Disney kauft Marvel
Micky und Spidey ziehen zusammen
Spiderman wird Mitglied in der Disney-Familie: Der Unterhaltungskonzern Walt Disney übernimmt für vier Milliarden Dollar das traditionsreiche Comic-Haus Marvel Entertainment.
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Spiderman gehört künftig zu Walt Disney.
Der Disney-Konzern hat für vier Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) das traditionsreiche Comic-Haus Marvel gekauft.
Zu Marvel gehören neben Spiderman auch die Kult-Comic-Figuren Iron Man, ...
... X-Men, ...
... Captain America, ...
... Hulk, ...
... der Silver-Surfer, ...
... Union-Jack und ...
... Die Fantastischen Vier.
Marvel ist einer der größten Comic-Konzerne der Welt.
In sieben Jahrzehnten hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ...
... rund 5000 Comic-Charaktere erschaffen.
Heute gehören zu dem Unternehmen auch Filmstudios ...
... und Zeichentrick-Studios.
Zentrales Geschäft von Marvel ist inzwischen die Vermarktung der bekanntesten Figuren ...
... auf Merchandising-Produkten.
Marvel ging aus dem in den 1930er Jahren gegründeten Verlag Timely Publications hervor, der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges die Abenteuer von Superhelden wie Captain America, Human Torch und Namor dem Sub-Mariner in Serien veröffentlichte.
Während des Zweiten Weltkrieges gab es insgesamt 160 verschiedene Superheldentitel von mehr als zwei Dutzend Verlagen mit einer Gesamtauflage von 300 Millionen Heften und einem jährlichen Umsatz von 30 Millionen Dollar.
In den frühen 60er Jahren setzte der Verlag, inspiriert von DC Comics, Aufschwung durch die Wiederbelebung von Superhelden wie dem Flash, ebenso auf eine Superheldenrenaissance und lag damit goldrichtig.
The Fantastic Four von Stan Lee (l) und Jack Kirby war ein großer Erfolg und wurde bald von einer Flut von Superheldentiteln begleitet.
Auch einige der Monstercomics wurden kurzerhand zu Superheldentiteln umfunktioniert.
In den 70er Jahren ließ das Interesse der Öffentlichkeit an Superhelden wieder nach und ...
... Marvel konterte mit einem erhöhten Output von Horrorcomics wie Tomb of Dracula, Man-Thing oder Werewolf by Night.
Außerdem reduzierte Stan Lee sein Arbeitspensum und gab die meisten der von ihm geschriebenen Serien an andere Autoren ab.
1988 wurde Marvel von Ron Perelman gekauft, der das Unternehmen an die Börse brachte und während der Comic-Spekulations-Blase der frühen 90er den Titelausstoß vervielfachte.
Viele der Comichelden wurden für Filme lizenziert. Dank des Erfolgs von Spider-Man, X-Men und einigen anderen, stand Marvel finanziell seit den 90er Jahren recht gut da.
Der Verkauf an Disney soll Marvel einen enormen Schub bei der Vermarktung geben. Das weltweite Disney-Netzwerk sei geradezu perfekt dafür, erklärte Marvel-Chef Ike Perlmutter.
Die wohl bekannteste Comic-Figur der Welt feiert Geburtstag. Micky Maus wird 80 Jahre alt. Eine Umfrage in den USA ergab, dass der Mäuserich bekannter ist als der Weihnachtsmann. Kaum zu glauben, aber ...
... auch egal. Jedenfalls gibt es kaum jemanden, der nicht mit Micky und seinen Freunden aufgewachsen ist.
Die Geburt von Micky Maus kam so zustande: Für Papa Walt Disney (Bild aus dem Jahr 1941) lief es vor 80 Jahren nicht so gut. Die Rechte für sein bisher erfolgreiches Zeichentrick-Häschen Oswald hatte er verloren. Ersatz musste her.
Auf einer Zugfahrt die rettende Idee: "Eine Maus hat einen sympathischen Charakter", dachte sich Disney.
A mouse - pardon - a star was born.
Dass Micky Micky heißt, verdankt die Comic-Welt übrigens Walt Disneys Frau Lillian. Walt wollte die neue Figur Mortimer nennen. Lillian fand das etwas altbacken und überzeugte ihren Gatten von Micky. Ob Mortimer Maus den selben Erfolg gehabt hätte?
Seinen ersten Auftritt hatte Micky in dem Streifen "Steamboat Willie", der am 18. November 1928 uraufgeführt wurde - seine offizielle Geburtsstunde. Anfangs war Micky noch recht ....
... spärlich bekleidet, trug lediglich eine Hose. Auch war er ansonsten recht einfach gehalten, hatte etwa nur vier Finger. Das sollte den Zeichenaufwand minimieren.
Erst später kleidete sich Micky etwas eleganter. Das war auch bitter nötig, ...
... umgarnte er doch schon vom ersten Film an seine Freundin Minnie, die ...
... nicht immer ganz pflegeleicht war. Widersacher von Micky ist ebenfalls von Anfang an ...
... Bösewicht Kater Karlo, den er gemeinsam mit seinem tollpatschigen Kumpel Goofy (hier zwischen Minnie und Micky) bekämpft. (Rechts im Bild: Disneys zweiter Coup, Donald Duck)
Seit seiner Geburt geht in den USA und in weiten Teilen der Welt nichts mehr ohne Micky. Er war sogar bei den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles dabei.
Und mit Themenparks in Anaheim (im Bild kurz nach der Eröffnung 1955), Orlando, Tokio, Paris und Hong Kong sind Resorts entstanden, in denen sich alles um die Maus dreht.
Übrigens auch alles Orte, an denen das Andenken des Micky-Erfinders Walt Disney (im Bild wenige Monate vor seinem Tod) ...
