Überraschende Aussage

Mutmaßlicher Mumbai-Attentäter gesteht

Als einziger überlebender Attentäter der Anschläge von Mumbai hat sich Mohammed Ajmal Amir Iman, vor einem Sondertribunal im Gefängnis zu den Anschlägen auf mehrere Luxushotels bekannt.

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Bei den Terroranschlägen im vergangenen November wurden 166 Menschen getötet.
Die Anschläge in Bombay haben in Indien wie der ganzen Welt für Entsetzen gesorgt: Seit Tagen kennzeichnen Sicherheitskräfte und Millitär das Straßenbild der Metropole.
Und für diese Demonstrantinnen in Hyderabad kann es nur eine Losung geben: Weg mit dem Terrorismus. Wut auf der einen, ...
... Trauer auf der anderen Seite.
Sie verlor bei den Anschlägen zwei Kinder, ...
... und auch er muss den Tod Angehöriger beklagen.
Wirklich Trost kann da niemand spenden. Mehr als hundert Menschen haben die Attentäter getötet, ...
... denen, die dem Terror-Inferno entkommen konnten, steht das Grauen ins Gesicht geschrieben.
Am Tag 1 nach dem Beginn der Terrorwelle gleicht Bombay einer Festung.
Wohin das Auge blickt Polizisten, ...
... Soldaten ...
... und Spezial-Einsatzkräfte.
Einer der Schauplätze: Das Hotel Taj Mahal. Noch am Donnerstagmorgen ...
... lodern Flammen aus dem Gebäude.
Während die Feuerwehr den Brand bekämpft, ...
... bereiten sich die Einsatzkräfte auf die Stürmung des Hotels vor.
Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, ob sich in dem Hotel noch Attentäter mit Geiseln verschanzt haben.
Schließlich ist es soweit - Einheiten von Polizei und Armee ...
... dringen in den Gebäudekomplex vor. Geiseln finden sie zunächst nicht, wohl aber zahlreiche Leichen.
Unter den Toten ist auch ein Deutscher: Der Münchner Medienunternehmer Ralph Burkei verunglückt auf der Flucht vor den Attentätern.
Andere indes verbarrikadierten sich in ihren Apartments, in der Hoffnung, dem Inferno so zu entgehen.
Nach der Stürmung des Hotels können viele von ihnen gerettet werden. Nach und nach werden sie aus dem Gebäude geholt und in Sicherheit gebracht.
Doch das "Taj Mahal" ist nur einer der Orte des Schreckens. Zu den Zielen der Terroristen zählte auch ein belebter Bahnhof in Bombay. Von dort erreichen uns nach den Anschlägen besonders grausame Bilder.
WER DIESE NICHT SEHEN WILL, SOLLTE DAS BETRACHTEN DIESER BILDERSERIE HIER BEENDEN!
Auf den Bahnsteigen liegen die Leichen von Sicherheitskräften (Foto: AP/Mumbai Mirror, Sebastian D'souza).
Und auch in einer Wartehalle bietet sich ein Anblick des Schreckens. Zwischen verstreuten Gepäckteilen (Foto: AP/Mumbai Mirror, Sebastian D'souza) ...
... liegen auch hier soweit das Auge blickt Leichen (Foto: AP/Mumbai Mirror, Sebastian D'souza).
Zu den mehr als 100 Toten der Anschläge ...
... kommen hunderte Verletzte. Zahlreiche Menschen werden in Krankenhäuser eingeliefert, ...
... doch für viele kommt jede Hilfe zu spät.
Aber nicht nur von den Opfern, sondern auch von den Tätern tauchen mehr und mehr Bilder auf. Diese etwa (Foto: AP/Mumbai Mirror, Sebastian D'souza) ...
... zeigen die Attentäter, (Foto: AP/Mumbai Mirror, Sebastian D'souza) ...
... die den Angriff auf den Bahnhof verübt haben (Foto: AP/Maharahstra Times).
Neben dem "Taj Mahal" und dem wichtigsten Bahnhof Bombays ist das Hotel "Oberoi Trident" Ziel der Anschläge. Auch hier beziehen Sicherheitskräfte Stellung ...
... und stürmen wenig später das Gebäude, in dem vermutlich noch bis Donnerstagnachmittag zahlreiche Menschen als Geiseln festgehalten werden.
Neben dem Bahnhof und den beiden Hotels gelten die Angriffe der Terroristen noch mindestens sieben weiteren Zielen in Bombay, darunter ein Café, ein Kino, ein Krankenhaus und ein Wohnkomplex, in dem ein jüdischer Gebetssaal untergebracht ist (im Bild).
Es wird befürchtet, dass sich an diesen Orten noch weitere Menschen in der Gewalt der Attentäter befinden und die Zahl der Todesopfer damit noch steigen könnte.
Für Indien sind die Angriffe vergleichbar mit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die USA. "Bombay befindet sich im Krieg!" titeln die Zeitungen.
Ein Krieg, der mit militärischer Gewalt allein nur schwerlich zu gewinnen sein dürfte.
Die indische Metropole Bombay ist durch eine blutige Terrorwelle erschüttert worden.
An zahlreichen Orten im Süden der Metropole gab es beinahe gleichzeitig Angriffe mit Granaten und Feuerwaffen.
Dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben...
viele weitere wurden verletzt.
Die Anschläge wurden vorwiegend an belebten Plätzen der Stadt verübt.
Auch eine Tankstelle wurde mit Granaten zur Explosion gebracht.
Polizei und Militär versuchten zunächst vergeblich...
Herr der Lage zu werden und die Täter zu fassen.
Die Sicherheitsbehörden standen dem Terror zunächst hilflos gegenüber.
Auch das bekannte Fünf-Sterne-Hotel "Taj Mahal" wurde zum Ziel der Terroristen.
Teile des Gebäudes standen noch...
bis in die Morgenstunden in Flammen. Im Inneren...
hatten Terroristen zahlreiche ausländische Touristen als Geiseln genommen.
Viele Hotelgäste und Angestellte flüchteten durch die Fenster.
An den Anschlagsorten suchten die Menschen Deckung vor dem Kugelhagel.
Die Polizei nahm noch in der Nacht ihre Ermittlungen auf.
Die Verantwortung für die Anschläge übernahm die islamistische Terrorgruppe "Deccan Mujahideen".
Im "Taj Mahal" hatten sich noch am Donnerstagmorgen Terroristen mit Geiseln verschanzt. Sicherheitskräfte suchten Deckung hinter Lastwagen.
Glücklich waren diejenigen, die rechtzeitig aus dem Hotel flüchten konnten...
oder von der Polizei in SIcherheit gebracht wurden.
Die Spuren des Terrors sind in Bombay noch allgegenwärtig.
Die Terrornacht von Bombay wird vermutlich noch lange im Gedächtnis vieler Inder bleiben.

