Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama

 

Polizeiaktion

Justiz nimmt "Flatrate-Bordelle" aufs Korn

"Sex mit allen Frauen, so lange Du willst, so oft Du willst und wie Du willst." So werben "Flatrate-Bordelle" und bekommen deshalb nun Ärger. Die Polizei hat mehrere Freudenhäuser durchsucht.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Polizisten kontrollieren vor dem Flatrate-Bordell Pussy-Club in Fellbach (nahe Stuttgart) die Personalien von Personen, die im Bordell angetroffen wurden.

Durck wird erhöht: Mehr als 700 Beamte von Polizei und Justiz haben sogenannte Flatrate-Bordelle in vier deutschen Städten durchsucht. Zwei der Bordelle wurden von den Behörden geschlossen, der Weiterbetrieb wurde untersagt. Es handelt sich um Bordelle in Fellbach bei Stuttgart und Heidelberg. Bordelle in Schönefeld bei Berlin und Wuppertal in Nordrhein-Westfalen, die ebenfalls durchsucht wurden, dürfen weiter öffnen.

Flatrate-Bordelle sind seit Anfang Juli in der politischen Diskussion. Politiker wollen die Einrichtungen verbieten. Die Etablissements in Fellbach und Heidelberg werben mit "Sex mit allen Frauen, so lange Du willst, so oft Du willst und wie Du willst".

Hinweise auf Zwangsprositution

Die Schließungen seien begründet, sagte Fellbachs Oberbürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneter Christoph Palm. Die Summe der festgestellten hygienischen Mängel ließen einen weiteren Betrieb nicht zu. So seien die Massagebänke und andere Liegemöbel stark verunreinigt gewesen. Zudem sei der Whirlpool in einem sehr schlechten hygienischen Zustand und Lebensmittel seien unter nicht zulässigen Bedingungen gelagert worden. Auch gebe es Hinweise auf Zwangsprostitution.

In Fellbach wurden zwölf Personen festgenommen. Gegen die 25 Jahre alte Betreiberin des Bordells und ein 25-jähriges Mitglied der Geschäftsführung wurden Haftbefehle erlassen. Weitere Haftbefehle wurden am Abend noch geprüft.

Unfangreiche Kontrollen

Kontrolliert wurden sämtliche Mitarbeiter, Prostituierte und Kunden, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Waiblingen mitteilte. Die Aktion beruhte den Angaben zufolge auf dem Verdacht, dass die Bordellbetreiber Beiträge zur Sozialversicherung sowie Steuern hinterzogen haben und zudem ohne Genehmigung ausländische Prostituierte beschäftigen. Die in den Bordellen angetroffenen Prostituierte seien alle russischer Nationalität gewesen. Sie mussten alle mit aufs Polizeirevier.

Die mehrstündige Aktion habe den Behörden zahlreiche neue Erkenntnisse gebracht. Es wurden Akten, Bargeld und hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt. Bundesweit seien in den Bordellen 270 Männer und 170 Frauen kontrolliert worden.

Weitere Bordell-Schließungen könnten folgen

Die Ergebnisse der Aktion müssten nun ausgewertet werden. Dies könne Wochen dauern. Gegen zahlreiche Personen werde ermittelt, da der Verdacht auf kriminelle Handlungen bestehe. Ob es zur Schließung weiterer Bordelle komme, sei noch offen.

An der Durchsuchungsaktion waren den Angaben zufolge die Polizei, Staatsanwaltschaften, der Zoll sowie andere Überwachungsbehörden beteiligt. Auch die Gaststätten-, Gewerbe- und Gesundheitsaufsicht schickten Beamte. Die Koordination der Durchsuchungen erfolgte durch die Polizei in Waiblingen sowie durch Justizbehörden in Stuttgart.

"Verstoß gegen die Menschenwürde"?

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) sagte, es gebe eine rechtliche Handhabe gegen Flatrate-Bordelle. "Wenn man deren Werbung ernst nimmt, ist von einem Verstoß gegen die Menschenwürde der dort arbeitenden Prostituierten auszugehen", sagte Goll. Aus seiner Sicht sei "das Selbstbestimmungsrecht der Frauen verletzt". Damit liege auch "eine Störung der öffentlichen Sicherheit vor", die Polizei und Ordnungsbehörden zum Einschreiten berechtige.

(dpa, N24)

26.07.2009 22:03 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama