"Noch Hausaufgaben"

Guttenberg tritt bei Opel-Verkauf die Bremse

Wirtschaftsminister Guttenberg sieht bei der Übernahme von Opel durch Magna offene Fragen. Zudem müsse auch das Angebot des chinesischen Mitbewerbers BAIC eingehend geprüft werden, so der Politiker.

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Der Bieterwettkampf um Opel ist noch nicht vorbei, auch wenn sich Magna bereits im Ziel wähnt.
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Die vier Opel-Brüder mit dem "Quintuplet". Vier Jahre nach dem Tod des Vaters Adam Opel bauten die Söhne Carl und Wilhelm im Jahr 1899 den ersten Opel-Patent-Motorwagen.
Lange bevor Autos vom Band rollten, stellte die Firma Fahrräder her.
Als erster Opel rollt der "Lutzmann" im Jahre 1899 aus der Opel-Fabrik. 4 PS, Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt er einer Pferdekutsche.
Der "Opel Doktorwagen" vom Typ Torpedo aus dem Jahr 1911.
Ein Opel Laubfrosch aus dem Jahr 1924 läuft immer noch. Passend zum Namen ist auch die Farbe gewählt.
Fließbandproduktion im Jahr 1924 bei der Adam Opel AG.
Heute übernehmen Präzisionsroboter viele Aufgaben in der Autoproduktion.
Aus den Jahren 1933 und 1939 stammen das 1,2 Liter-Fahrzeug (links) und der "Admiral" mit 3,6 l-Motor (rechts).
Mit ihrem "Opel Super 6 Cabriolet" aus dem Jahre 1937 nehmen die Besitzer an Rallyes teil, die oft weit über 2000 km reichen.
Auf Ausstellungen immer ein Hingucker sind die Opel mit jeder Menge Chrom.
Mit seinem Opel Rekord aus dem Jahr 1956 fährt Hilmar Born vom Opel-Museum Herne am 18.10.2004 am Opel-Werk I in Bochum vorbei. Er brachte Brötchen und Getränke für die Mitarbeiter. Die Opelaner streiken gegen betriebsbedingte Kündigungen.
Der Opel Olympia aus dem Jahre 1964 im Gespann mit einem aufklappbaren historischen Wohnwagen Heiser-Austermann "Knospe".
Ohne Höhenangst - die sogenannte Hydra-Matic verbesserte auch die Bergsteigfähigkeit des Opel-Kapitän.
Mehr als nur ein Name: In den 60ern spiegelten die Modellbezeichnungen auch den sozialen Aufstieg wieder. Dem Opel-Modell Kadett etwa folgten in der Hierarchie der Kapitän, Commodore und Admiral.
Generationstreffen - vom Vorkriegskadett bis zum Opel Kadett E.
Große Klappe beim Kadett A.
Wagen wie der von 1972 bis 1977 gebaute Opel Commodore B GS/E wecken heute nostalgische Gefühle.
Den Commodore GS gab es auch mit verbreiterten Kotflügeln, das Auge fährt schließlich mit.
Der Auftritt des Opel Admiral wurde von dem mächtigen, chrombeladenen Kühlergrill bestimmt.
Up, and down. Der Admiral als Lowrider. Ein fast amerikanisches Auto.
Den Opel Ascona B in verschiedenen Motorisierungen für den Normalfahrer und . . .
. . . auf Basis des Ascona 400 als erfolgreiche Rallye-Version. Mit dem Wettbewerbsmodell gewann Walter Röhrl für Opel die Rallye-Weltmeisterschaft.
Der Manta in der Mitte - die Opel Coupe-Familie vom Rekord bis zum Tigra.
Der Manta mit "Kriegsbemalung" - für Fahrer, die es rasant mochten, gab es die stärkeren Versionen mit der schwarzen Kühlerhaube.
Gerade der Manta wurde gern “verbastelt“ und geriet dadurch eine Zeitlang zum Witz.
Wie hier beim Kadett älteren Baujahrs sind breite Schlappen und schickes Räderwerk oft die ersten Tuning-Maßnahmen.
Der Astra hat den Kadett abgelöst und war gerade als Cabrio-Version sehr begehrt.
Markante Schweller und Schürzen - den neuen Opel Astra OPC kennzeichnet eine im Vergleich zum Basis-Astra dynamischere Optik.
Zur Zeiten der Finanzkrise sitzt das Geld nicht so locker. Ob sich das Fahrzeug, ein Opel-Corsa mit 25.000 Kilometern, jedoch verkaufen lässt, ist fraglich.
Der Opel Corsa B lief in den Jahren 1993 bis 2000 vom Band.
Ein beliebtes Fahrzeug der Mittelklasse, der Opel Vectra in der zweiten Generation
Der Vectra in der Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft. Opel hat dort viele Erfolge erzielen können.
Auf Basis der Lotus Elise baut Opel den Speedster. Eine Hommage an den Opel GT.
Bei Bedarf auch oben ohne ist der TwinTop mit seinem faltbaren Metalldach.
Der Opel Insignia ist Auto des Jahres 2009 und . . .
. . . hat wie sein Vorgänger Vectra viel Platz für Familien.
Wem der kleine Corsa zu langsam ist, greift zum Corsa OPC und tief ins Portemonnaie.
So könnte die Zukunft aussehen. Eine Studie, angetrieben mit Brennstoffzellen, . . .
. . . damit unsere Kinder in einer sauberen Umwelt noch Spaß mit sauberen Autos haben.

