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Mensch, Pauli!

Aus für Freie Union wegen Formfehler

Weil Galionsfigur Gabriele Pauli ihr Kürzel auf einem wichtigen Dokument vergaß, darf die Freie Union nicht bei der Bundestagswahl antreten. Damit ist nicht nur ein politisches Projekt gescheitert.

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Irgendwas vergessen? Das Projekt Freie Union scheiterte ausgerechnet an einer fehlenden Unterschrift von Gabriele Pauli.
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Kader Loth, die ehemalige "Miss Penthouse", geht in die Poltik. Der Berliner Landesverband der Pauli-Partei Freie Union wählte sie - wie passend - zur Frauenbeauftragten. Einstimmig wurde beschlossen ...
... Kader Loth verstärkt das Team von Gabriele Pauli und ihrer neuen Partei.
Bisher erregte Loth eher mit freizügigen Fotos und Fernsehauftritten unter anderem in den Sendungen "Big Brother" und "Die Alm" Aufsehen. Doch wer weiß? Vielleicht ...
... bezaubert sie uns in Zukunft nicht bloß mit ihren Outfits, ...
... sondern hilft Deutschland womöglich sogar aus der Wirtschaftskrise ...? Mit den total flippigen Kreationen macht es ihr ...
... Gabriele Pauli bereits nach und kommt als sexy Engel verkleidet zur Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes. Dann fehlt ja ...
.. eigentlich nur noch eine im Bunde: Wenn nun auch noch Lady Gaga der Partei beiträte, wäre das Trio Infernal komplett. Doch auch in anderen Ländern Europas sind "Luder" in der politischen Riege vertreten. Ein tolles Beispiel ist ...
... Berlusconis Damenauswahl für das italienische Kabinett. Dass der ...
... italienische Ministerpräsident eine Schwäche für schöne Frauen hat, wussten wir bereits, doch dass er sich diese gleich ...
... zu seiner Rechten setzt, finden viele mehr als nur unangebracht. Eine von ihnen ist ...
... die Juristin Mariastella Gelmini. Sie ist die neue Forschungsministerin und seit vielen Jahren eine treue Berlusconi-Anhängerin.
Ein weiteres Mitglied des politischen Damen-Quartetts ist ...
... Giorgia Meloni, die neue Jugendministerin. Sie ist ...
... mit 31 Jahren die jüngste Ministerin aller Zeiten in Italien. Schaut sie deshalb hier ein bisschen wie ein Tamagotchi drein?
Die dritte im Bunde ist Stefania Prestigiacomo. Sie ist die neue Umweltministerin und ...
... hat bereits politische Erfahrung: Von 2001 bis 2006 war sie Ministerin für Gleichstellung, also die Vorgängerin ...
... von Mara Carfagna, einem ehemaligen Nacktmodell. Die 32-Jährige ist nun die neue Ministerin für Chancengleichheit. Doch trotz der reizenden Auswahl sollte erwähnt werden, ...
... dass Frauen in Berlusconis Kabinett Exoten sind: Gerade mal vier von 21 Ministern sind weiblich.
Das scheint dem "Kavalier" nicht genug. Er möchte, dass ...
... die Schauspielerin Eleonora Gaggioli ...
... für die Regierungspartei "Volk der Freiheit" (PDL) bei der Europawahl im kommenden Juni antritt. Doch die heutige Politik hat auch Luder der anderen Sorte zu bieten: Die Politiker-Gattinen. Allen voran ...
... ist da Carla Bruni.
Die Ehefrau des französischen Staatspräsidenten erregte vor allem ...
... durch ihre freizügigen Bilder Aufsehen und Empörung. Die Aufnahmen waren in den 90er Jahren entstanden, in denen ...
... Bruni als Model erfolgreich war. Doch Brunis Bilder wirken sehr geschmackvoll. 2002 wurde ...
... gegenüber folgender Lady noch sehr geschmackvoll: Djamila Rowe durch eine angebliche Affäre mit dem Schweizer Botschafter Thomas Borer-Fielding bekannt. Das deutsche Model iranischer Herkunft ...
... lieferte als einzigen "Beweis" für die Liaison ein Foto von sich posierend vor dem Botschaftsgebäude. Der verheiratete Botschafter verlor seinen Leumund und ...
... wurde daraufhin aus Berlin abberufen. Zumindest aber bleibt Djamila den Berlinern erhalten.

