Gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird wegen des Verdachts auf Börsen-Manipulation ermittelt. Auch sein früherer Finanzvorstand Holger Härter ist ins Visier der Justiz geraten.
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Die früheren Porsche-Topmanager Wendelin Wiedeking und Holger Härter sind im Zusammenhang mit der VW-Porsche-Fusion ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Porsche-Sprecher Frank Gaube bestätigte entsprechende Ermittlungen. Es gehe um den Verdacht der Marktmanipulation und der Verletzung aktienrechtlicher Publizitätspflichten, teilte Porsche weiter mit. Geschäftsräume seien durchsucht und "diverse geschäftliche Unterlagen" beschlagnahmt worden.
Gaube sagte weiter, sowohl das Unternehmen als auch Wiedeking und Härter würden mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und die Ermittlungen unterstützen. Man wolle "zu einer schnellen Aufklärung beitragen", sagte Gaube. In der Unternehmenserklärung hieß es zudem, Porsche weise die erhobenen Vorwürfe zurück.
"Auffälligkeiten in einem Teilkomplex"
Zum Hintergrund: Ende Oktober 2008 kündigte Porsche an, seinen Anteil an VW auf 75 Prozent aufstocken zu wollen. Der Kurs der VW-Aktie schoss daraufhin in die Höhe und stieg in nur zwei Tagen auf zeitweise mehr als 1.000 Euro. Bis Ende November fiel der VW-Kurs dann auf nur noch 270 Euro zurück, nachdem Porsche Optionen auf VW-Aktien aufgelöst hatte. Die Finanzaufsicht BaFin leitete damals wegen der Kurssprünge eine Untersuchung ein.
Jetzt sagte BaFin-Sprecherin Anja Engelland, diese Ermittlungen seien im Frühjahr 2009 eingestellt worden, weil sich keine Anhaltspunkte ergeben hätten. Doch: Ab Mai 2009 ermittelte die Finanzaufsicht erneut. Laut Engelland dauern diese Untersuchungen an. Da aber bereits "in einem Teilkomplex Auffälligkeiten gefunden wurden, haben wir diese bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart angezeigt". Worum es dabei genau geht, sagte Engelland nicht.
Interesse auch an neuen Kursturbulenzen
Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Claudia Krauth, bestätigte, dass wegen der BaFin-Anzeige Ermittlungen eingeleitet wurden. Es gehe um den Verdacht der Marktmanipulation und der Weitergabe von Insiderinformationen. Zudem berichtet die Tageszeitung "Welt", dass sich die BaFin auch mit den jüngsten Kursturbulenzen in den Volkswagen-Aktien beschäftigt.
"Wir schauen uns die Kursbewegungen der vergangenen Tage genau an", sagte eine Sprecherin dem Blatt. Ansatzpunkte seien Insiderhandel und Marktmanipulation. Dies beziehe sich sowohl auf die Stamm- als auch die Vorzugsaktien des Automobilkonzerns. Dies sei allerdings noch keine formelle Prüfung, wurde die Sprecherin weiter zitiert.