Schweinegrippe-Impfung
Experten weisen auf Nebenwirkungen hin
Kopf- und Gliederschmerzen sowie Rötungen der Einstichstelle: Eine Impfung gegen die Schweinegrippe kann stärke Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung.
Die im Herbst geplante Schweinegrippen-Massenimpfung für rund 25 Millionen Menschen in Deutschland kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Darauf hat der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hingewiesen.
Grund ist, dass in dem neuen Impfstoff die Wirkstoffmenge pro Dosis drastisch verringert wird und zugleich beigemischte Verstärkersubstanzen die Wirkung künstlich erhöhen sollen. Nur so ist es laut Löwer möglich, sehr viel mehr Impfstoff-Portionen herzustellen als üblich, um wirklich alle Gefährdeten impfen zu können. "Denn: Es gibt weltweit Bedarf, die Produktionskapazitäten sind aber begrenzt", sagte Löwer.
Die beigemischten Verstärker (Adjuvanzen) können jedoch unerwünschte Nebeneffekte auslösen, wie Löwer sagte. Geimpfte müssen nach seinen Worten mit Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle rechnen sowie teilweise mit mehrtägigen Kopf- und Gliederschmerzen.
Das staatliche Paul-Ehrlich-Institut untersteht dem Bundesgesundheitsministerium. Es ist unter anderem zuständig für die Genehmigung klinischer Prüfungen und bestimmter Arzneimittelgruppen.
Löwer sprach sich dafür aus, auch Schwangere gegen die Schweinegrippe zu impfen. Alle bisher vorliegenden Daten zeigten, dass das H1N1-Virus bei ihnen "zu schweren Erkrankungen, Komplikationen und auch auffällig vielen Todesfällen führt", erklärte das Institut. Gleiches gelte für chronisch Kranke wie etwa Asthmatiker, Diabetiker und auch Fettleibige. Löwer sagte, es sei unproblematisch, sich im Herbst gleichzeitig gegen die Schweinegrippe und gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen.
Das Bundeskabinett will kommende Woche die Impfverordnung beschließen. Die am Robert-Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission wird bis September eine Empfehlung abgeben, die unter anderem die Risikogruppen genau festlegt.
Ziel der Bundesgesundheitsministeriums ist, dass jeder, der geimpft werden will, im Herbst auch geimpft werden kann. Nach den Plänen der Behörden sollen zunächst chronisch Kranke, Schwangere sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen, bei Feuerwehr und Polizei geimpft werden.
Die Bundesländer haben inzwischen rund 50 Millionen Dosen Impfstoff bestellt, der allerdings erst im Herbst bereitstehen soll. Damit sollen zunächst 30 Prozent der Bevölkerung geschützt werden. Geplant ist eine zweifache Impfung, um eine gute Wirkung zu erzielen. Die Kosten in Deutschland werden mit 500 bis 550 Millionen Euro veranschlagt.
(AP, N24)
06.08.2009 15:12 Uhr






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