Betäubungslos kastriert

Burger-Ketten verzichten auf Qual-Ferkel

Zwei große Burger-Bratereien verzichten in Zukunft auf Fleisch von Ferkeln, die zuvor betäubungslos kastriert worden waren. Damit hat der Protest von Tierschützern Erfolg gezeigt.

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Jährlich werden in Deutschland 22 Millionen Ferkel kastriert. Bislang war dies mit erheblichen Qualen für die Tiere verbunden.
Die Tierrechtsorganisation PETA kämpft seit 1980 für das Recht auf Leben von Tieren.
Ingrid Newkirk ist die Gründerin von PETA (= People for the Ethical Treatment of Animals). Die Organisation finanziert sich über Spendengelder, um ihre häufig krassen Kampagnen zu finanzieren.
PETA – Aktivistinnen demonstrieren vor dem Europäischen Parlament in Brüssel gegen Stierkampf in Spanien.
Parodie auf den Stierlauf in Pamplona: Seit 2002 veranstaltet PETA zwei Tage vor der Stierjagd einen Nacktlauf.
Indische Models kleiden sich à la Lettuce Lady und Broccoli Boy. Sie sprechen sich in der Aktion für vegetarische Ernährung aus.
"Latex in – Leather out": Um ein schickes Lederoutfit tragen zu können, werden Tiere misshandelt und getötet. Für Latex statt Leder demonstrieren diese PETA-Mitglieder in Hongkong.
Ein Ziel erreichte die PETA fünf Jahre nach der Gründung: 1985 wurde das Tierschutzgesetz verabschiedet. Die Aktivisten und Aktivistinnen …
… zeigen bei den Kampagnen immer viel Haut, …
… abstoßende Tierhaltung …
… und immer: jede Menge (Kunst-)Blut.
Dieses als Kellner verkleidete PETA-Mitglied steckt einer Aktivistin einen Schlauch in den Mund, der mit Mais gefüllt ist. Die Aktivistin ist durch ihre Fesseln völlig wehrlos …
… und lässt sich den Trichter so lange in den Mund stopfen, bis ihr scheinbar Blut aus Mund rinnt. Die Aktion: Kampf gegen die Produktion und Verkauf von Gänsestopfleber.
Unterstützt wird die Organisation von vielen Stars. Darunter: Sängerin Pink.
Vor allem die Aktion gegen Pelztierhaltung wurde von Berühmtheiten unterstützt. Die US-amerikanische Schwimmerin und Goldmedaillen-Gewinnerin Amanda Beard …
… und auch die japanische Schauspielerin Aya Sugimoto würden eher nackt gehen, als sich in Pelze zu kleiden.
Pamela Anderson ist schon lange PETA-Mitglied und wirbt auf diesem Plakat in einem Kohlblatt-Bikini für die vegetarische Ernährung.
Auch Dennis Rodman …
… und Schauspieler Steve-O zeigen sich nackt.
PETA kämpft gegen Pelztierhaltung – und deshalb auch gegen die aus Bärenfell hergestellten Mützen des Wachregiments vor dem Buckingham-Palast in London.
Die Organisation kümmert sich auch um streunende Hunde und Katzen, verpflegt diese und nimmt sie auf, bis sie ein neues Zuhause finden.
Extrem misshandelte und leidende Tiere, die kein neues Zuhause finden, werden von Tierärzten unter Beobachtung von PETA eingeschläfert.
Gegen den Fleischverzehr, …
… die Tötung und die Jagd von Tieren, …
… Massentierhaltung und …
… das Angeln demonstriert PETA immer wieder mit Aufsehen erregenden Aktionen.
Sie sind für eine tierfreundliche Welt, in der das Tier nicht für menschliche Zwecke benutzt wird und leiden muss.
"Gekocht werden tut weh“ oder "Fischen tut weh" sind noch harmlose Banner-Sprüche der Aktivisten.
PETA versucht es auch so: Es ist altmodisch, Tiere als Kleidung, Möbelstücke oder sogar Schmuck zu benutzen.
Auch Großkonzerne werden regelmäßig von PETA attackiert: Darunter McDonald’s, Burger King …
… und immer wieder: Kentucky Fried Chicken.
Mitarbeiter von PETA schmuggeln sich als Angestellte in Labore, Zoos, …
... Zirkusse und auf Bauernhöfe ein, um dort…
… in monatelanger Arbeit Tierquälerei aufzudecken und dagegen anzugehen.
Die unmenschliche Tötung von Hühnern für Chicken McNuggets ...
... Chickenburger und Co. wird mit harten Aktionen seitens PETA angeprangert.
Auch Deutsche unterstützen die Organisation: Hier Dirk Bach am übergroßen PETA-Erdbeerkuchen mit Désirée Nosbusch und Chrissie Hynde.
Weltweit hat PETA mehr als 650.000 Mitglieder, die sich für einen ethischen Umgang mit Tieren stark machen.
Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts: "Würden Sie ihre Katze tragen?"
Auch diese Models, darunter Naomi Campbell, sprechen sich gegen Tiertötung und Pelzproduktion aus. Naomi war jahrelanges PETA-Mitglied, …
… bis sie hinausgeworfen wurde: Bei einer Modenschau trug sie Pelz – damit hatte ihre Aktivistenzeit ein Ende.
Das australische Model Imogen Bailey: Ebenfalls Anti-Pelz-Aktivistin.
Mit der Aktion "Holocaust on Your Plate" verglich PETA die Massentierhaltung mit Bildern von Juden, die in Konzentrationslager transportiert wurden. Ingrid Newkirk sagte: "In KZs starben sechs Millionen Juden, …
… aber sechs Milliarden Hühner werden beim Schlachter enden, um als Brathähnchen verkauft zu werden.“ Diese Models sprechen sich auch für Tiere und gegen die Haltung dieser in Zoos aus.
Diese Aktivisten führen die abschreckende und blutige Abschlachtung von Robben vor.
PETA versucht sogar Städte zu überreden, ihre Namen zu ändern: Darunter Hamburg. Hier wurde der Name "Veggieburg" vorgeschlagen. Auch für Fischen (Stadt im Allgäu) gab es einen neuen Namensvorschlag: Wie wär's mit "Wandern".
Aktivistinnen sperren sich häufig in Käfige, …
… oder legen sich nackt auf die Straße, um das Leiden der Tiere zu verdeutlichen.
Wo PETA auftaucht, sind immer viele Menschen, um sich die Aktionen und Kampagnen anzusehen.
Trotz – oder gerade wegen – der krassen Sprüche und skurrilen Auftritte der Aktivisten sollte man manchmal vielleicht darüber nachdenken …
… was der Mensch dem Tier antut.

