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28. Juli 1914

Beginn des Ersten Weltkrieges

Unter Historikern wird er auch als "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" bezeichnet: 1914 begann der Erste Weltkrieg mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.

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Als Auslöser des Ersten Weltkrieges gilt das „Attentat von Sarajevo“: Bei einem Besuch der bosnischen Hauptstadt werden am 28. Juni 1914 der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Ehefrau Sophie …
… von dem serbischen Nationalisten Gavrilo Princip ermordet. Der gibt als Motiv seiner Tat die Unterdrückung der Serben durch Österreich-Ungarn an.
Das Attentat führt zu einer Reihe von Ereignissen, (Über-)Reaktionen und Missverständnissen in Europa, der sogenannten „Julikrise“, die innerhalb eines Monats den Ersten Weltkrieg auslösen.
Mit der Rückendeckung des deutschen Kaisers Wilhelm II. (Porträt 1905) und des Reichskanzlers Bethmann Hollweg - und somit Deutschlands - stellt Österreich Serbien am 23. Juli ein hartes Ultimatum, in dem es u.a. um die Aufklärung des Attentats geht.
Serbien erfüllt dieses Ultimatum zwar nicht, kommt Österreich aber entgegen. Dennoch bricht Österreich die diplomatischen Beziehungen ab und erklärt Serbien mit deutscher Unterstützung am 28. Juli 1914 den Krieg.
Aufgrund internationaler Verstrickungen und wechselseitiger Bündnisverpflichtungen weitet sich der Krieg rasch aus. Die Gesamtmobilmachung Russlands am 30. Juli 1914 führt dazu, dass das Deutsche Reich am 1. August 1914 Russland den Krieg erklärt.
Bald sind alle fünf europäischen Großmächte und Serbien verwickelt. Die Fronten, die gegeneinander kämpfen: Auf der einen Seite stehen Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich, auf der anderen Seite Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien.
Zu Beginn herrscht überwiegend große Kriegsbegeisterung. Bayerische Soldaten winken im August 1914 freudig aus dem Fenster eines Zuges, der sie an die Front bringt.
Ein 70-jähriger Freiwilliger in Leipzig, ebenfalls im August 1914. Die Annahme, dass man an Weihnachten wieder Zuhause sei, stellt sich als absoluter Irrglaube heraus.
Letzten Endes kommt es zum ersten weltweit geführten Krieg, an dem 32 Länder beteiligt sind. Französische Soldaten blicken im Jahr 1915 in eine ungewisse Zukunft.
Weitreichende historische Bedeutung erhält der erste Weltkrieg auch als erster „moderner“ Krieg: Die Verwendung neuartiger Waffentechnik wie Panzer ...
... oder Kampfflugzeuge ...
... und der erstmalige Einsatz von Massenvernichtungswaffen in Form von Giftgas sorgen ...
… für ein Elend und eine Vernichtung in einem bisher unbekannten Ausmaß.
Eine junge, schwangere Frau liegt, verletzt durch einen Bombenanschlag, auf einer Pritsche.
Neu sind außerdem gewisse Methoden strategischer Kriegsführung, die auch die Zivilbevölkerung treffen. Durch die Blockade der Lebensmittelauslieferung etwa werden die Bürger gezielt dem Hunger ausgesetzt.
Der deutsche Kaiser Wilhem II (M.) studiert zusammen mit General Erich Ludendorff (r.) und Feldmarschall Paul von Hindenburg eine Karte.
In der Phase des Bewegungskrieges kann Deutschland zunächst im Osten – bei der Schlacht bei Tannenberg im August 1914 – und im Westen militärische Erfolge verbuchen.
Die Schlacht an der Marne 1914 führt allerdings nicht zur gewünschten Niederwerfung Frankreichs.
Von 1915 bis 1917 kommt es dann sowohl in Russland als auch im Westen zu Stellungskriegen, bei denen Material- und Ausblutungsschlachten vorherrschen.
Nach der Schlacht von Verdun 1916 etwa verzeichnen die Franzosen mit rund 275.000 und die Deutschen mit 240.000 Toten hohe Verluste.
Vor allem die deutsche Abwehr ist somit enorm angeschlagen.
In dem ebenfalls stattfindenden Krieg zur See werden U-Boote erstmalig im größeren Umfang zu militärischen Zwecken eingesetzt. 1917 versucht das Deutsche Reich auf diesem Wege England zu schwächen und eine Wende des Kriegs herbeizuführen.
Eine entscheidende Wende erhält der Krieg bald tatsächlich, allerdings zu Ungunsten der Deutschen: Am 6. April 1917 treten die USA in den Krieg ein und schließen sich den Alliierten an.
Mit dem Durchbruch britischer Panzer bei Amiens am 8. August 1918 erlebt das Deutsche Reich „den schwarzen Tag des deutschen Heeres“.
Durch die Oktoberrevolution scheidet zwar Russland als Kriegsgegner aus, trotzdem wird bald deutlich, dass die Situation für die Deutschen aussichtslos ist.
Etwa 70 Prozent der Soldaten geraten in Gefangenschaft.
Bis der Widerstand der bulgarischen, österreichischen und türkischen Bundesgenossen bricht, dauert es noch bis zum Herbst 1918.
Am 3. Oktober 1918 schickt die deutsche Seite ein Waffenstillstandsangebot nach Amerika auf der Grundlage des von US-Präsident Wilson im Januar vorgestellten 14-Punkte-Programms. U.a. beinhaltet dies die Einrichtung eines Völkerbundes.
