Doch Doping bei Tour?

Etappensieger Astarloza positiv getestet

Die Tour de France endete irritierenderweise ohne einen Dopingfall. Nun, fünf Tage später, kommt wohl doch der erste Sünder ans Licht. Mikel Astarloza wurde positiv auf EPO getestet.

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Mikel Astarloza im Moment des Triumphs: Hat der Spanier beim Sieg der 16. Etappe der Tour de France geschummelt?
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So ein Affentheater.
Dosenöffner.
Die französische Bahn war schneller.
Crazy Fans.
Crazy Fans: Vermutlich aus Holland.
Frei nach Jürgen Drews: "Radler im Kornfeld ...".
Kunst am Fahrrad - von Mark Cavendish, britischer Supersprinter.
Kunst am Fahrrad - nach amerikanischer Lance-Armstrong-Art.
Frisch gewaschen? Aber ...
... natürlich!
Futtern wie bei Muttern.
"Radsportler sind so süß!"
Du hast die Haare schön!
Yeehaaaaaa!
Arc de Radsport-Triomphe.
Ja, ist denn heut schon Weihnachten?
"Mist, wieder daneben."
Doping für die Haare.
Die deutsche Stunde.
"Spieglein, Spieglein, an der Wand ..."
Puppenspieler.
Quadrad-isch, praktisch, gut.
Protest gegen niedrige Milchpreise?
Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh ...
Lady in red.
Straße nach Nirgendwo.
Früh übt sich, ...
... wer ein Tour-Sieger werden will.
Tschakka!
"Inglorious basterd"
Wo bitte, geht's zur nächsten Tour?
Sie sind der Meinung, das war? Spitze!
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Die Tour de France feiert ein Jubiläum: Vor 20 Jahren gab es die knappste Tour-Entscheidung der Geschichte. 1989 siegte Greg LeMond (r.) mit achr Sekunden Vorsprung vor Laurent Fignon (l.). Zeit, ein paar Rekorde in Bildern aufzulisten:
Erst zwei Jahre ist es her, dass Alberto Contador den Tour-Sieg feiern konnte - mit einem Abstand von 23 Sekunden zum Zweitplatzierten Australier Cadel Evans. Beide sind in diesem Jahr wieder am Start.
Dagegen gab es bis heute keinen klareren Gesamtsieg, als den von Maurice Garin 1903 - bei der ersten Tour de France. Er lag im Ziel 2:59:21 Stunden vor Lucien Pothier. 1952 brachte es Fausto Coppi (im Bild) immerhin auf 28:17 Minuten - vor Stan Ockers.
1946 hat Coppis großer italienischer Konkurrent und Landsmann Gino Bartali (l.) 26:16 Minuten Vorsprung auf dem Siegerpodest vor dem Belgier Alberic Schotte.
Eddy Merckx sammelte dagegen bis heute die meisten Etappensiege. Inklusive Zeitfahrerfolgen kam er auf 34 Etappensiege. Er wollte immer gewinnen - auch ein Grund ...
... für seinen Spitznamen im Peloton: "der Kannibale".
Der Franzose Bernard Hinault stand 28 Mal auf dem Siegerpodest, gefolgt von ...
... Andre Leducq, ebenfalls Franzose, mit 25 Etappenerfolgen. Er könnte in diesem Jahr aber von ...
... Dauersieger Lance Armstrong abgelöst werden. Der "Tourminator" sammelte bisher 22 Etappenerfolge.
Armstrong hält aber einen anderen einmaligen Rekord: Von 1999 bis 2005 gewann er als erster und einziger Fahrer in der Tour-de-France-Geschichte die Rundfahrt siebenmal in Folge. Zudem trug er bisher 83 Tage das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Nur ...
... Eddy Merckx (r.) schaffte mehr: 111 Tage durfte der Belgier das Gelbe Leibchen tragen. Bernard Hinault (l.) kommt immerhin auf 79 Tage in Gelb.
Der Amerikaner Armstrong fuhr auch die schnellsten drei Touren: 2005 betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 41,654 km/h, 2003 40,940 km/h und 2004 40,553 km/h.
Mario Cipollini (im Bild) fuhr 1999 die schnellste Tour-Etappe. Auf den 194,5 km von Laval nach Blois schaffte er ein Stundenmittel von 50,355. Schnellster in einem Zeitfahren war Greg LeMond 1989. Von Versailles nach Paris (24,5 km): 54,545 km/h.
Die Rekord-Distanz beträgt 5.745 Kilomter - auf sieben Etappen und wurde 1926 gefahren. Die kürzeste Tour gab es 1989 mit insgesamt 3.582 Kilometern auf 21 Etappen.
Der Niederländer Joop Zoetemelk nahm an 16 Frankreich-Rundfahrten teil und beendete alle - ebenfalls ein Rekord.
Das längste Solo der Tour-Geschichte geht auf das Konto des Franzosen Albert Bourlon. 1947 bestritt er in den Pyrenäen, von Carcassonne nach Luchon, 253 km in Alleinfahrt.
Der höchste Tour-Berg? Der 2.802 Meter hohe Col de la Bonette in den Alpen!
Jan Ullrich ist der erfolgreichste Deutsche bei der Tour. Er gewann sie als einziger Deutscher (1997) und fuhr 18 Tage im Gelben Trikot. Zudem ...
... gewann er drei Mal den Titel und das Weiße Trikot des Besten Jungprofis (1996-1998).
Immerhin zwei Mal der beste Nachwuchsfahrer im Tour-Peloton war Marco Pantani (1994, 1995). Der "Pirat" aus Italien hält dagegen einen "mythischen" Rekord: Er fuhr 1997 den magischen 13,8-km-Anstieg hinauf nach L'Alpe d'Huez in 37:35 Minuten.
Das rot-gepunktete Bergtrikot konnte Pantani, 1994 verstorben, aber nie gewinnen. Hier ist ein Franzose der Rekordhalter. Richard Virenque schaffte das Kunststück ...
... gleich sieben Mal. Kein Wunder, dass er mit Jessica Sow ein Topmodel an seiner Seite hat. Hinter ...
... Virenque folgt mit Federico Bahamontes ein Spanier. In den 50ern und 60ern gewann er sechs Mal die Bergwertung, der Belgier ...
... Lucien van Impe tat es ihm in den 70ern und 80er gleich.
Das Grüne Trikot des Punktbesten streifte sich in Paris der deutsche Ausnahmesprinter Erik Zabel am häufigsten über. Sechs Mal in Folge gelang ihm dieses Kunststück. Bis heute unerreicht. Auf Rang zwei dieser Wertung ...
... landet der Ire Sean Kelly. Vier Mal gewann er das Grüne Trikot. Erfolgreich war er in den 80er Jahren. Derzeit ist der ...
... Australie Robbie McEwen der Einzige, der Kelly bereits in diesem Jahr einholen kann. Er kommt auf bisher drei Siege in der Punktewertung.

Bei der Tour de France 2009 gab es keine positiven Proben, doch fünf Tage nach dem Ende auf den Champs-Élysées in Paris ist die Frankreich-Rundfahrt mit dem Thema Doping konfrontiert worden. Der Spanier Mikel Astarloza, der am 21. Juli die Bergankunft in Bourg-Saint-Maurice auf der 16. Etappe für sich entschieden hatte, ist vom Radsport-Weltverband wegen Dopingverdachts mit sofortiger Wirkung vorläufig gesperrt worden. Dem 29-Jährigen wurde nach Angaben der UCI bei einer Trainingskontrolle am 26. Juni und damit acht Tage vor Beginn der Tour die Einnahme des Blutdopingmittels EPO nachgewiesen. Astarloza hatte die Tour als Elfter mit 14 Minuten und 44 Sekunden Rückstand auf seinen Landsmann, Gesamtsieger Alberto Contador vom Team Astana, beendet.

Der Weltverband war vom Laboratorium der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Madrid von der positiven A-Probe Astarlozas informiert worden. Dem Fahrer vom Team Euskaltel-Euskadi droht nun die Streichung aus den Ergebnislisten. Es wird damit gerechnet, dass Astarloza die Öffnung der B-Probe beantragt. Der größte internationale Erfolg des Spaniers war 2003 der Gewinn der Tour Down Under in Australien.

Wiggins veröffentlicht Blutwerte freiwillig

Der wegen seiner enormen Leistungssteigerung in den Bergen unter Verdacht geratene Gesamt-Vierte Bradley Wiggins setzte unterdessen seine Ankündigung in die Tat um und veröffentlichte einige seiner Blutwerte. Sein Team Garmin verschickte drei Tabellen mit den Werten für die Hämoglobinkonzentration und den statistisch ermittelten "Off Score Wert". Die Tabellen umfassen die Zeiträume der Saison 2008, der Vorbereitungsphase der Tour 2009 und die Frankreich-Rundfahrt selbst. Bei allen Werten liege der ehemalige Bahnrad-Fahrer deutlich unter den früheren Grenzwerten der UCI.

"Auf den ersten Blick schaut das sehr normal aus", erklärte der Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel. "Schwankungen sind mit Wettkampfbelastungen zu erklären. Da hat man bei bestimmten Radsportlern und Triathleten schon ganz andere Zahlen gesehen."

Doping-Sperre gegen Riccò ausgeweitet

Allerdings räumte der Biochemiker vom Nürnberger Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung ein, man kenne die Umstände nicht, unter denen die Werte zustande kamen. Unter anderem "wäre es hilfreich, auch die Angaben über die Retikulozyten zu erhalten", sagte Sörgel. Die Information über die Anzahl der jungen roten Blutkörperchen veröffentlichte das Team Garmin nicht.

Als Konsequenz aus den Dopingfällen bei der Tour 2008 hat die UCI die Dopingsperre des Italieners Riccardo Riccò verlängert und ausgeweitet. Der 25 Jahre alte Bergspezialist wurde bis zum 17. Juli 2010 gesperrt. Riccò war während der Frankreich-Rundfahrt vor einem Jahr positiv auf CERA getestet und von der französischen Anti-Doping- Agentur AFLD für zwei Jahre gesperrt worden. Dieselbe Strafe sprach auch das Italienische Olympische Komitee CONI aus, wogegen Riccò beim Internationalen Sportschiedsgerichtshof CAS klagte. Der Radprofi erreichte dort eine Reduzierung seiner Sperre auf 20 Monate. Nach jenem Urteil des CAS hätte Riccò am 18. März 2010 und damit vor Beginn des Giro d'Italia wieder Rennen bestreiten können. Dieser Möglichkeit hat die UCI nun einen Riegel vorgeschoben. Der Weltverband weitete die Sperre zudem auf alle internationalen Rennen aus - die ursprünglich von der AFLD ausgesprochene Sperre galt nur für Rennen in Frankreich. Riccò kann nun erneut vor dem CAS Berufung einlegen.

(dpa, N24)

31.07.2009 18:58 Uhr

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