Isch kandidiere!
Horst Schlämmer will Kanzler werden
Er ist ein Mann aus dem Volk, seine Horst-Schlämmer-Partei (HSP) konservativ, links und liberal, "da ist für jeden was dabei". Folgerichtig ist Horst Schlämmers nächstes Ziel die Kanzlerkandidatur.
Im Scheinwerferlicht fühlt sich Horst Schlämmer offenbar wohl. Kein bisschen nervös scheint er zu sein, obwohl er von etwa 30 Kamerateams umgeben ist. Allein das spricht für sein Vorhaben "Isch kandidiere!", und zwar fürs Kanzleramt, und Kanzler sind schließlich auf großen Bühnen zu Hause.
"Hasenpower, Freunde!"
Horst Schlämmer hat in Berlin zur Pressekonferenz zusammengerufen, um sein Wahlprogramm vorzustellen. In seinem unverkennbaren Outfit – grauer Trenchcoat, große Hornbrille, das schwarze Täschchen auch im Sitzen ums Handgelenk geschlungen – stellt er sich den Fragen der Journalisten, seinen einstigen Kollegen. Er war selber jahrelang stellvertretender Chefredakteur des "Grevenbroicher Tagblatts". Und als Mann vom Fach weiß er auch, dass es gut tut, erst einmal die Stimmung aufzulockern: "Hasenpower, Freunde!"
"Gratis Solarium für alle"
Die Fragen nach dem Wahlprogramm beantwortet der Kanzler in spe schlagfertig und ohne zu zögern. Vor was sollte er auch Angst haben? Seine HSP-Partei stehe schließlich für "Gerechtigkeit insgesamt", daher sagt er ihr auch einen Wahlsieg mit "37 plus" voraus. Schaffen will Schlämmer das mit folgenden Wahlversprechen: Schönheitsoperationen auf Kassenrezept, "gratis Solarium für alle" und die Abschaffung der Flensburger Verkehrssünder-Kartei.
Arbeitsmarkt, Schweinegrippe und Kernkraft
Auch bei nationalen und internationalen Angelegenheiten beweist Schlämmer, dass er mitreden kann. Zum Thema Arbeitsmarkt etwa hat er genaue Vorstellungen, scheut sich aber auch nicht vor den Konsequenzen, falls er diese nicht erfüllt: "Wir sind konservativ, liberal und links. Ich verspreche Ihnen hier und heute, dass ich vier Millionen Arbeitsplätze nicht schaffen werde! Wenn ich das nicht erreiche, können Sie mich ruhig abwählen." Für die Infektionskrankheit, die momentan die ganze Welt in Atem hält, hat er zwar kein Patentrezept, aber auch hier bezieht er klar Stellung: "Wir sind gegen die Schweinegrippe - mit uns nicht, ein ganz klares Nein!" Ähnlich verhält es sich mit seiner Meinung zur Atomkraft: "Atom? Raus, alles raus, auch aus dem Ausstieg." Rechts und links von Schlämmer nicken und lächeln währenddessen sein Praktikant Ulle Polle alias Simon Gosejohann, der später Generalsekretär werden soll, und die "First Lady" Alexandra Kamp. Die Schauspieler spielen das "Politiktheater" um Horst Schlämmer aus gutem Grund mit.
"Wahlprogramm" ist Werbung für Kerkelings Kinofilm
Komiker Hape Kerkeling schickt zum Superwahljahr mit Horst Schlämmer eine seiner beliebtesten Figuren in den Wahlkampf. Vielmehr ins Kino. Denn die Pressekonferenz zu Horst Schlämmers Kanzlerkandidatur ist in Wahrheit nichts anderes als Werbung für Kerkelings neuen Film "Horst Schlämmer - Isch kandidiere!" Das Theater um den Wahlkampf nutzt Kerkeling dabei nicht nur zur Promotion, sondern ist auch Thema des Films: Hier schmeißt Horst Schlämmer seinen Job als stellvertretender Chefredakteur des "Grevenbroicher Tagblatts" hin, um höhere Ambitionen zu verwirklichen. Er gründet seine eigene Partei, die konservativ-liberal-linke Horst-Schlämmer-Partei (HSP). Sein Ziel: das Bundeskanzleramt. Die Politsatire, in der neben namhaften Politikern wie Jürgen Rüttgers (CDU) und Claudia Roth (Grüne) auch die Schauspieler Alexandra Kamp und Simon Gosejohann zu sehen sind, kommt am 20. August 2009 ins Kino. Produziert wurde er von Hape Kerkelings Lebensgefährten, dem Regisseur Angelo Colagrossi.
(Silvia Heger, dpa, AP, N24)
04.08.2009 15:29 Uhr





