Auf dem Londoner Flughafen Heathrow hat am Donnerstag ein Mann Großalarm ausgelöst, der mit einem Rucksack auf dem Rollfeld in Richtung eines Flugzeuges lief. Er wurde von bewaffneten Sicherheitskräften überwältigt und festgenommen, teilte eine Sprecherin von Scotland Yard mit. Vorsichtshalber sei der Rucksack bei einer kontrollierten Explosionen gesprengt worden. Das Gepäckstück habe aber keinen Sprengstoff enthalten. Der Vorfall war bereits der zweite erhebliche Verstoß gegen das Sicherheitsregime auf dem größten Airport Europas innerhalb von nur 18 Tagen.
Nach Angaben der Polizeisprecherin wurde sofort Alarm ausgelöst, als der Mann um 15.05 Uhr mitteleuropäischer Zeit entdeckt wurde. "Der Mann wurde festgenommen und das Gepäckstück wird untersucht", sagte die Sprecherin. Er sei auf ein Flugzeug losgerannt und dabei den Rucksack abgeworfen.
Polizisten hätten mit vorgehaltenen Pistolen den Kopf des Mannes auf den Boden gepresst, bis er nach Waffen abgesucht war. Dann sei er in Handschellen abgeführt worden, berichteten Augenzeugen. Flughafenmitarbeiter hatten ihn beim Überklettern von Absperrungen entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Polizeisprecherin korrigierte zwischenzeitliche Angaben, wonach der Eindringling nicht nur einen, sondern zwei Rucksäcke bei sich hatte.
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Über das Motiv für die riskante Aktion machte die Polizei zunächst keine Angaben. Britische Medien wiesen darauf hin, dass es in letzter Zeit in Heathrow sowie in London wiederholt Protestaktionen gegen den Ausbau des Flughafens gegeben hatte. Zudem könne ein Zusammenhang mit der an diesem Freitag geplanten feierlichen Inbetriebnahme des hochmodernen Terminals 5 in Heathrow bestehen. Dazu wird Königin Elizabeth II. als Ehrengast erwartet.
Erst Ende Februar war es Demonstranten der Umweltorganisation Greenpeace gelungen, mit Spruchbändern gegen den Heathrow-Ausbau auf das Rollfeld zu gelangen und eine Passagiermaschine zu erklettern. Zwei Tage später erkletterten Umweltaktivisten der Gruppe «Plane Stupid» das Dach des Westminister-Parlaments, um während einer Debatte im Unterhaus über den geplanten Bau einer neuen Start- und Landebahn dagegen zu protestieren.
Nach Angaben des Flughafenbetreibers BAA wurde die von dem Sicherheitsalarm betroffene nördliche Start- und Landebahn zeitweilig geschlossen. Mehrere Maschinen seien aufgehalten worden, so dass es zu Verzögerungen im Flugverkehr gekommen sei. Laut BBC mussten zahlreiche Passagiere erhebliche Verspätungen hinnehmen.
(dpa, N24)
13.03.2008 18:45 Uhr








