Wirtschaftsminister Guttenberg sieht bei der Übernahme von Opel durch Magna offene Fragen. Zudem müsse auch das Angebot des chinesischen Mitbewerbers BAIC eingehend geprüft werden, so der Politiker.
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Vor einem Opel-Vertrag zwischen dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) und dem kanadisch- österreichischen Bieter Magna sind nach Ansicht von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) noch einige Details zu klären. "Wir sehen die ein oder andere Hausaufgabe, die noch gemacht werden sollte", sagte Guttenberg nach einem Treffen mit den Länder-Wirtschaftsministern in Berlin. "Und wir sehen natürlich auch andere Interessenten", die bei GM vorsprechen. Eine Bewertung wolle er nicht vornehmen, dies sei Sache der beteiligten Unternehmen.
Der Opel-Mutterkonzern GM und Magna wollen nächste Woche einen Vertrag unterzeichnen. Guttenberg sprach von einem "sehr ehrgeizigen" Ziel. Der Bund ist nur mittelbar beteiligt über die Treuhandgesellschaft. Zuletzt hatte auch der chinesische Autobauer BAIC mit einem nachgebesserten Angebot erneut Interesse an Opel angemeldet.
BAIC-Angebot "indiskutabel"
Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) hat die Offerte von BAIC unterdessen als "völlig indiskutabel" zurückgewiesen. "Bund und Länder haben sich aus guten Gründen für Magna ausgesprochen", teilte Hering in Mainz mit. Die Verhandlungen mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna müssten jetzt zügig fortgesetzt werden, forderte Hering. "Es muss endlich Klarheit geschaffen werden, damit unmittelbar mit der Neuaufstellung des Unternehmens begonnen werden kann." Jetzt mit allen Interessenten neu zu verhandeln, würde die Existenz von Opel gefährden, warnte er.
Das überarbeitete Angebot des chinesischen Autobauers war zuvor bereits verbreitet auf Skepsis gestoßen. Hering warnte davor, wertvolle Technologie an BAIC zu verkaufen. "Es besteht die Gefahr, dass dadurch in Deutschland tausende Arbeitsplätze vernichtet werden." An diesem Samstag ist im Kaiserslauterer Opel-Weg eine turnusgemäße Betriebsversammlung geplant. Als Gast wird auch Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) erwartet.
CDU-Politiker: BAIC-Angebot prüfen
Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte in der "Bild"-Zeitung die einseitige Ausrichtung der Verhandlungen auf den österreichischen Zulieferer Magna International kritisiert und forderte stattdessen, das neue Angebot des chinesischen Autoherstellers BAIC intensiv zu prüfen. "Die Bundesregierung wäre gut beraten, bei den Verhandlungen mit Magna das Tempo rauszunehmen", sagte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs. Sie solle sich das Angebot von BAIC genau anschauen - ebenso die Angebote von Fiat und dem Finanzinvestor RHJ.
"Es geht darum, den Steuerzahler zu schonen." Ziel müsse sein, "die günstigste Variante für den Steuerzahler zu wählen und möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu halten". Auch der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, mahnte eine Abkehr von der einseitigen Ausrichtung der Gespräche auf Magna und eine intensive Prüfung des BAIC-Angebots an. "Entscheidend muss sein, das beste und zukunftsfähigste Konzept für Opel zu finden", sagte Lauk. Es müsse ein "auf Dauer überzeugendes privatwirtschaftliches Modell sein", damit sich Opel im Markt behaupten könne. "Wir können gern darüber spekulieren, ob die Zukunft der chinesischen Autoindustrie größer ist als die von Magna", sagte Lauk.