Fruchtige Tankfüllung

Biosprit aus Wassermelonen

Pack die Melone in den Tank: US-Forscher haben einen effizienten Weg gefunden, aus Wassermelonen Biosprit zu gewinnen.

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Erfrischend, gesund und ein Energiebündel im wahrsten Wortsinn: Wassermelonen könnten künftig landwirtschaftliche Maschinen antreiben.
Was Forscher so alles erforschen! Britische Wissenschaftler haben eine Rangliste erstellt: Welche Erfindungen prägen unser Leben am meisten? Rang 10: Vom Schlabber-Outfit zum Modehit. Giorgio Armani ergänzt Ballonhosen mit Schiebermützen. Die Jogginghose!
Platz 9 für das Süppchen auf die Schnelle oder den Fortschritt, nicht ewig auf Gefrorenes warten zu müssen: In vielen Küchen ist die Mikrowelle längst zu Hause.
Ob Master oder Visa, wer mag schon lose Scheinchen mit sich herumtragen? Platz 8 für unser heiß geliebtes Plastikgeld: Die Kreditkarte.
Sagen wir es mal mit 160 Zeichen oder weniger: SMS sind nicht mehr wegzudenken. Platz 7!
Ob Facebook oder Xing - manch einer hätte ohne die Nummer 6 überhaupt keine Freunde mehr: Soziale Netzwerke.
Auch der spanische Formel-1-Fahrer Fernando Alonso (v) ist scheinbar der Meinung, dass die Playstation Platz 5 verdient hat.
Hier wird nicht vor, sondern fürs Fernsehen gegessen. Doch auf Platz vier steht: Spachteln vor der Glotze.
Wenn nicht gerade Umweltschützer und Globalisierungsgegner gegen Konsumwahn protestieren, steht der Strichcode auf Platz 3 der Erfindungen, die unsere Leben nachhaltig verändern.
Auf dem 2. Platz: der Walkman. Im Bild das Ur-Modell von Sony. Obwohl noch recht groß und klobig, sorgte er 1979 schon bei seinen Besitzern für viel Schwung. Heute haben winzige MP3-Player den Walkman längst abgelöst.
Platz 1 für das GPS! Nicht jeder benötigt es, wie Achill Moser (im Bild) bewies. Er durchquerte die Sahara. Den Weg wiesen ihm nur die Sterne und ein einfacher Handkompass.

In den USA werden jedes Jahr rund 20 Prozent der Melonenernte aussortiert, schreiben Wayne Fish vom staatlichen Agrarforschungslabor in Lane (US-Staat Oklahoma) und seine Kollegen im britischen Fachjournal "Biotechnology for Biofuels". Früchte mit Makeln in der Oberfläche oder in der Form werden einfach untergepflügt. Dieser Ausschuss könnte jedoch etwa 220 Liter Ethanol pro Hektar Anbaufläche liefern, erläutern die Forscher.

Wassermelonen (Citrullus vulgaris) bestehen im Schnitt zu 60 Prozent aus Fruchtfleisch. 90 Prozent des Fruchtfleischs ist Melonensaft, der 7 bis 10 Prozent Zucker enthält. Mehr als die Hälfte jeder Melone bestehe aus leicht fermentierbarer Flüssigkeit, schreiben die Wissenschaftler. Pro Hektar fallen in den USA demnach jedes Jahr 8,4 Tonnen unverkäufliche Wassermelonen an. Bei der Fermentierung im Labor erzielten die Forscher etwa 0,4 Gramm Ethanol pro Gramm Zucker im Melonensaft.

"Wir konnten zeigen, dass der Saft dieser Melonen eine Quelle leicht fermentierbarer Zucker ist, ein bislang ungenutzter Rohstoff für die Ethanol-Biotreibstoffproduktion", erläutert Fish. Mit dem Melonensprit könnten die Anbauer ihren eigenen Bedarf decken oder sogar zusätzliche Erlöse erzielen.

Melonensaft enthält auch Radikalfänger

Darüber hinaus enthalte Melonensaft wirtschaftlich interessante Mengen des Carotinoids Lycopin. Der Stoff, der unter anderem auch in Tomaten und Hagebutten vorkommt, verleiht dem Fruchtfleisch der Wassermelone seine rote Farbe. Er wird als Kosmetik- und Lebensmittelfarbstoff benutzt und soll auch günstige Wirkungen auf die Gesundheit haben, etwa als Radikalfänger.

Auch die Aminosäure L-Citrullin lasse sich wirtschaftlich lohnend aus dem Saft der Ausschuss-Melonen gewinnen. Die übrige Flüssigkeit könne dann weiterhin zu Biosprit verarbeitet werden, betonen Fish und seine Kollegen. So könne der Melonenausschuss den Bauern auf mehreren Wegen weitere Einnahmen bringen.

(dpa, N24)

26.08.2009 20:40 Uhr

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