Der einzig überlebende mutmaßliche Attentäter der Terroranschläge von Mumbai hat überraschend seine Mitwirkung an der Tat gestanden. Vor dem Richter eines Sondergerichts erklärte der Pakistaner Mohammed Ajmal Kasab am Montag: "Ich bekenne mich meines Verbrechens schuldig." Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Beteiligung an den Terroranschlägen vom vergangenen November vor, bei denen 166 Menschen getötet und 234 weitere verletzt wurden.

Bei Verurteilung droht Todesstrafe

Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten die Todesstrafe. Seit Prozessbeginn am 15. April hatte Kasab die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Was seinen Sinneswandel auslöste, war zunächst nicht bekannt. Der offensichtlich überraschte Richter M.L. Tahiliyani rief Anwälte beider Seiten hinzu, um Klarheit über die Bedeutung von Kasabs Erklärung zu erhalten. Der Angeklagte schilderte ausführlich, wie die Attentätergruppe in einem Boot von Pakistan nach Mumbai gelangte und berichtete Einzelheiten über die Bluttat.

Vorwurf: Mord und Kriegsführung

Kasab werden unter anderem Mord und Kriegsführung gegen Indien zur Last gelegt. Er gilt als der einzige Überlebende der insgesamt zehn Angreifer. Die neun anderen wurden während der dreitägigen Belagerung mehrerer Luxushotels, eines jüdischen Zentrums und anderer Einrichtungen im Mumbai (Bombay) getötet. Indien macht die islamistische Terrororganisation Lashkar-e-Taiba für die Anschläge verantwortlich. Sie soll in den 80er Jahren vom pakistanischen Geheimdienst gegründet worden sein, um gegen die indische Herrschaft im geteilten Kaschmir zu kämpfen.

Anschläge in Pakistan geplant

Im Februar räumte die pakistanische Regierung erstmals ein, dass die Anschläge von Mumbai teilweise in Pakistan geplant wurden. Das pakistanische Außenministerium wollte zu der Erklärung zunächst keine Stellung nehmen. Der Anschlag hatte die Beziehungen zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn weiter belastet. Ende Juni hatte ein indisches Gericht Haftbefehl gegen 22 Pakistaner erlassen, die an der Planung des Terrorüberfalls beteiligt gewesen sein sollen.

Indien verlangt Auslieferung weiterer Verdächtiger

Indien verlangte von Pakistan die Auslieferung der Verdächtigen. Die pakistanische Regierung hat aber bereits früher erklärt, sie werde keine Verdächtigen ausliefern. Unter den Gesuchten ist Hafiz Mohammad Saeed, ein Führer der extremistischen islamischen Organisation Jamaat ud Dawa. Es wird vermutet, dass diese dem Netzwerk angehört, das für die Anschläge von Mumbai verantwortlich ist. Saeed wurde nach den Anschlägen in Pakistan festgenommen, auf Anordnung eines pakistanischen Gerichts Anfang Juni aber wieder freigelassen, weil keine Beweise gegen ihn vorlägen.

(AP, N24)

20.07.2009 11:09 Uhr

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