Tief verstört
Caster Semenya wollte Medaille ablehnen
Weiterer Wirbel um den Geschlechts-Test der 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya: Die Sportlerin selbst wollte die Siegerehrung boykottieren. Zudem erhebt ein ehemaliger Trainer schwere Vorwürfe.
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"Man hätte mich zu Hause in meinem Dorf lassen sollen": Mittelstreckenläuferin Caster Semenya kann den Wirbel um ihre Person nicht nachvollziehen.
Video: Leichtathletik-WM - Bolt-Gold auch über 200 Meter
Video: Leichtathletik-WM - Pressekonferenz von Steffi Nerius
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Berlin im Leichtathletikfieber: Das ist eher noch Wunschtraum als Wirklichkeit. Der nahezu Einzige, der sich fit präsentiert, ist Berlino - das Maskottchen der Leichtathletik-WM.
Einige Absagen von Medaillenkandidaten musste der deutsche Leichtathletik-Verband zuletzt verkraften, doch Hoffnungsträger gibt es in jedem Fall. Und - Berlino macht's vor - wir wollen sie jubeln sehen! Große Chancen dazu ...
... rechnet sich das deutsche Leichtathletik-Traumpaar Carolin Nytra und Sebastian Bayer aus. Vor allem der Weitspringer ...
... überzeugte in diesem Jahr. Bei der Hallen-EM setzt er 8,71 Meter in die Sandgrube - deutscher Rekord, Europarekord und nur acht Zentimeter hinter dem Weltrekord von Carl Lewis.
Bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm verbesserte der 23-Jährige seine Freiluftleistung auf 8,49 Meter. Sein Ziel bei der WM ist das Finale - wir sagen: Da geht noch mehr!
Zu kämpfen hatte dagegen seine Freundin, um überhaupt das WM-Ticket zu lösen. Erst Ende Juli beim Grand Prix in Monte Carlo unterbot Carolin Nytra die Qualifikationsnorm. Ein WM-Erfolg ...
... wäre für die Hürdensprinterin schon die Teilnahme am Endlauf. Ansonsten sind die Medaillenaussichten für deutsche Athleten ...
... in den Laufwettbewerben auf dem blauen Berliner Rund traditionell bescheiden bis nicht vorhanden. Die große Sprinthoffnung, ...
... "Cover Girl" Sina Schielke, ist nach ihrer Babypause und neuerlichen Verletzungen alles andere als in Form. Sie wird sich um Töchterchen Jaime kümmern - und die WM im Fernsehen anschauen.
Zumindest auf der Langstrecke war die deutsche Medaille fest eingeplant - bis kurz vor der WM. Marathonläuferin Irina Mikitenko wollte am Tag ihres 37. Geburtstags (23. August) Gold in Berlin holen. Doch dann die Hiobsbotschaft: ...
... Mikitenko traf der Tod ihres Vater vor wenigen Wochen so sehr, dass an Wettkämpfe derzeit nicht zu denken ist. Eine Woche vor der Weltmeisterschaft sagte sie ihre Teilnahme ab, jubeln wird in Berlin eine andere.
Ziemlich mau sieht's auch bei den Männern aus: Hier ruhen die Hoffnungen am ehesten noch auf 800-Meter-Neuling Robin Schembera, nachdem der Olympiasieger aus dem Jahr 2000, Nils Schumann (hinten), seine Karriere endgültig beendet hat.
Gold wäre für die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf ein etwas vermessenes Ziel, aber eine gute Platzierung sollte drin sein. Bei der letzten WM 2007 in Osaka ...
... überraschte sie mit Rang fünf, bei Olympia 2008 belegte sie Platz acht. Vielleicht geht in Berlin noch etwas mehr. Ganz bitter ist die Situation ...
... für ihren Mehrkampf-Kollegen, den Berliner Andre Niklaus. Der WM-Fünfte von 2007 wollte bei seiner Heim-WM groß auftrumpfen. Er muss allerdings verletzt passen.
Noch schlimmer sieht es bei den Stabhochspringern aus, die bekanntlich immer für eine Medaille gut sind bzw. waren. Danny Ecker konnte sich nicht qualifizieren und auch der Überflieger des Jahres 2008, ...
... Raphael Holzdeppe, kam in diesem Jahr nicht in Tritt. Er scheiterte bei der DLV-Gala in Wattenscheid zwei Mal an der Einstiegshöhe, brach dann den Wettkampf ab - und machte einen Haken unter die Saison.
Einzig verbliebener Hoffnungsträger ist Björn Otto: Er gewann jüngst das Inselspringen auf Norderney und zeigte sich damit fit für die WM. Wie er im Vergleich mit der Weltelite besteht, bleibt aber abzuwarten.
Sie fährt dagegen nach Berlin, um ihr WM-Trauma zu überwinden. In Osaka 2007 legte Silke Spiegelburg einen klassischen "Salto Nullo" hin - drei Mal scheiterte sie an ihrer Einstiegshöhe und schied aus. In diesem Jahr kratzte sie ...
... aber bereits am deutschen Rekord und rechnet sich bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land einiges aus. Das gilt umso mehr ...
... für Deutschlands Vorzeige-Hochspringerin Ariane Friedrich. Die flippige Sportlerin brachte früher ihren Trainer zur Verzweiflung, weil sie lieber in die Disco als auf den Trainingsplatz ging. Inzwischen arbeitet sie professioneller und vor allem ...
... erfolgreicher. Bei Olympia wurde sie siebte, in diesem Jahr ist sie die Nummer eins. Bei der Hallen-EM fuhr sie den ersten großen Titel ein, beim ISTAF entriss sie mit übersprungenen 2,06 Meter Hochsprunglegende Heike Henkel ...
... den deutschen Rekord. Mit Spannung erwartet wird nun Friedrichs Duell mit der amtierenden Weltmeisterin, der Kroatin Blanka Vlasic.
Hoch springen und sich vorne reinkatapultieren - das kann auch Raul Spank. Der Dresdner sprang sich in Peking erstmals ins Rampenlicht, wo er mit persönlicher Bestleistung (2,32 m) ...
... Fünfter wurde. Er gewann in diesem Jahr die DLV-Gala in Wattenscheid und schielt in Berlin auf eine Medaille.
Diskuswerfer Robert Harting dagegen hat schon eine olympische Silbermedaille und will nun auch bei der WM zuschlagen. Allerdings stiftete er schon im Vorfeld viel Verwirrung, stellte in einem Interview ...
... Gedanken über die Legalisierung des Dopings an. Hintergrund: Sein Trainer sieht sich mit Dopingvorwürfen aus DDR-Zeiten konfrontiert. Ob Harting das alles im Berliner Diskusring einfach ausblenden kann?
Das rabenschwarze letzte Jahr - ein enttäuschender Platz neun bei Olympia - will Hammerwerferin Betty Heidler vergessen machen und statt dessen lieber an ihren größten Triumph anküpfen: WM-Gold 2007 mit ...
... zwei Zentimetern Vorsprung. Heimspiel hat sie zudem: Die in Frankfurt/M. lebende 25-Jährige ist in Berlin geboren. Eine Medaille ist durchaus drin.
Einen weiten Satz in die Grube wünscht sich Bianca Kappler. Letztes Jahr plagte sie sich mit einer Achillessehnenverletzung, musste operiert werden. Nun ist sie wieder fit, ließ ...
... bislang aber noch Konstanz vermissen. Vielleicht geht ja in Berlin der Knoten wieder auf.
Zum Goldwurf könnte dagegen Steffi Nerius ansetzen: Die Speerwurf-Europameisterin von 2006 und Olympia-Fünfte von Peking träumt von ihrer siebten internationalen Medaille. Es wäre die Krönung zum Karriere-Ende für die 37-Jährige.
In dieser Saison zeigte sie sich in konstant guter Form: Dreimal bezwang sie bereits ihre ärgste Konkurrentin aus dem eigenen Lager, ...
... Christina Obergföll. Diese haderte bislang mit sich und ihrer Leistung und beschwerte sich zuletzt lautstark über die schlechte Vermarktung der Leichtathletik-WM. In einem ihrer letzten Wettkämpfe vor der WM blieb sie ...
