Nährwehrtkennzeichnung
Auch Kassen wollen Ampel für Lebensmittel
Nun fordern auch die gesetzlichen Krankenkassen die Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel. Nur so bekämen die Verbraucher einen schnellen Überblick über Zucker-, Salz- und Fettgehalt eines Produkts.
Nach den Verbraucherschützern dringen jetzt auch die gesetzlichen Krankenkassen auf eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel. Nur die Ampel biete Verbrauchern einen schnellen Überblick, wie viel Fett, Zucker und Salz in einem Produkt stecke, heißt es in einemBrief der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an verschiedene Politiker. Die Organisation Foodwatch forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auf, sich in Brüssel für eine Ampelkennzeichung stark zu machen.
Für die gesetzlichen Krankenkassen kritisierte AOK-Vorstandsvize Jürgen Graalmann, die EU-Kommission wolle derzeit nur eine Nährwertinformation in Tabellenform zulassen. "Das reicht aber nicht aus, damit sich alle Bürger ungeachtet ihrer Herkunft und sozialen Stellung über die Zusammensetzung eines Lebensmittels informieren können", sagte er.
Graalmann verwies auf den Kommissionsvorschlag für eine Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung. "Eine Ampelregelung wäre nach dem Entwurf der EU-Kommission ausgeschlossen. Das gilt auch für Regelungen auf einzelstaatlicher Ebene", sagte er. Nach Auffassung der Kassen sollte es den EU-Mitgliedsstaaten aber ermöglicht werden, die Nährwertkennzeichnung über diesen Kompromiss hinaus einzeln zu regeln.
Ruf nach Kennzeichnung "ohrenbetäubend laut"
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode nannte den Appell der Krankenkassen ein "überragendes Signal". Der Ruf nach der Ampelkennzeichnung sei "inzwischen so ohrenbetäubend laut, dass ihn die Bundesregierung gar nicht überhören kann."
Die Forderung nach Einführung der Nährwert-Ampel werde in Deutschland von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen, erklärte Bode und verwies auf eine Emnid-Umfrage, nach der sich im Juli 69 Prozent der Bundesbürger für diese Form der Lebensmittelkennzeichnung ausgesprochen hatten.
Seitens der Grünen-Bundestagsfraktion erklärte die Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen, Ulrike Höfken, der Brief der Krankenkassen sei aus der Not heraus geboren. "Übergewichtige und ernährungskranke Patienten treiben die Kosten in die Höhe", sagte sie. Auch Unternehmen wollten die Lebensmittel-Ampel weiter verwenden. Es sei deshalb unverantwortlich, dass sich Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) beim EU-Ministerrat für ein Verbot einsetze. "Wir brauchen die Ampel für die Verbesserung der Gesundheit der Menschen", sagte Höfken.
(AP, N24)
27.08.2009 16:12 Uhr






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