Wegen eines Feuers in einer Chemiefabrik ist in Texas die Evakuierung einer ganzen Stadt mit 72.000 Einwohnern angeordnet worden. Die meisten, die die Stadt Bryan verlassen hatten, konnten jedoch noch zurückkehren, wie die Behörden mitteilten. Durch den Brand wurde giftiges Ammoniumnitrat freigesetzt, 34 Menschen wurden laut örtlichen Medien wegen Atembeschwerden im Krankenhaus behandelt.
Das Feuer war am Donnerstag nach Schweißarbeiten ausgebrochen, schwelte am Freitag jedoch weiter, weil Löscharbeiten nach Angaben der Stadtverwaltung für die Einsatzkräfte zu gefährlich gewesen wären. Die gesamte Stadt hatte nach dem Unfall unter einer orangefarbenen Rauchwolke gelegen. Der Aufruf, die rund 160 Kilometer von Houston entfernte Stadt Bryan zu verlassen, sei eine Vorsichtsmaßnahme, sagte Feuerchef Mike Donoho einer örtlichen Zeitung. Ammoniumnitrat sei eine "gefährliche Chemikalie".
Der Aufruf zum Verlassen der Häuser war allerdings nicht verpflichtend, viele Einwohner blieben einfach. Sie wurden von den Behörden aufgerufen, wenigstens Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Evakuierung verlief schrittweise. Im Sportstadion einer nahegelegenen Universität wurde eine Notunterkunft für die Bewohner von Bryan eingerichtet. Auf Bildern des örtlichen Fernsehsenders KBTX war zu sehen, dass sich dort etwa 250 Menschen versammelt hatten.
Laut KBTX war der Brand in der Chemiefabrik nach Schweißarbeiten ausgebrochen. Eine Lagerhalle mit großen Ammoniumnitrat-Vorräten geriet in Brand. Ammoniumnitrat entsteht durch die Mischung der beiden giftigen Stoffe Ammoniak und Salpetersäure. Bei 34 Menschen löste das freigesetzte Ammoniumnitrat Atembeschwerden aus, wie örtliche Medien berichteten. Sie wurden im Krankenhaus behandelt. Ernsthafte Gesundheitsbeschwerden wurden nicht gemeldet. Das Feuer solle wegen der gefährlichen Löscharbeiten einfach langsam herunterbrennen, sagte Kendall Kessel von der Stadtverwaltung.
(AFP)
31.07.2009 20:23 Uhr