... zehn Meter unter ihrem Europarekord (70,03 Meter), den sie bei der WM 2005 in Helsinki aufgestellt und damit den großen Durchbruch geschafft hatte. Im letzten Jahr gewann sie Bronze bei Olympia ...
... und holte damit die einzige Olympia-Medaille für die deutschen Leichtathleten. Ihr Trainer hofft, dass sie bis zur WM das Gefühl für den Speer doch noch wiederfindet. Apropos Gefühl. Das wird bei ...
... der "Diskus-Oma" ganz groß sein. Die Heim-WM soll einer der letzten Wettkämpfe für die 41-jährige Diskuswerferin Franka Dietzsch werden. Dafür hat sie sich ...
... noch einmal richtig geschunden. Verletzungsbedingt musste sie letztes Jahr die Olympia-Teilnahme absagen, auch hinter dieser Saison steht bisher ein großes Fragezeichen. Dass es für eine WM-Medaille reicht, ...
... ist zwar eher unwahrscheinlich. Insgesamt sollte die Ausbeute der deutschen Athlethen im Vergleich zu den Olympischen Spielen aber doch deutlich steigen.
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Diese Fingernägel sind für sich schon ein WM-Superlativ, doch die dazugehörige Sportlerin ist es auch. Die amerikanische Sprinterin Gail Devers ...
... ist die Frau mit den meisten WM-Siegen. Zwischen 1993 und 1999 heimste sie derer fünf ein. Die meisten Weltmeisterschaftsmedaillen nahm degagen ihre ...
... Dauerrivalin Merlene Ottey mit nach Hause. Insgesamt 14 Medaillen (3 x Gold, 4 x Silber, 7 x Bronze) ...
... gewann die Sprinterin aus Jamaika bei Weltmeisterschaften. Eine der bittersten Niederlagen setzte es für sie bei der WM 1993 in Stuttgart, als sich Ottey (l.) der neuen Weltmeisterin Gail Devers (r.) um weniger als Nasenlänge ...
... geschlagen geben musste. Die älteste WM-Teilnehmerin ist Ottey übrigens auch: Bei der WM 2007 in Osaka startete sie im Alter von 47 Jahren über 100 Meter - inzwischen für Slowenien. Sie musste ...
... aber bereits im Vorlauf die Segel streichen - und einsehen, dass sie ihren Leistungszenit weit überschritten hatte. Den Titel "Frau mit den meisten WM-Starts" konnte sie auch nicht mehr erringen, denn diesen ...
... hat sich bereits die deutsche Diskus-Queen Franka Dietzsch (Foto von 1997) gesichert. Neun Mal nahm die Neubrandenburgerin zwischen 1991 und 2007 an Weltmeisterschaften teil und es soll eine weitere ...
... hinzukommen. Bei der Heim-WM in Berlin will die 41-Jährige noch einmal zum großen Wurf ansetzen - danach ist aber Schluss mit dem Leistungssport. Heißt es.
Auf neun WM-Teilnahmen kann allerdings auch 800-Meter-Spezialistin Mario Mutalo aus Mosambik zurückblicken. Sie hat ihre Karriere ebenso bereits beendet wie ...
... die deutsche Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss. Sie fuhr die meisten WM-Siege in Folge ein. Bei den drei Weltmeisterschaften zwischen 1995 und 1999 gab es keine, ...
... die ihr das Wasser reichen konnte. Olympiagold 1996 in Atlanta setzte dieser Siegesserie die Krone auf.
Auch Carolina Klüft blickt auf drei WM-Siege in Serie zurück. Zwischen 2003 und 2007 war die Schwedin das Maß der Dinge im Mehrkampf. Noch einen Titel wird sie 2009 aber nicht draufsetzen: Ihre Karriere ...
... im Siebenkampf hat sie beendet und versucht es nun ausschließlich in der Sprunggrube. Allerdings ist sie verletzt und kann in Berlin gar nicht antreten.
Auf lange Zeit unerreicht wird in jedem Fall der männliche WM-Seriensieger sein. Der Ukrainer Sergej Bubka räumte von 1983 bis 1997 alle sechs WM-Titel im Stabhochsprung in Folge ab. Er verbesserte insgesamt 35 Mal den Weltrekord und schaffte ...