Vor einem Opel-Vertrag zwischen dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) und dem kanadisch- österreichischen Bieter Magna sind nach Ansicht von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) noch einige Details zu klären. "Wir sehen die ein oder andere Hausaufgabe, die noch gemacht werden sollte", sagte Guttenberg nach einem Treffen mit den Länder-Wirtschaftsministern in Berlin. "Und wir sehen natürlich auch andere Interessenten", die bei GM vorsprechen. Eine Bewertung wolle er nicht vornehmen, dies sei Sache der beteiligten Unternehmen.

Der Opel-Mutterkonzern GM und Magna wollen nächste Woche einen Vertrag unterzeichnen. Guttenberg sprach von einem "sehr ehrgeizigen" Ziel. Der Bund ist nur mittelbar beteiligt über die Treuhandgesellschaft. Zuletzt hatte auch der chinesische Autobauer BAIC mit einem nachgebesserten Angebot erneut Interesse an Opel angemeldet.

BAIC-Angebot "indiskutabel"

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) hat die Offerte von BAIC unterdessen als "völlig indiskutabel" zurückgewiesen. "Bund und Länder haben sich aus guten Gründen für Magna ausgesprochen", teilte Hering in Mainz mit. Die Verhandlungen mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna müssten jetzt zügig fortgesetzt werden, forderte Hering. "Es muss endlich Klarheit geschaffen werden, damit unmittelbar mit der Neuaufstellung des Unternehmens begonnen werden kann." Jetzt mit allen Interessenten neu zu verhandeln, würde die Existenz von Opel gefährden, warnte er.

Das überarbeitete Angebot des chinesischen Autobauers war zuvor bereits verbreitet auf Skepsis gestoßen. Hering warnte davor, wertvolle Technologie an BAIC zu verkaufen. "Es besteht die Gefahr, dass dadurch in Deutschland tausende Arbeitsplätze vernichtet werden." An diesem Samstag ist im Kaiserslauterer Opel-Weg eine turnusgemäße Betriebsversammlung geplant. Als Gast wird auch Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) erwartet.

CDU-Politiker: BAIC-Angebot prüfen

Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte in der "Bild"-Zeitung die einseitige Ausrichtung der Verhandlungen auf den österreichischen Zulieferer Magna International kritisiert und forderte stattdessen, das neue Angebot des chinesischen Autoherstellers BAIC intensiv zu prüfen. "Die Bundesregierung wäre gut beraten, bei den Verhandlungen mit Magna das Tempo rauszunehmen", sagte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs. Sie solle sich das Angebot von BAIC genau anschauen - ebenso die Angebote von Fiat und dem Finanzinvestor RHJ.

"Es geht darum, den Steuerzahler zu schonen." Ziel müsse sein, "die günstigste Variante für den Steuerzahler zu wählen und möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu halten". Auch der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, mahnte eine Abkehr von der einseitigen Ausrichtung der Gespräche auf Magna und eine intensive Prüfung des BAIC-Angebots an. "Entscheidend muss sein, das beste und zukunftsfähigste Konzept für Opel zu finden", sagte Lauk. Es müsse ein "auf Dauer überzeugendes privatwirtschaftliches Modell sein", damit sich Opel im Markt behaupten könne. "Wir können gern darüber spekulieren, ob die Zukunft der chinesischen Autoindustrie größer ist als die von Magna", sagte Lauk.

(dpa, AP, N24)

09.07.2009 15:44 Uhr

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