"Ich bin kein Marxist!"

Lebensstationen eines Weltveränderers

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Marx, Begründer der klassischen Nationalökonomie und bedeutendster Theoretiker des Kommunismus ...
... wurde 1818 in diesem Haus in Trier geboren.
Sein Freund Friedrich Engels unterstützte den nicht gerade reichen Marx über lange Zeiten nicht nur finanziell.
Gemeinsam verfassten sie die Schrift "Manifest der Kommunistischen Parteit", welche 1848 erstmals einer kommunistischen Partei ein Programm gab.
Das Hauptwerk von Karl Marx "Das Kapital" ist Analyse und Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus.
Vor allem an diesem Werk arbeitete Marx in der Britischen Bibliothek in London, wo unter anderen auch Ghandi und G.B. Shaw studierten.
Besonders in der ehemaligen DDR hat man Karl Marx verehrt. Sein 100. Todestag wurde 1983 in der Großen Halle des Volkes im Palast der Republik feierlich begangen.
Fast überall war er (und ist es teilweise noch) präsent. Das heutige Chemnitz trug in sozialistischen Zeiten seinen Namen: Karl-Marx-Stadt. Sein Denkmal dominiert noch heute einen der zentralen Plätze der Stadt.
Inzwischen unter Denkmalschutz steht diese Zweiergruppe der beiden Philosophen und Freunde Marx und Engels. Hinter ihnen wird zur Zeit der Palast der Republik abgerissen.
Als Relikt aus vergangenen Zeiten besitzt das Denkaml inzwischen Kultcharakter. Hier posiert die Blue Men Group mit Marx und Engels.
Wer es "geschafft" hatte in der DDR, der bekam den Karl-Marx-Orden, die höchste Auszeichnung, die das kleine Land zu vergeben hatte.
Dschingderassabumm alljährlich zum Republiksgeburtstag - natürlich auf der Karl-Marx-Allee.
Auch Betriebe bekamen seinen Namen, hier die "Karl-Marx-Werke" in Magdeburg.
Die Berliner Karl-Marx-Alle heißt heute noch so, gesäumt wird sie von den sogenannten Stalin-Bauten, nach dem Krieg als "Paläste für die Arbeiter" im russischen Stil errichtet.
Nicht nur Bürger der DDR konnten den Karl-Marx-Orden bekommen. Dieses berühmte Foto entstand 1979 anläßlich seiner Verleihung an Leonid Breshnew durch Erich Honecker.
In fast unerreichbarer Höhe hängt das Porträt von Marx über dem Schreibtisch Stalins.
Und auch heute ist Marx noch präsent in der ehemaligen Sowjetunion. Gennadi Andrejewitsch Sjuganow, Chef der Kommunisten Russlands, posiert vor einem Karl Marx aus Stein.
Bei Demonstrationen der Kommunisten in Moskau wird gern das Dreigestirn getragen: Marx, Engels, Lenin.
Auf einem Poster der Pro-Kreml-Bewegung "Wir gehen zusammen" wird die Reihe munter fortgesetzt: (von links) Marx, Engels, Lenin, Stalin, Sjuganow, Schandybin und Beresowski.
Für Anhänger der Kommunistischen Partei Äthiopiens reichen wieder Marx, Engels, Lenin.
Bis Peking dringt der Ruhm des Theoretikers ...
... und in Hongkong machen die drei Karriere auf Shirts wie einst Ché.
Wenn in Tibet das Schulfach Sozialismus auf dem Plan steht, dann im Zeichen von Karl Marx.
Im Karl-Marx-Theater von Havanna finden nur wichtige Veranstaltungen statt. Auch Fidel hält dort gern Reden.
Partisanen der Jemenitischen Sozialistischen Partei im Schutze von Marx, Engels und Lenin nahe der Grenze zum Südjemen.
Der Tienanmen-Platz in Peking hat schon vieles gesehen, auch die Gesichter von Karl und Freidrich, hier 1972.
Wer sich die Bilder zu Hause hinhängen möchte, der wird auf einem Markt in Peking fündig.
Bei einer nicht angemeldeten Demonstration in München 1968 gibt es mal eine andere Kombination , diesmal umrahmen Ho Chi Minh und Ché Guevara den überall anzutreffenden Karl Marx.
Und wenn sie nicht gestorben wären ...? Das würde die Linke Volksbefreiungsfront in Sri Lanka auch nicht vom Tragen ihrer Konterfeis abhalten.
Zum 190. Geburtstag von Karl Marx wurden in Trier drei lebensgroße Marx-Skulpturen des Bildhauers Klaus Kammerichs enthüllt.

Als Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft und der klassischen Nationalökonomie hat Karl Marx die Welt verändert. Vor 125 Jahren, am 14. März 1883, starb der einflussreichste Theoretiker des Kommunismus. Stationen seines Lebens:

5. Mai 1818

Geburt als drittes von neun Kindern des jüdischen Rechtsanwalts Heinrich und der Hausfrau Henriette Marx in Trier.

1824

Evangelische Taufe zusammen mit den Geschwistern.

1835-1836

Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bonn.

1836-1841

Studium der Philosophie an der Universität Berlin. Promotion zum Dr. phil. an der Universität Jena, vergebliches Bemühen um eine Hochschullaufbahn.

1842-1843

Redakteur der "Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe" in Köln.

1843

Hochzeit mit seiner Jugendliebe Jenny von Westphalen. Das Paar bekommt sieben Kinder, von denen vier früh sterben.

1844

Beginn ökonomischer Studien in Paris. Mit Arnold Ruge Herausgeber der Zeitschrift "Deutsch-Französische Jahrbücher". Beginn der engen Zusammenarbeit mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels (1820-1895).

1845-1848

Auf Druck der preußischen Regierung Ausweisung aus Frankreich, Exil in Brüssel. In Deutschland hätte wegen der "Jahrbücher" ein Hochverratsprozess gedroht.

1847

Mit Engels Gründung eines "Kommunistischen Korrespondenz-Komitees" zur Koordinierung der Arbeiterbewegungen verschiedener Länder; danach Gründung des "Deutschen Arbeitervereins" in Brüssel. Mitglied des "Bunds der Kommunisten" bis zu dessen Auflösung 1848. Mit Engels Verfasser des am 21. Februar 1848 in London erschienenen "Manifests der Kommunistischen Partei". Es endet mit der Parole: "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!"

1848-1849

Nach Ausweisung aus Belgien vorübergehend Exil in Paris, nach der März-Revolution Rückkehr nach Deutschland. Chefredakteur der "Neuen Rheinischen Zeitung. Organ der Demokratie" in Köln.

1849

Freispruch im Prozess wegen "Aufreizung zur Rebellion", Ausweisung aus Deutschland.

1849-1883

Exil in London als Journalist und Privatgelehrter; hunderte Beiträge für Zeitungen in verschiedenen Ländern, Entstehen seiner Hauptwerke "Zur Kritik der Politischen Ökonomie" (1859) und "Das Kapital" (1867).

1850

Beziehung zu seiner Haushälterin Helene Demuth (1823-1890), gemeinsamer Sohn Frederick Lewis Demuth.

1861

Reise nach Deutschland, Treffen mit Ferdinand Lassalle in Berlin.

1864

Teilnahme an der Gründung der «Internationalen Arbeiter-Assoziation» (Erste Internationale), für die er die Statuten verfasst.

1882

Reisen in die Schweiz, nach Frankreich und Algier.

1883

Tod am 14. März in London, Beisetzung auf dem Highgate Friedhof.

(dpa, N24)

13.03.2008 20:57 Uhr

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