... 43 Sprünge über die Sechs-Meter-Marke. Mit 6,14 Meter hält der inzwischen 46-Jährige weiterhin den Weltrekord im Stabhochsprung.
Die meisten WM-Siege holte sich kein geringer als der "Leichtathlet des Jahrhunderts": Carl Lewis. 13 Jahre lang dominierte der Sprinter und Weitspringer das Wettkampfgeschehen, ...
... von 1983 bis 1991 fuhr er acht Siege bei Weltmeisterschaften ein. Gleichzeitig ist er auch Rekordhalter bei der Zahl der WM-Medaillen: Zu seinen ...
... acht Titeln kamen eine Silber- und eine Bronzemedaille hinzu. Dieser Erfolgsbilanz steht sein ...
... Sprinterkollege Michael Johnson in nichts nach. Mit seinem unvergleichlichen, gestreckten Laufstil fegte er über die Tartanbahnen und holte, ...
... sich zwischen 1991 und 1999 sogar neun Weltmeistertitel. Erfolgreich war er dabei über 200 und 400 Meter sowie mit der 4 x 400-Meter-Staffel. Die meisten WM-Teilnahmen hat aber ...
... ein weniger bekannter Athlet auf dem Konto: Der kanadische Geher Tim Berrett (l.) war zwischen 1991 und 2007 neun Mal bei Weltmeisterschaften am Start - ein Medaillengewinn gelang ihm allerdings nicht.
Die letzte Leichtathletik-WM in Deutschland - 1993 in Stuttgart - war gleichzeitig die WM der Weltrekorde. In fünf Disziplinen fiel die weltweite Bestmarke, unter anderem ...
... im 110-Meter-Hürdensprint. Der Rekord von 12,91 Sekunden, aufgestellt vom Briten Colin Jackson, hielt bis zum Jahr 2004.
Nun läuft die WM in Berlin: Zeit für neue historische Rekordwerte in der deutschen Hauptstadt.
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Das ist einfach unfassbar: Jamaikas Top-Sprinter pulverisiert bei der Leichtathletik-WM in Berlin seinen eigenen Weltrekord. In sagenhaften 9,58 Sekunden ...
... spurtet der Show-Meister allen - und vor allem seinem härtesten Konkurrenten Tyson Gay - davon.
Der Rekordrenner liefert dem Publikum das, was es sich von seinem Auftritt versprochen hatte: eine sportliche Höchstleistung und ...
... die dazugehörige Unterhaltungseinlage (Bolt beim Siegestänzchen mit Landsmann und Bronze-Gewinner Asafa Powell).
Was bleibt ist zunächst einmal Staunen - und Zweifel: Lag es nur am Schuhwerk? Die Doping-Diskussionen werden wieder entbrennen, ebenso wie ...
... nach Bolts Weltrekord bei den Olympischen Spielen in Peking: Damals hatte er mit 9,69 Sekunden das Fachpublikum verblüfft.
Der Jungspund ließ auch damals seiner Konkurrenz keine Chance. Bereits nach 80 Metern verlangsamte der Sprinter und trudelte sein Rennen aus.
Sein Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Richard Thompson aus Trinidad und Tobago (9,89 Sekunden) und dem Dritten Walter Dix aus den USA mit 9,91 Sekunden war enorm, wie das Zielfoto beweist.
Nach dem historischen Triumph schnappte sich Bolt, auch "Lightning Bolt" ob seiner Schnelligkeit gennant, eine Flagge seines Heimatlandes und...
... seine Schuhe und startete die obligatorische Ehrenrunde im olympischen "Vogelnest" in Peking.
Bolt hatte erst rund zehn Wochen vor Olympia den Weltrekord über die 100-m-Strecke verbessert. Er gehört seitdem zum elitären Klub der "Schnellsten Männer der Welt".
Einer der bekanntesten Sprinter war Jesse Owens (USA), Olympiasieger 1936 in Berlin mit 10,2 Sekunden - Weltrekord. 1935 war ihm das Kunststück gelungen, fünf Mal Weltrekord innerhalb von nur 45 Minuten zu laufen.
