Eon will sparen
Stellenabbau ohne Kündigungen
Eon will sparen. Die Maßnahmen zur Kostensenkung sind nicht neu. Der Energieriese setzt auf Stellenstreichungen. Bis 2012 soll es aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Der Energiekonzern Eon will jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen, aber bis Ende 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Das teilten die Eon-Unternehmensleitung und der Eon-Konzernbetriebsrat mit. Wie viel Stellen dem Sparprogramm zum Opfer fallen, wollten weder Betriebsrat noch Konzernleitung mitteilen. "Wir nennen keine Zahlen", sagte ein Unternehmenssprecher.
40.000 Beschäftigte allein in Deutschland
Eon beschäftigt derzeit weltweit rund 90.000 Mitarbeiter, davon 40.000 in Deutschland. Bis zum Jahr 2011 soll das mit dem Programm "PerformToWin" ausgerufene Sparziel ohne Abstriche erreicht werden. Besonders betroffen ist der Bereich Informationstechnologie. Gewerkschaften, Betriebsrat und Konzernspitze hatten den am Samstag vorgestellten Kompromiss wochenlang ausgehandelt.
Arbeitsplätze bleiben zunächst erhalten
Das Ergebnis sehe zunächst einen weitgehenden Erhalt der Arbeitsplätze und Ausbildungskapazitäten vor. Auch der Fortbestand geltender Tarifverträge sowie die betriebliche Altersversorgung wurden demnach gesichert. Als "kritisch" beurteilte ein Verdi-Sprecher die geplante Aufspaltung der IT-Tochter Eon IS GmbH und den geplanten Verkauf der IT-Infrastruktur. Davon betroffen seien mehr als 1000 Beschäftigte. Allerdings seien auch für diesen Fall bereits Mindestbedingungen geregelt, hieß es.
Vereinbarungen bis 2012 befristet
Alle Vereinbarungen gelten für die Umsetzung an den deutschen Standorten und Gesellschaften und sind bis zum 31. Dezember 2012 befristet, teilten Konzern und Betriebsrat in Düsseldorf mit. "Mit der jetzt erzielten Einigung haben wir einen gelungenen Kompromiss und wichtigen Erfolg erzielt", sagte Eon-Chef Wulf Bernotat laut Mitteilung. Das Sparprogramm sichere langfristig Arbeitsplätze.
"Nur mit motivierten Kolleginnen und Kollegen kann E.ON wieder auf Kurs gebracht werden. Dazu sollte die Verantwortung wieder in einem ausreichenden Maß dezentral, also vor Ort, wahrgenommen werden. In der Vergangenheit war das ein wesentliches Erfolgsrezept", sagte Eon- Betriebsratschef Hans Prüfer.
Die verhandelten Eckpunkte sehen neben dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen eine sozialverträglichen Personalabbau vor durch Altersteilzeit, Vorruhestand, Auslaufen befristeter Verträge, freiwilliges Ausscheiden mit Abfindung, natürliche Fluktuation sowie zumutbare Versetzungen und Weiterqualifizierungen bei alternativen Arbeitsplatzangeboten. An einem Konzern-Sozialplan werde gearbeitet.
(dpa, N24)
08.08.2009 15:53 Uhr