Zugleich findet in Deutschland ein innerer, politischer Umschwung statt, der in der Novemberrevolution gipfelt. Revolutionäre Ideen breiten sich gegen Krieg und Kaisertum aus, Arbeiter- und Soldatenräte werden gebildet.
Die Ereignisse überstürzen sich: Auf eigene Faust gibt Prinz Max von Baden am 9. November 1918 in Berlin die Abdankung Kaiser Wilhelms II. bekannt, der daraufhin ins holländische Exil flüchtet (undatiertes Foto: Wilhelm II. im Exil).
Sozialdemokrat Philip Scheidemann ruft am selben Tag die Republik aus und übergibt die Reichskanzlerschaft an den SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert (undatiertes Foto: Friedrich Ebert).
Am 11. November 1918 wird in Compiegne ein endgültiges Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet und somit der Krieg beendet.
Rund 17 Millionen Menschen haben ihr Leben gelassen.
Offiziell wird der Erste Weltkrieg am 28. Juni 1919 mit dem Friedensvertrag von Versailles abgeschlossen - genau fünf Jahre nach dem "Attentat von Sarajevo".
Sie diktieren 1919 den Inhalt des Versailler Vertrages (v. l. n. r.): Die Ministerpräsidenten David Lloyd George (England), Vittorio Emanuele Orlando (Italien), Georges Benjamin Clemenceau (Frankreich) und der amerikanische Präsident Woodrow Wilson.
Die alleinige Kriegsschuld wird dem Deutschen Reich zugewiesen.
Außerdem muss es Reparationsleistungen an die Siegermächte leisten sowie ...
... viele Gebiete (u.a. im Osten) und seinen Kolonialbesitz übergeben
Die Karte zeigt das veränderte Europa 1918 nach dem Ersten Weltkrieg.
John Demjanjuk ist an Deutschland ausgeliefert worden. Der 89-Jährige soll an der Ermordung von mindestens 29.000 Juden ...
John Demjanjuk soll an der Ermordung von mindestens 29.000 Juden im NS-Vernichtungslager Sobibor (Polen) beteiligt gewesen sein.
... mutmaßliche NS-Verbrecher auf den Fahndungslisten. Darunter auch Aribert Heim, der als skrupelloser und grausamer KZ-Arzt "Dr. Tod" traurige Berühmtheit erlangte.
Nach Presseberichten soll er 1992 in Kairo gestorben sein. Letzte Gewissheit gibt es bisher jedoch nicht.
Gesucht auch der frühere SS-Hauptsturmführer Alois Brunner. Er gilt als einer der "Ingenieure der Endlösung" und soll ...
... für den Tod von rund 130.000 Juden aus mehreren Ländern verantwortlich sein.
Algimantas Dailide lieferte während der Nazi-Diktatur litauische Juden an Kollaborateure aus und damit ihrem sicheren Tod. Er wurde in Litauen zwar verurteilt, musste aber nie ins Gefängnis.
Der frühere kroatische Polizeichef Milivoj Asner soll unter den Nazis Jagd auf Juden, Serben sowie Sinti und Roma gemacht haben.
Hunderte Menschen sollen durch seine Unterstützung an die Nazis ausgeliefert worden und in Vernichtungslagern ums Leben gekommen sein.
Der frühere SS-Mann Heinrich Boere soll 1949 drei Niederländer ermordet haben. 2008 wurde er daher in Dortmund angeklagt.
Im Transitlager Westerbork (Bild) in den Niederlanden soll Klaas Carl Faber an der Ermordung von Gefangenen beteiligt gewesen sein. Er wurde dafür 1944 verurteilt, floh jedoch 1952 aus dem Gefängnis.
Der frühere SS-Mann Soeren Kam soll einen dänischen Journalisten ermordet haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, ...
... durch den Diebstahl des Verzeichnisses der jüdischen Gemeinde Dänemarks, die Deportation der dänischen Juden ermöglicht zu haben.
Karoly Zentai soll für die Ermordung und Deportation von Juden aus Budapest im Jahr 1944 mitverantwortlich sein.
Heute lebt er in Australien. Ungarn hat die Auslieferung des mutmaßlich NS-Kriegsverbrechers beantragt.
Neue Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben erneut Tausende Menschen zur Flucht Richtung der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu, Goma, gezwungen.
Viele der Flüchtlinge stoppen in einem Lager in der Ortschaft Kibati nur wenige Kilometer von Goma entfernt.
Die Flüchtlinge sind oft mehrere Tage unterwegs - meist ohne Essen und Trinken.
Die UN-Friedenstruppen versuchen ihr Möglichstes, um den Flüchtlingen zu helfen.
Doch es sind zu viele. Der Strom reißt nicht ab, ...
... wächst jeden Tag.
Helfer des Internationalen Roten Kreuzes versuchen auch den Menschen beizustehen.
Im Flüchtlingslager bei Kibati sind nach Medienberichten mittlerweile rund 50.000 Menschen. Ein Großteil davon Mütter...
... und ihre Kinder.
Die Versorgungssituation in dem Flüchtlingslager ist nicht die beste. Noch gibt es sauberes Wasser.
Dennoch werden die ersten Cholera-Fälle...
... gemeldet.
Die Menschen hoffen auf eine schnelle Lösung in dem Konflikt, ...
... der allerdings seit rund 15 Jahren mit mehreren Unterbrechungen andauert.
Leidtragende waren bisher immer die Zivilisten.

(N24)

24.07.2009 17:02 Uhr

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