Gabriele Pauli ist auf ganzer Linie gescheitert: Aus der Traum von der großen Bürgerbewegung gegen die etablierten Parteien, die Berlin aufmischt. Bei der Bundestagswahl darf ihre gerade erst gegründete Freie Union nirgendwo antreten. Die Frau, die einst Edmund Stoiber stürzte und CSU-Vorsitzende werden wollte, ist politisch am Ende. Die Schuldige: Gabriele Pauli selbst. Denn in Bayern - dem einzigen Land, in dem sie überhaupt genügend Unterstützer hatte - fehlte ihre Unterschrift auf einem wichtigen Dokument. Die Landeswahlleitung in München blieb hart. Wegen dieses Formfehlers kann die Freie Union nicht einmal in Paulis Stammland antreten. Und auch als Einzelkandidatin in Nürnberg-Süd kann sie nicht antreten.

Nach der Parteigründung am 21. Juni hatte Pauli nur vier Wochen Zeit, um die nötigen Unterschriften zu sammeln. So gut wie alle ehemaligen Parteifreunde in der CSU prophezeiten, dass das schief gehen werde - und es ging schief. In Bayern reichte die Pauli-Partei den Antrag auf Zulassung zur Bundestagswahl am Abend des 23. Juli ein - fünf Minuten vor Ende der Abgabefrist. Pauli war selbst nicht anwesend. Sofort fiel auf, dass etwas fehlte: Paulis Unterschrift. "Die Unterlagen lagen um 17.55 Uhr vor, das war bis 18.00 Uhr nicht zu heilen", sagt Werner Kreuzholz von der Landeswahlleitung in München.

Stoiber gestürzt, in der CSU gescheitert

Das Aus setzt den Schlusspunkt unter die dreijährige Pauli-Saga. Ende 2006 wird die bis dahin ebenso unbekannte wie unauffällige Fürther CSU-Landrätin auf einen Schlag bundesweit berühmt. Sie wirft CSU-Chef Edmund Stoiber vor, sie bespitzeln zu lassen. Ein gutes Jahr später stürzt Stoiber, Pauli will seine Nachfolgerin als CSU-Chefin werden und scheitert. Sie wechselt zu den Freien Wählern und verhilft ihnen 2008 zum Einzug in den Bayerische Landtag.

Damit ist Pauli nicht zufrieden, sie hat Höheres im Sinn. Weil sie unbedingt bei der Bundestagswahl antreten und dafür ihre eigene Partei gründen will, werfen die Freien Wähler sie nach der Europawahl aus der Landtagsfraktion. Gut einen Monat später hat Pauli sich nun durch eigenes Verschulden aus dem Bundestags-Rennen geworfen. Sie kann nicht einmal auf eigene Faust als Direktkandidatin im Wahlkreis Nürnberg-Süd antreten, obwohl sie sich beworben hatte. Dafür wären 200 Unterstützer-Unterschriften nötig gewesen, die sie nicht vorweisen konnte. "Wir haben ihren Kreiswahl-Vorschlag zurückgewiesen", sagte der Nürnberger Kreiswahlleiter Wolf Schäfer.

Verwunderung über irrationale Auftritte

Die, die Pauli schon lange kennen, rätseln über ihre Wandlung von einer gestandenen CSU-Kommunalpolitikerin zur Chefin einer gescheiterten Exoten-Partei. "Das ist ein handwerklicher Fehler, wie es schlimmer nicht geht", sagt Karl Freller, CSU-Fraktionsvize im Landtag. Der Nürnberger kennt Pauli noch aus den Zeiten beim CSU-Nachwuchs in der Jungen Union. "Seit sie deutschlandweit zum Politstar wurde, ist da etwas aus dem Ruder gelaufen", meint Freller. Pauli sei eine gute Landrätin gewesen. "Aber seit Stoibers Rücktritt häufen sich die irrationalen Auftritte." Seine Vermutung: Pauli habe möglicherweise den Medien-Hype nicht verarbeitet.

Pauli gibt einem Parteifreund die Schuld: "Der bayerische Schriftführer hat auf mehrfache Nachfrage gesagt, dass alles Formale in Ordnung sei, dass unser Antrag steht, mit allen Voraussetzungen", sagte sie.

(dpa, N24)

31.07.2009 21:27 Uhr

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