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Islamische Religion soll Unterrichtsfach werden

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Video: Gegen Radikalisierung - Bibel und Koran an deutschen Schulen
Grundsätzliche Verständigung in der Islamkonferenz: Islamische Religion soll ordentliches Unterrichtsfach werden.

Islamische Religion soll ordentliches Unterrichtsfach an deutschen Schulen werden. Darauf haben sich Regierungsvertreter von Bund und Ländern mit muslimischen Verbänden auf der dritten Islamkonferenz in Berlin verständigt. Voraussetzung ist, dass die muslimischen Verbänden eine Religionsgemeinschaft bilden, die staatlich anerkannt wird. Die Bedingungen dafür legte die Islamkonferenz in einem Zwölf-Punkte-Papier fest. Das Fach soll in deutscher Sprache gelehrt werden.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble stellte sich klar hinter das Vorhaben und zeigte sich zuversichtlich, dass es "in nicht allzu ferner Zeit" realisiert werden kann. "Das wird ein bisschen dauern, aber es geht voran", sagte er nach der vierstündigen Konferenz. Andere Teilnehmer der Konferenz schätzten die Zeitspanne bis zur Realisierung auf mehrere Jahre.

Evangelische Kirche unterstützt Vorstoß

Der auf Bundesebene agierende Koordinationsrat der Muslime will sich nun darum bemühen, in den Ländern die Bedingungen für die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zu schaffen. Ihr Sprecher Bekir Alboga wies darauf hin, dass derzeit 70 bis 80 Prozent der muslimischen Kinder in Deutschland ohne religiöse Unterrichtung seien. Ein ordentliches Unterrichtsfach an den Schulen wäre "ein sehr, sehr großer Beitrag zur Integration und zum friedlichen Zusammenleben", sagte er.

Die Evangelische Kirche in Deutschland unterstützte den Vorstoß der Islamkonferenz. Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, betonte aber, dass die Unterrichtssprache Deutsch sein müsse und die Lehrer in Deutschland ausgebildet werden müssten.

Bis zu einer Einführung des Fachs sei noch "manche Hürde zu überwinden", sagte Huber laut "Bild"-Zeitung. "Es liegt aber im gemeinsamen Interesse, dass muslimische Schülerinnen und Schüler durch einen solchen Unterricht Urteilsfähigkeit über ihre eigene Religion und Kenntnisse über andere Religionen erwerben."

Unterstützung für Bau von Moscheen

Schäuble hatte die Islamkonferenz im September 2006 ins Leben gerufen. Die damals eingesetzten Arbeitsgruppen legten dem 30-köpfigen Plenum nun Empfehlungen vor, die "alle einmütig zur Kenntnis genommen wurden", wie der Innenminister sagte. Zu einzelnen Formulierungen habe es bei den muslimischen Verbänden allerdings Vorbehalte gegeben.

Nach den von den Arbeitsgruppen vorgelegten Empfehlungen bekennt sich die Konferenz zu einer gemeinsamen Verantwortung, islamistischen Bestrebungen entgegen zu wirken. Die muslimischen Vertreter erkannten zudem eine vollständige Beachtung der Werteordnung des Grundgesetzes als Bedingung für Integration an.

Die Konferenz unterstützt den Bau von Moscheen in Deutschland und setzt sich dafür ein, flächendeckend Möglichkeiten für islamische Bestattungen zu schaffen. Zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Muslimen und den Sicherheitsbehörden wird beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Koordinationsstelle eingerichtet.

(AP, N24)

13.03.2008 17:04 Uhr

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