Trotz einer mutmaßlichen Krebserkrankung hat sich Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il in der Öffentlichkeit gezeigt. Bei einem Besuch in einer Ziegelfabrik, sprach er erneut von einer mächtigen Nation.
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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il hat sich erneut in der Öffentlichkeit gezeigt. Kim habe in Pjöngjang eine neu errichtete Ziegelfabrik besichtigt und den Verantwortlichen Ratschläge gegeben, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Der südkoreanische Nachrichtensender YTN hatte zuvor berichtet, Kim sei an Bauchspeicheldrüsen-Krebs erkrankt.
Kim machte laut KCNA einen Rundgang durch die Taedonggang-Ziegelfabrik. Wann dies geschah, teilte die Agentur allerdings nicht mit. Kim habe hervorgehoben, dass die Fabrik ausschließlich örtliche Materialien verwende. "Solche erfolgreichen Anstrengungen zeigen den unerschütterlichen Glauben des koreanischen Volks, durch ihre eigenen Bemühungen, Ressourcen und Technologien eine große blühende und mächtige Nation zu erschaffen", zitierte die Agentur den Machthaber.
Keine offiziellen Angaben zur Krebserkrankung
Südkoreanische Stellen und das US-Außenministerium erklärten, sie könnten keine Informationen zu dem YTN-Bericht über Kims Pankreas-Krebs geben. Der Bericht hatte sich auf südkoreanische und US-Geheimdienstkreise berufen. Angesichts der besonderen Aggressivität der Krebsart betrage die Lebenserwartung des 67-jährigen Staatschefs wohl nicht mehr als fünf Jahre, hieß es in dem Bericht außerdem unter Berufung auf Mediziner in Peking. Bereits am Freitag hatte der japanische Fernsehsender TBS berichtet, Kim leide unter einer schweren Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung. Kims Gesundheitszustand bietet seit Monaten Anlass zu Spekulationen.
Schlaganfall im letzten Jahr
Im vergangenen August erlitt der umstrittene Staatschef Berichten zufolge einen Schlaganfall. Im April sendete das Staatsfernsehen erstmals wieder Bilder des nordkoreanischen Führers, der offenbar stark abgenommen hatte. Die jüngsten Aufnahmen stammen von Mittwoch vergangener Woche. Sie zeigen Kim abgemagert, leicht hinkend und mit ausgedünntem Haar bei einer Gedenkfeier für seinen 1994 gestorbenen Vater, den Staatsgründer Kim Il Sung.
Nachfolger Kim Jong Un?
Seit Wochen mehren sich auch Berichte über Vorbereitungen auf einen Machtwechsel in Pjöngjang. Dem südkoreanischen Geheimdienst zufolge baut der Machthaber seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un zu seinem Nachfolger auf. Der 26-Jährige soll seit März die Zentrale der Geheimpolizei leiten. Eine japanische Zeitung berichtete zuvor, Kim Jong Un sei zum Stellvertreter seines Vaters an der Spitze des nationalen Verteidigungsausschusses aufgerückt.
International isoliert
Nordkorea ist nach einer Reihe von Waffen- und Atomtests international isoliert. Vor einer Woche hatte Pjöngjang nach südkoreanischen Angaben sieben Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern ins Japanische Meer abgefeuert. Seit seinem zweiten Atomtest Ende Mai testete das stalinistisch regierte Land immer wieder Raketen, darunter Anfang April auch eine Langstreckenrakete.