Auch ein Deutscher ist in der 100-m-Bestenliste vertreten. Sein Name: Armin Hary. Er brauchte für die Strecke 1960 in Zürich 10,0 Sekunden.
Unter zehn Sekunden schaffte Jim Hines die Sprintstrecke 1968 in Sacramento. Die Zeit des US-Amerikaners wurde bei 9,95 Sekunden gestoppt.
Carl Lewis (USA) stellte mehrere Weltrekorde über die 100-m-Distanz auf. Der vom Welt-Leichtathletik-Verband IAAF als "Sportler des Jahrhunderts" geehrte Lewis erzielte seine Bestzeit 1991 in Tokio mit 9,86 Sekunden.
1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul hatte Lewis bereits den Rekord auf 9,92 Sekunden geschraubt. Lewis gewann insgesamt zehn olympische Medaillen (9 x Gold, 1 x Silber).
Lewis' Landsmann Leroy Burrell entriss ihm den Weltrekord zwei Mal: 1991 verbesserte er die Weltbestzeit auf 9,90 Sekunden, 1994 lief Burrell in Lausanne 9,85 Sekunden.
9,84 Sekunden benötigte der Kanadier Donovan Bailey für die 100 m. Er stellte den Rekord bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta auf.
Der erste Mann unter der als "magisch" angesehenen Marke von 9,80 Sekunden war der US-Amerikaner Maurice Greene. 9,79 Sekunden 1999 in Athen.
Die 9,78 Sekunden von Tim Montgomery wurden ebenso als Weltrekord-Zeit annulliert, wie...
... die 9,83 (1987) und 9,79 Sekunden (1988) des Kanadiers Ben Johnson (l.) und die 9,77 Sekunden vion Justin Gatlin (USA/2006). Der Grund dafür hieß Doping.
Die neue Sprintmacht heißt nun nicht mehr USA, sondern Jamaika.
Spätestens in Peking hatte die Ära des "Lightning Bolt" begonnen. Das unterstrich der 22-Jährige in Berlin noch einmal eindrucksvoll.
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Der kanadische Ex-Sprinter Ben Johnson galt – genauso wie sein größter Konkurrent Carl Lewis – als Ausnahmeathlet. 1988 kann Johnson Lewis bei den Olympischen Spielen in Seoul im 100-Meter-Lauf schlagen. Allerdings wird bei ihm kurz darauf …
… die Einnahme des muskelaufbauenden anabolen Steroids Stanozonol nachgewiesen. Die Sportwelt ist erschüttert. Johnson muss seine Goldmedaille an Lewis abtreten und wird zwei Jahre lang von Wettkämpfen ausgeschlossen.
Unwissentliches Doping-Opfer: Die frühere DDR-Athletin Heidi Krieger - 1986 Europameisterin im Kugelstoßen – wird seit ihrer Jugend im Rahmen des DDR-Dopingsystems so stark mit androgenen Hormonen versorgt, dass sich ihr Körper verändert.
Krieger unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung, wird zu "Andreas". Mit anderen betroffenen Sportlern tritt er im Jahr 2000 gegen den ehemaligen ostdeutschen Sportchef Manfred Ewald als Nebekläger auf. Ewald wird zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Doping konnte ihr nie nachgewiesen werden, verstummen wollten die Gerüchte diesbezüglich aber nie. Als Florence Griffith Joyner 1998 unerwartet stirbt, heizt ihr Tod die Spekulationen wieder an.
"Die schnellste Frau der Welt" hält seit 1988 mit 10,49 und 21,34 Sekunden bis heute die Weltrekorde im 100- und 200-Meter-Lauf bei den Frauen. Mit Charme, Schönheit und Extravaganz – ihr Markenzeichen waren ihre bunt bemalten Fingernägel - wurde sie ...
... zum Publikumsliebling der USA. Gerüchte, dass ihre enorme Zunahme an Muskelmasse mit der Einnahme von Anabolika und Wachstumshormone zusammenhing, hielten sich hartnäckig.
Allerdings wurde sie niemals positiv getestet.
