Nachsitzen für Harting
Diskus-Weltmeister muss zum Medientraining
Mit unüberlegten Äußerungen zu den DDR-Dopingopfern hatte sich Robert Harting vor seinem Titelgewinn ins Abseits befördert. Um solche Entgleisungen künftig zu vermeiden soll er zum Medientraining.
Diskus-Weltmeister Robert Harting muss nach seinen Verbal-Attacken gegen DDR-Doping-Opfer und Funktionäre noch mal die "Schulbank" drücken. "Er wird ein zusätzliches Medientraining auf Anregung des Verteidigungsministers bekommen", sagte Eike Emrich, der Vize-Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Harting ist Sportsoldat bei der Bundeswehr, Minister Franz Josef Jung (CDU) sein oberster Dienstherr. Mit seinen öffentlichen Äußerungen und auch mit Angriffen gegen die DLV-Spitze hatte Harting während der Weltmeisterschaft für Schlagzeilen gesorgt.
"Ich werde ein Gespräch mit Robert Harting führen", sagte Oberstabsfeldwebel Walter Hettinger, Leiter seiner Sportfördergruppe, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Eine Disziplinarmaßnahme werde es nicht geben. "Es geht nur darum, ihn zu belehren, er ist schließlich ein Repräsentant der Bundeswehr, sein Verhalten gegenüber dem Verband, den Medien und der Öffentlichkeit war nicht in Ordnung", so Hettinger.
Harting auf dem Prüfstand
Emrich betonte, man habe mit Harting viele Gespräche geführt. Zwischen der Mannschaftsleitung um Emrich und DLV-Präsident Clemens Prokop herrscht derzeit noch Uneinigkeit, wie mit Harting umgegangen werden soll. "Der Start ist von der Mannschaftsleitung zugelassen worden. Ich bin Chef des WM-Organisationskomitees und war in die Entscheidung nicht involviert", sagte Prokop in einem Interview mit der "Berliner Zeitung".
Auf die Frage, ob Harting als Titelverteidiger mit seiner Wildcard an der WM 2011 in Daegu/Südkorea auch ohne DLV-Mandat teilnehmen könne, meinte der Jurist: "Ob ein Weltmeister Mitglied in irgendeiner Nationalmannschaft sein muss, kann ich im Moment nicht sagen." Prokop hatte schon zuvor betont, dass für ihn die Geschichte "nicht erledigt" ist und Harting in der nächsten Zeit auf dem Prüfstand stehe. Nach der WM werde man sich zusammensetzen.
Emrichs Standpunkt lautet hingegen: "Warum sollte ich einen jungen Menschen bestrafen, der sich noch entwickelt? Auch in seiner Vorbildfunktion wird er sich in der nächsten Zeit entwickeln und jene Größe erreichen, die er im Diskus-Ring schon erreicht hat." Harting hatte sich für seine Entgleisung entschuldigt und geht davon aus, dass er keine Konsequenzen zu befürchten hat.
(dpa, N24)
22.08.2009 12:12 Uhr







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