.
Das Naturschauspiel war von ganz Europa aus zu beobachten.
Während einer totalen Mondfinsternis befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten der Erde ...
.. trotzdem ist er weiterhin schwach sichtbar. Meist in braunen und rötlichen Farbtönen.
Die maximale Dauer einer totalen Mondfinsternis beträgt 115 Minuten. Aber genug mit den Fakten...
...hin zur atemberaubenden Schönheit dieses Anblickes ...
... den manche natürlich aus besonders exklusiver Position heraus genießen können.
Und für den sich das frühe Aufstehen oder am besten gar nicht erst schlafen gehen, definitiv lohnt.
Egal ob in Mexiko ...
... oder Bulgarien, die Menschen waren fasziniert. Und natürlich bestens ausgerüstet.
Also dann: Wir sehen uns 2011!

Die Eroberung des Weltalls und die Geschichte des Kalten Krieges sind untrennbar verbunden. Auch das Betreten des Mondes resultiert eher aus dem Wettrüsten und der Propagandaschlacht zwischen Ost und West als aus der Erfüllung eines Menschheitstraumes. Erst nach der Wende Anfang der 1990er Jahre begannen die einstigen Klassenfeinde im All intensiv zusammenzuarbeiten. Wichtige Stationen:

- 1945: Deutsche Raketentechnik und Fachwissen gelangen nach Kriegsende in die USA und UdSSR. Beide starten in den Folgejahren mehrere Raketen, die es aber nicht bis ins All schaffen.

- 1957: Die Sowjetunion startet am 4. Oktober ihren "Sputnik" - den ersten künstlichen Erdtrabanten. Wochen später umkreist "Sputnik 2" mit der Hündin Laika die Erde. "Sputnik"-Schock heißt es im Westen.

- 1958: Die Raumsonde Explorer I (USA) hebt zum ersten erdnahen Flug ab. Die NASA (National Aeronautics and Space Administration), die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde, wird gegründet. - 1960: Erste Rückkehr eines Satelliten zur Erde (Discoverer, USA).

- 1961: Am 12. April startet Juri Gagarin (UdSSR) als erster Mensch ins Weltall. Der Luftwaffenoffizier umkreist die Erde. Die NASA baut in Cape Canaveral im Bundesstaat Florida die Anlagen für das "Apollo"-Mond-Programm. Die ersten "Apollo"-Raketen starten.

- 1963: Valentina Tereschkowa (UdSSR) erste Frau im All.

- 1965: Alexej Leonow steigt als erster Mensch aus einer Raumkapsel ("Woschod II") aus. Er "spaziert" etwa zehn Minuten im freien Raum.

- 1966: Sowjetische Mondfähre "Luna 9" landet auf dem Erdtrabanten. Es ist die erste kontrolliert abgebremste Landung auf dem Mond.

- 1967: Im US-Raumschiff "Apollo 1" verbrennen drei Astronauten während eines Bodentests. Im selben Jahr stirbt Kosmonaut Alexander Komarow beim Landeanflug mit der Raumkapsel "Sojus 1".

- 1968: Zu Weihnachten umkreist "Apollo 8" als erstes bemanntes Raumschiff den Mond.

- 1969: Im Juli landet "Apollo 11" auf dem Mond, Neil Armstrong setzt als erster Mensch einen Fuß auf den Erdtrabanten. Vier Monate später folgt "Apollo 12". Charles Conrad und Alan Bean betreten die Mondoberfläche.

- 1970: Der Satz "Houston, wir haben ein Problem" wird weltberühmt, als die Mondmission "Apollo 13" scheitert, die Crew aber überlebt.

- 1971: Die Sowjetunion startet die erste Raumstation "Saljut 1". Zugleich landet die sowjetische Sonde "Mars" auf dem roten Planeten. Im selben Jahr setzen die USA mit "Apollo 14" auf dem Mond auf, Alan Shepard und Edgar Mitchell steigen aus. Später landet "Apollo 15", David Scott und James Irvin sammeln fast 80 Kilogramm Gesteinsproben.

- 1972: "Apollo 16" landet auf dem Erdtrabanten. John Young und Charles Duke fahren knapp 27 Kilometer mit einem Mondauto. Im Dezember landet "Apollo 17" als bislang letztes bemanntes Raumschiff auf dem Mond. Eugene Cernan und Harrison Schmitt nutzen erneut ein Auto.

- 1975: Erstes Zeichen der Annäherung: Eine sowjetische Rakete ("Sojus") und eine US-"Apollo"-Rakete koppeln im Weltall aneinander an.

- 1976: Die Sonden "Viking 1" und "Viking 2" (USA) landen auf dem Mars.

- 1978: DDR-Bürger Sigmund Jähn erster Deutscher im All (UdSSR).

- 1983: Ulf Merbold erster Bundesbürger im All (USA).

- 1986: US-Raumfähre "Challenger" explodiert beim Start. Sieben Tote.

- 1998: Erste Teile der neuen Internationalen Raumstation ISS fliegen ins All. Die USA und Russland kooperieren, weitere Staaten helfen.

- 2009: Im Juni erreicht eine neue Mond-Sonde der NASA den Erdtrabanten. Sie soll aus einer Entfernung von 50 Kilometern ein Jahr lang die Mondoberfläche analysieren und Ausschau halten nach geeigneten Landeplätzen für eine neue bemannte Mondmission.

(N24, dpa)

08.07.2009 13:12 Uhr

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