Da strahlte sie noch – später wurde sie als erste Sportlerin im Zusammenhang mit Doping zu einer Haftstrafe verurteilt: Ex-Weltklasse-Sprinterin Marion Jones bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2004 in Athen nach ihrem Sieg über 100 Meter.
Vier Jahre zuvor hatte die Amerikanerin bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 fünf Medaillen geholt – der Höhepunkt ihrer Sportlerkarriere. Diese fand 2007 ein Ende, als Jones vor dem US-Bundesgericht zugab, zwei Jahre lang Steroide genommen zu haben
Die Vorwürfe hatte sie 2003 vor einem Untersuchungsausschuss noch abgestritten. Wegen zweimaliger Falschaussage wird Jones zu einer sechsmonatigen Haftstrafe und 800 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ihre Medaillen werden ihr abgesprochen.
Sein Fall ging als die "Zahnpasta-Affäre" in die Geschichte ein. Dem Langstreckenläufer Dieter Baumann wurde 1999 bei einer Dopingkontrolle die Substanz Nadrolon nachgewiesen. Baumann, als vehementer Gegner des Dopings bekannt, beteuerte seine Unschuld.
In der Tat wurden in einer präparierten Zahnpastatube Baumanns anabole Steroide gefunden, eine von ihm eingereichte Haarprobe ist ohne Befund. Der deutsche Leichtathletik-Verband sprach den Olympiasieger von 1992 vom Vorwurf des Dopings frei.
Allerdings sperrt ihn der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF bis Januar 2002. Danach wird Baumann 2002 noch einmal Vize-Europameister über 10.000 Meter, beendet ein Jahr später seine Karriere. Mittlerweile arbeitet er als Kabarettist.
Dreifache Europameisterin in Split 1990, ein Jahr später Doppel-Gold im 100- und 200- Meter-Lauf bei den Weltmeisterschaften in Tokio. Die Kurzstreckenläuferin Katrin Krabbe legte eine 1A-Sportlerkarriere hin.
1992 dann der Skandal: Eine Urinprobe überführt Krabbe der Einnahme des Dopingmittels Clenbuterol. Das Medikament steht zu der Zeit zwar noch nicht auf der offiziellen Dopingliste, trotzdem sperrt der Deutsche-Leichtathletik-Verband Krabbe für ein Jahr.
Wegen unsportlichen Verhaltens wird die Sperre von der IAAF bis August 1995 verlängert. Krabbes Karriere ist beendet. 2001 verpflichtet das Landgericht München die IAAF, Krabbe einen Schadensersatz in Höhe von 1,2 Millionen Mark zu zahlen.
Jan Ullrich, Tour-Sieger von 1997, verursacht 2002 einen Unfall unter Alkoholeinfluss. Im Anschluss wird er auch auf Amphetamine positiv getestet und für sechs Monate gesperrt. Ullrich führt den Befund auf die Einnahme von Ecstasy in einer Disco zurück.
Bis heute bestreitet Ullrich Vorwürfe, in den spanischen Dopingskandal kurz vor der Tour de France 2006 verwickelt zu sein. Nachdem Ullrich mit dem Arzt Eufemiano Fuentes, der mehrere Sportler gedopet haben soll, in Verbindung gebracht wird, ...
… wird der Radfahrer von der Tour ausgeschlossen. 2007 beendet er seine Laufbahn als professioneller Radfahrer, ein Jahr später wird das Doping-Verfahren gegen ihn eingestellt.
Stolz zeigt US-Sprinter Justin Gatlin bei den Weltmeisterschaften in Helsinki 2005 seine Goldmedaille. Ein Jahr später wird der Olympiasieger und Ex-Weltrekordler über 100 Meter wegen wiederholten Dopings zu einer achtjährigen Sperre verurteit.
Mittlerweile wurde die Sperre auf vier Jahre bis 2010 reduziert. Sein einstiger Weltrekord über 100 Meter wurde annuliert, ebenso wie seine Wettkampfergebnisse seit dem positiven Dopingtest 2006.