Der Protest von Tierschützern gegen die betäubungslose Kastration von Ferkeln zeigt Wirkung: Die Fastfoodketten McDonalds und Burger King wollen spätestens ab 2011 kein Fleisch von kastrierten Schweinen mehr verwenden. Das kündigten beide Unternehmen an. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte den Schritt als ersten Erfolg seiner Kampagne "Ferkelprotest". Tierschutz-Präsident Wolfgang Apel sagte: "Alle anderen Anbieter von Produkten mit Schweinefleisch sollten diesen Beispielen folgen."

McDonalds droht: Einkauf sonst im Ausland

Das deutsche Tierschutzgesetz erlaubt die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung, um eine durch Hormone verursachte Geschmacksbeeinträchtigung des Fleisches bei Ebern zu verhindern. In Landwirtschaft und Schweinezucht ist das derzeit gängige Praxis. Der Tierschutzbund verwies darauf, dass bereits Alternativen wie die EU-weit zugelassene Impfung gegen den Ebergeruch und die Betäubung mit dem Narkosegas Isofluran vorhanden seien. Sie könnten auch sofort eingesetzt werden.

"Wir gehen davon aus, dass die deutsche Landwirtschaft bis 2011 in der Lage sein wird, uns die benötigte Menge an Schweinefleisch von unkastrierten Tieren zur Verfügung zu stellen. Je früher, desto besser. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir die Produkte im Ausland einkaufen", erklärte Rudolf Ringhofer, verantwortlich für den Einkauf von McDonald's Deutschland. Bis zur Umstellung verwende McDonalds ausschließlich Schweinefleisch, das den Standards des QS- Prüfsystems entspricht. Es sieht unter anderem seit April 2009 verbindlich vor, bei der Ferkelkastration geeignete Schmerzmittel einzusetzen.

Jährlich 22 Millionen Ferkel kastriert

Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) habe zwar gehandelt, doch eine akzeptable Lösung sei es nicht, erklärte der Tierschutzbund. Die Ferkel, deren Fleisch unter dem QS-Siegel verkauft werde, erhielten ein Schmerzmittel gegen den Wundschmerz, dessen Wirkung sei jedoch zu schwach - außerdem erfolge die Kastration weiterhin betäubungslos.

Jährlich werden nach Angaben des Tierschutzbundes in Deutschland etwa 22 Millionen männliche Ferkel kastriert, um das Entstehen des typischen Ebergeruchs zu verhindern. Ohne Betäubung - bei vollem Bewusstsein und bei vollem Schmerzempfinden - werden den Ferkeln bis zum Alter von sieben Tagen operativ mit einem scharfen Messer beide Hoden entfernt.

(dpa, N24)

29.07.2009 17:56 Uhr

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