Heimische Märkte stärken

USA und China bleiben bei Konjunkturprogramm

Die USA und China wollen ihre Konjunkturprogramme trotz einer Verbesserung der Wirtschaftslage nicht vorschnell beenden. Das zukünftige Wachstum werde von heimischen Märkten getragen, hieß es.

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Der chinesische Vizeregierungschef Wang Qishan (l.) und US-Außenministerin Hillary Clinton sind sich einig: Die Konjunkturprogramme beider Länder werden beibehalten.
"Was auch immer geschieht, die Party ...
... ist vorbei." Der Chef des Münchener Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, ...
... Hans-Werner Sinn, sagte das in einem Bericht zur Wirtschaftslage am 18. März 2008.
"Wir müssen damit rechnen, dass das kommende Jahr, zumindest in den ersten Monaten, ein Jahr schlechter Nachrichten wird." (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Interview der "Welt am Sonntag" vom 23. November.)
"Wir nähern uns einem Abgrund, von dem wir nicht wissen, wie tief er ist." (Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am 26. November über die wirtschaftliche Entwicklung.)
"Entweder wir schwimmen gemeinsam oder wir gehen gemeinsam unter." (EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso über die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns gegen die Finanzkrise am 29. Oktober.)
"Wenn Sie alle Risiken vermeiden wollen, haben Sie bald keine Risiken mehr zu vermeiden, weil Sie nicht mehr im Geschäft sind." (Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann)
"Ich glaube, keine andere Phase der Weltwirtschaft war ähnlich gefährlich wie das, was wir hier erleben." (ifo-Präsident Hans-Werner Sinn über die internationale Finanzkrise am 9. September.) (Archivbild aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929)
"Die Welt wird nicht mehr so sein wie vor der Krise." (Finanzminister Peer Steinbrück am 25. September.)
"Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss." (Bundespräsident Horst Köhler am 14. Mai)
"An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins - und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten." (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am 28. Januar zu den Turbulenzen an den Aktienmärkten.)
"Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind." (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Oktober.)
"Ja, die Bundesrepublik Deutschland ist in einer Rezession." (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) im Bundestag am 25. November.)
"Einen deutschen Fall Lehman darf und wird es nicht geben." (Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, am 17. November.)
"Wenn einer am Ertrinken ist, können Sie auch nicht lange diskutieren, ob sie ihn mit dem Schlauch- oder dem Motorboot retten." (Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm im Rundfunksender hr- iNFO über staatliche Hilfe für den Autobauer Opel am 17.
"Der Kurs ist klar, Daimler gibt Gas." (Daimler-Chef Dieter Zetsche am 14. Februar zur Entwicklung des Autobauers.) ...
... "Es fällt derzeit schwer, Prognosen für den Rest der Woche, des Monats oder des Jahres abzugeben. Unsere Branche steht am Scheideweg." (Daimler-Chef Dieter Zetsche am 20. November zur Entwicklung des Autobauers.)
"Wir fahren klar auf Sicht." (Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf dem Autosalon in Paris am 2. Oktober.)
"In meinen 27 Jahren im Geschäft habe ich so etwas noch nie erlebt. Es war, als hätte jemand das Licht ausgeknipst." (Der US-Vertriebschef von General Motors, Mark LaNeve, zum Autoabsatz in Amerika im Oktober am 3. November.)
"Bereinigt um den Anstieg der Einwohnerzahl war es der schlimmste Monat seit dem Zweiten Weltkrieg." (Der Absatz-Analyst von General Motors, Michael DiGiovanni, zur Entwicklung des US-Automarktes im Oktober am 3. November.)
"Ich bin hier vom Saulus zum Paulus geworden", sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Mitte November angesichte der Übertreibungen an den Börsen über das Eingreifen von Aufsichtsbehörden in die Märkte.
"Schwarze Montage waren einmal ein Jahrzehnt-Ereignis - jetzt kommen sie regelmäßiger als die Busse in London." (Ein Londoner Börsenhändler zum Kurseinbruch am Aktienmarkt am 6. Oktober, einem Montag.)
"Aber bis heute von einer Kreditklemme in Deutschland zu sprechen, ist absolut falsch und führt auch zu einer ganz gefährlichen Diskussion." (Josef Ackermann, Deutsche-Bank-Chef, im Dezember)

Die USA und China wollen sich trotz immer deutlicherer Anzeichen für eine Ende der Weltwirtschaftskrise nicht übereilt aus ihren Konjunkturprogrammen verabschieden. Beide Seiten stimmten überein, dass die Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft "nicht zu früh" beendet werden sollten, sagte ein Sprecher des US-Finanzministeriums.

Ungleichgewicht muss vermieden werden

Es müsse vermieden werden, dass sich neue Ungleichgewichte oder Blasen wie im US-Immobiliensektor bildeten, hieß es am Ende des ersten Konferenztages eines gemeinsamen Strategie- und Wirtschaftsforums in Washington. Obwohl die Lage an den Finanzmärkten besser sei als noch vor zehn oder zwölf Monaten, gebe es beiden Regierungen "keine Selbstzufriedenheit".

Wachstum vom heimischen Konsum getragen

China stimme der US-Sicht zu, dass sein künftiges Wachstum zunehmend vom heimischen Konsum getragen werden müsse und weniger vom Export. "Das hat niemand bestritten", sagte der Sprecher. Die USA müssten umgekehrt den Konsum zurückschrauben und verstärkt auf den Export setzen, um die massiven wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen beiden Ländern auszugleichen.

US-Präsident Barack Obama hatte zum Auftakt des zweitägigen Forums für eine verstärkte Zusammenarbeit mit China unter anderem in der Wirtschafts- und Umweltpolitik geworben. "Das Verhältnis zwischen den USA und China wird das 21. Jahrhundert formen", sagte er. Die US-Delegation wird von Außenministerin Hillary Clinton und Finanzminister Timothy Geithner geleitet, die chinesische von Vizeregierungschef Wang Qishan.

Nicht in allen Fragen Übereinstimmung

Obama räumte ein, dass beiden Staaten nicht in jeder Frage übereinstimmen könnten. "Aber das macht Dialog umso wichtiger - so dass wir uns gegenseitig besser kennenlernen und unsere Bedenken mit Offenheit kommunizieren." In diesem Zusammenhang rief der Präsident indirekt zur Achtung der Menschenrechte in China auf. Er hob die amerikanische "starke" Überzeugung hervor, dass alle Religionen und Kulturen respektiert und geschützt und alle Menschen ihre Meinung frei äußern können müssten. Das Dialogforum soll am Dienstag mit einer gemeinsamen Erklärung zu Ende gehen.

(dpa, N24)

28.07.2009 08:02 Uhr

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