DFB gegen Rassismus

Schiris dürfen bei Hasstiraden abpfeifen

Der Deutsche Fußball-Bund will ab der kommenden Saison konsequenter gegen Rassismus in den Stadien vorgehen. Zu den Möglichkeiten der Schiedsrichter gehört nun auch der Abbruch eines Spiels.

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Diese Fans haben es schon begriffen. Dennoch gehört Rassismus in Fußball-Stadien leider noch immer zum Alltag.

Die Bundesliga-Schiedsrichter werden ab der kommenden Saison zu Werkzeugen der Fußball-Verbände im Kampf gegen den Rassismus. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will ab der nächsten Spielzeit die Vorgabe der Europäischen Fußball-Union (UEFA) umsetzen und den Unparteiischen die Möglichkeit zum Spielabbruch bei rassistischen Vorfällen im Stadion geben.

"Die Rassismus-Vorgabe wird umgesetzt. Es muss aber behutsam überlegt werden, wie das im Detail aussehen soll. Wir dürfen die Schiedsrichter damit nicht allein lassen. Wir warten jetzt noch auf die konkreten Vorgaben der UEFA und werden dann die entsprechenden Anweisungen an die Schiedsrichter weitergeben", erklärte der für die Unparteiischen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch beim Saison-Vorbereitungslehrgang der Referees am Wochenende in Altensteig-Wart.

Die UEFA hatte zuletzt beschlossen, dass dem Schiedsrichter bei rassistischen Vorfällen im Stadion mehre Optionen zur Verfügung stehen sollen. Die Möglichkeiten der Referees reichen von einer Lautsprecher-Durchsage über eine

Skepsis gegenüber Tor-Schiris

Schwerpunkte der Schiedsrichter-Vorbereitung in Altensteig-Wart, an der auch die beiden neuen Bundesliga-Referees Marco Fritz und Felix Zwayer teilnahmen, waren laut Lehrwart Eugen Strigel die einheitliche Regelauslegung, das Erkennen von Schwalben und Abseitspositionen sowie das Interview-Verhalten der Unparteiischen vor TV-Kameras. Eine der wichtigsten Änderungen für die kommende Saison ist die Einführung des in der Bundesliga bereits bewährten vierten Offiziellen in der 2. Liga

Mit Skepsis beurteilen die Schiedsrichter-Funktionäre den Test der UEFA, wonach in der kommenden Saison im UEFA-Cup-Nachfolger Europa League in der Gruppenphase ein fünfter und ein sechster Offizieller eigens für die Beobachtung der Torräume eingesetzt werden. Die zusätzlichen Assistenten sollen vor allem darüber entscheiden, ob ein Ball hinter der Torlinie war oder nicht.

Deutsche Schiris in Europa League

Während Schiedsrichter-Boss Volker Roth dem Test immerhin aufgeschlossen gegenübersteht ("Wir sollten erstmal testen, dann urteilen"), machte Ex-Referee Herbert Fandel keinen Hehl aus seiner Ablehnung. "Ich habe die Erwartung, dass dieses Projekt nicht in die Tat umgesetzt wird. Ich kann nicht begreifen, warum es immer noch keine technische Lösung gibt, um menschliche Fehler zu vermeiden", sagte das neue Mitglied des Schiedsrichter-Ausschusses.

Aus Deutschland werden Knut Kircher und Michael Weiner jeweils drei Spiele der Europa League leiten. Als Torraum-Assistenten wurden Peter Sippel und Markus Schmidt sowie Babak Rafati und Peter Gagelmann eingeteilt.

(Alexander Sarter, sid, N24)

12.07.2009 13:05 Uhr

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