VW trotz Ergebniseinbruchs besser als Konkurrenz

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Volkswagen bleibt trotz Branchenkrise von roten Zahlen verschont.

VW hat sich im ersten Halbjahr trotz massiver Einbußen erfolgreich gegen die dramatische Branchenkrise gestemmt. Rückenwind durch die Abwrackprämie, eine breite Modellpalette und der Verkauf der Schwerlaster-Tochter retteten den Konzern im ersten Halbjahr 2009 vor roten Zahlen.

Der Konzerngewinn sank jedoch um mehr als 80 Prozent auf 494 Millionen Euro, wie VW am Donnerstag mitteilte. Damit schnitt Europas größter Autobauer aber deutlich besser ab als die Massenhersteller aus Frankreich.

Der französische Autobauer und Volkswagen-Rivale Renault verbuchte im ersten Halbjahr einen Verlust von 2,7 Milliarden Euro nach einem Gewinn von knapp 1,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Renault-Konkurrent PSA Peugeot Citroën hatte einen Nettoverlust von fast einer Milliarde Euro gemeldet - nach einem Plus von 733 Millionen Euro.

Mit Blick auf den Weltmarkt äußerte sich Renault optimistischer als zuvor: Der weltweite Autoabsatz dürfte demnach 2009 um 12 Prozent fallen. Bislang hatte Renault mit einem Rückgang um 15 Prozent gerechnet. In Europa werde sich der Rückgang dank der Abwrackprämien voraussichtlich auf acht Prozent beschränken. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Markt hier noch um 13,7 Prozent.

VW erwartet auf dem deutschen Markt im kommenden Jahr nach dem Auslaufen der Abwrackprämie einen möglicherweise radikalen Marktrückgang: Der deutsche Automarkt könnte von 3,7 Millionen Autos in diesem Jahr auf rund 2,7 Millionen Stück fallen, sagte VW-Vertriebsvorstand Detlef Wittig.

Autobauer wie Daimler und Porsche hatten in dieser Woche Milliardenverluste gemeldet. Die japanischen Autobauer Mazda Motor und Mitsubishi Motors verbuchten ebenfalls Verluste: Mazda musste im ersten Geschäftsquartal 2009/2010 (31. März) ein Minus von 21,52 Milliarden Yen (160 Mio Euro) hinnehmen. Bei Mitsubishi lag der Verlust bei 26,44 Milliarden Yen. Beide Autobauer meldeten auch stark sinkende Umsätze.

VW-Chef Martin Winterkorn betonte dagegen, der bisherige Jahresverlauf zeige, dass VW auch in der Krise mit dem Modell des Mehrmarkenkonzerns bestens gerüstet sei. Volkswagen habe deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt, der fast 18 Prozent im ersten Halbjahr verloren habe. «In einer besonders schwierigen Phase auf den internationalen Automobilmärkten ist es uns gelungen, wichtige Marktanteile zu gewinnen. Damit haben wir unsere Ausgangsposition auf dem Weg an die Spitze weiter verbessert», sagte der VW-Chef. Winterkorn hat sich zum Ziel gesetzt, Toyota zu überholen und der weltgrößte Autobauer zu werden.

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Großkonzern mit dem Sportwagenbauer Porsche konnte VW zudem seine finanzielle Basis stärken. Die Barreserven lägen mit 12,3 Milliarden Euro um 4,3 Milliarden Euro höher als Ende 2008. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent auf 51,2 Milliarden Euro.

Bei den weltweiten Auslieferungen verbuchte Volkswagen jedoch nur ein Minus von 4,4 Prozent auf 3,1 Millionen Autos. Im zweiten Quartal nahmen die Auslieferungen sogar um 1,4 Prozent auf 1,7 Millionen Autos zu. Neu eingeführte Modelle wie der VW Golf VI, Audi Q5, Škoda Superb und Seat Ibiza hätten erfreuliche Absatzzahlen erreicht.

Auch in der zweiten Jahreshälfte werde sich der Volkswagen-Konzern dem Abwärtstrend der Branche nicht entziehen können, heißt es in dem Zwischenbericht. Wegen «des äußerst schwachen Geschäfts» in den ersten sechs Monaten gehe Volkswagen unverändert davon aus, das Ergebnisniveau der Vorjahre nicht erreichen zu können. Allerdings erwarte VW weiter ein positives Ergebnis und wolle zudem erneut Marktanteile gewinnen.

Die weltweite Krise belastete die Entwicklung der einzelnen Marken seit Jahresbeginn erheblich: Absatz, Umsatz und Ergebnis gingen bei fast allen Pkw-Konzernmarken kräftige zurück. Bei der Kernmarke Volkswagen sank der Umsatz um 17,5 Prozent auf gut 31 Milliarden Euro zurück, das operative Ergebnis gab von 1,3 Milliarden Euro auf 216 Millionen Euro nach. Die weltweiten Auslieferungen konnte die Marke aber leicht um 2,2 Prozent steigern. Gute Geschäfte machte der Konzern vor allem in China, wo die Auslieferungen um 22,7 Prozent stiegen. In Deutschland legten sie um 18,5 Prozent zu.

Die VW-Tochter Audi erreichte bei einem Absatzrückgang um 13,6 Prozent weltweit immer noch ein Ergebnis von 823 Millionen Euro und trug damit trotz des Rückgangs um 36,6 Prozent entscheidend zum Gesamtergebnis bei. Die Luxusmarke Bentley rutschte in die roten Zahlen (minus 114 Millionen Euro), ebenso das spanische Sorgenkind Seat (minus 159 Millionen Euro), das sich erst im vorigen Jahr aus der Verlustzone befreit hatte.

Bei Renault brach der Umsatz im ersten Halbjahr um 24 Prozent auf 16 Milliarden Euro ein, bei PSA um knapp 22 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro.

(DPA)

30.07.2009 17:56 Uhr

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