Ihr Fall beherrschte erst vor kurzem wieder die Schlagzeilen: Wegen erhöhter Blutwerte, aber ohne positiven Befunde für zwei Jahre gesperrt, darf Claudia Pechstein derzeit nicht an offiziellen Trainingsmaßnahmen teilnehmen.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS wird voraussichtlich bis Mitte August über den Eilantrag der gesperrten Eisschnelllauf-Olympiasiegerin über die Rückkehr ins Training entscheiden.
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Die südafrikanische Läuferin Caster Semenya wollte nach ihrem WM-Sieg über 800 Meter die Goldmedaille zunächst ablehnen. Das berichtet die südafrikanische "Times". Aus Protest über den angeordneten Geschlechts-Test habe sie nicht zur Siegerehrung gehen wollen, wurde aber nach Angaben der Zeitung vom Vorsitzenden des nationalen Leichtathletik-Verbandes, Leonard Chuene, umgestimmt.
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"Sie erklärte mir, nicht aufs Podium gehen zu wollen, doch ich habe ihr gesagt, sie müsse es tun", sagte Chuene und fügte an: "Sie sagte mir: 'Niemand hat mir je erklärt, dass ich keine Frau sei... Ich bin kein Junge! Warum hat man mich hierher gebracht - man hätte mich zu Hause in meinem Dorf lassen sollen'."
Auch der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) von Nelson Mandela reihte sich in die Kritik ein und sprach von einer "traumatischen Erfahrung" für die 18 Jahre alte Sportlerin. "Was passiert ist, ist die erniedrigendste Erfahrung, die je einem internationalen Sportler zu Teil wurde... Wir haben Caster gebeten, die Medaille für alle von uns in Südafrika anzunehmen", sagte ANC-Sprecher Brian Sokutu nach Medienberichten. Ihr Vater Jacob betonte jedoch: "Wir werden es nicht akzeptieren, dass sie sich diesen Tests unterzieht und wir sind mit ihr einer Meinung: Sie hätte diese Medaille besser ablehnen sollen!"
Semenya, die am kommenden Dienstag in ihre Heimat zurückkehren wird, hatte am Mittwoch den WM-Titel über 800 Meter in der Weltjahresbestzeit von 1:55,45 Minuten gewonnen. Sie musste sich aber einem Geschlechts-Test unterziehen, obwohl ihr Trainer und der nationale Leichtathletik-Verband erklärten, sie seien nicht darüber informiert gewesen. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchung sollen innerhalb einer Woche vorliegen.
Ehemaliger Trainer will wissen: Sie ist ein Zwitter Unterdessen berichtet die Schweizer Zeitung Blick unter Berufung auf einen ehemaligen Trainer, der lange in Südafrika tätig war, dass Caster Semenya nachweislich ein Zwitter mit der Chromosomen-Kombination XY - ein sogenannter Hermaphrodit sei. "Südafrika hat die Tests bereits im März gemacht. Das Ergebnis ist klar. Semenya hätte bei der WM in Berlin nicht bei den Frauen starten dürfen. Doch ihre Funktionäre haben voll auf die Karte Risiko gesetzt."
Der ungenannte Informant behauptet, Südafrikas deutscher Cheftrainer Ekkart Arbeit sei an der mutmaßlichen Manipulation beteiligt gewesen: "Er hat genau gewusst, was zu tun war, dass Semenya bei ihren bisherigen Wettkämpfen stets durchgekommen ist", sagt er. Ihr Testosteronspiegel werde mit Medikamenten so eingestellt, dass sie bei Doping-Kontrollen nicht als Mann auffalle.
Arbeit, vorletzter Chefcoach der DDR-Leichtathleten mit Wohnsitz in Berlin, bestritt die Vorwürfe: "Alles Quatsch. Das ist frech, wenn man nicht mal den Namen der imaginären Quelle nennt", sagte er. Er werde sich hüten, in irgendeiner Form Aussagen zu machen: "Ich weiß von nichts."
Hermaphroditen haben nicht eindeutige körperliche Geschlechtsmerkmale. Sie sind intersexuell. Das Geschlechtsorgan ist häufig verformt - trotzdem ist die Bestimmung des Geschlechts in den meisten Fällen nicht visuell möglich.
(dpa, N24)
21.08.2009 13:39 Uhr