... gehegt und gepflegt wird (Bild: in Orlando).
Und auch Mickys Geburtstag wird schon seit Jahren gefeiert, wie hier sein 70. in Tokio oder ...
... hier sein 75. in Paris.
Ob seiner Beliebtheit sehen die Menschen Micky überall: auf T-Shirts der angesagtesten Mode-Designer (Prudence-Todd-Kollektion des Jahres 2003) oder ...
... in diesem Fresko in einer Kirche auf Malta. Das ist aber deutlich vor Micky Maus entstanden, nämlich um 1300. Bis heute gibt das Gemälde Rätsel auf.
Auch für politische Zwecke wurde Micky schon unfreiwillig eingespannt. Diese der Disney-Gestalt sehr ähnliche Figur trat 2007 in einer von der Hamas betriebenen TV-Station auf, um den Kindern den Widerstand gegen Israel schon früh einzuimpfen.
Und auch sonst zählt Micky Maus zu den am häufigsten kopierten, ...
... zu Verkleidungszwecken missbrauchten, aber ...
... nie erreichten Figuren.
Jeder will ein Freund der Maus sein. Ob Politiker wie Barack Obama, ...
... sein Vorgänger George W. Bush und ...
... Kaliforniens Gouvernator Arnold Schwarzenegger oder ...
... Musiker wie Michael Jackson (gemeinsam mit seiner damaligen Gattin Lisa Marie Presley), ...
... No-Angels-Tröte Lucy Diakowska und ...
... Christina Aguilera. Sie alle lassen sich gerne mit Micky ablichten. Auch Sportler tun es ihnen gleich, wie ...
... hier Fußball-Star Ronaldo.
Wer in Filmen auftritt, wie etwa Lindsay Lohan oder ...
... Melanie Griffith und Antonio Banderas, hat von Berufs wegen ein nahes Verhältnis zu Micky.
Verdiente sich die Maus doch seine ersten Lorbeeren als Film-Star (im Bild mit Keira Knightley).
Bei der großen Popularität ist es kein Wunder, dass Micky-Maus-Merchandise-Artikel weg gehen wie warme Semmeln.
Schon in frühen Jahren setzte Disney auf die Plüsch-Maus als Geldquelle.
Für dieses Souvenir sollte man aber vorher noch einmal am Geldautomaten vorbei. Diese zwölf Zentimeter große, ein Kilo schwere Micky Maus aus purem Gold kostet schlappe 32.000 Dollar.
So viel muss man gar nicht ausgeben, um Micky an seinem Jubeltag Tribut zu zollen. An dieser Stelle sollen ein "Herzlichen Glückwunsch, Mäuserich" und ...
... ein paar Kilo Käse genügen.
Er ist ein cholerischer Erpel im Matrosenanzug, immer laut, trotz seines hohen Alters - und darum lieben ihn seine Fans: Am 9. Juni 2009 wird Donald Duck 75 Jahre alt. Happy Birthday!
Wer kennt ihn nicht? Den Enterich im Matrosenanzug mit zwei Knopfreihen. Mit 75 hat der Comicheld aus dem Hause Walt Disney ...
die statistische Lebenserwartung eines in Deutschland geborenen Mannes schon fast erreicht. Aber wenn jemand so rüstig, so munter, so fidel und ...
... so voll strotzender Lebenskraft ist wie die Ente, dann hat er wohl eine Lebenserwartung, an der sich die Statistiker die Zähne ausbeißen werden.
Offiziell gibt Disney den 9. Juni 1934 als Donalds Geburtstag an. Zumindest erblickte er damals das (Rampen)licht der Welt in Form einer Projektorlampe, die der Zeichentrickfigur in dem Film "A Little Wise Hen" (eine kleine kluge Henne) ...
... auf Zelluloid die ersten Schritte beibrachte. Erste Hinweise auf seine Existenz aber finden sich schon ...
... 1931 in den "Adventures of Mickey Mouse". Donald zählte damals zu den namentlich genannten Bewohnern des fiktiven Bauernhofes, auf dem Micky lebte. (hier Mickey Mouse im Jahr 1938 mit Walt Disney)
Der Erpel, dessen jahrzehntelange Jagd nach materiellem Wohlstand, …
… nach irdischem Glück, …
… nach Erfüllung seiner Liebe zur …
… ebenso scheuen …
… wie resoluten Entendame Daisy und …
… nach dem Respekt seiner Neffen Tick, Trick und Track zig-Millionen Zeichentrickfreunde in aller Welt mit Spannung begleiteten, fand seine Stimme 1933.
Ein Stimmenimitator wurde bei Disney eingestellt, obwohl es noch gar keinen Film gab. Der folgte am 9. Juni 1934, und die Fans konnten des Erpels ansichtig werden - bereits ausgewachsen und im nach wie vor zeitlosen Matrosenanzug.
Es waren die US-Zeichner Al Taliaferro und Carl Barks (Foto), die Donald Duck zu dem entwickelten, was er heute noch ist: Zu einer Kultfigur, um die sich eine ganze Subkultur von Donaldisten verschiedener Grade gebildet hat.
Die Kultfigur, die erforscht und gedeutet wurde, und der auch der flüchtige Betrachter ein Schmunzeln meist nicht verweigern kann. Sogar der Brockhaus kommt an dem ewig jungen, ewig streitsüchtigen und ewigen Verlierer nicht vorbei.
Samt Aussprachehilfe "donld dak" würdigt es den Star als "anthropomorph gestalteter Enterich aus der Disney-Produktion", und fährt fort: "Erscheint als Typ des jähzornigen, kleinbürgerlichen Pechvogels, gerade in seinen Schwächen lebensnah."
Der Siegeszug der Ente ging von den Zeichentischen der Disney-Mannschaft rund um die Welt. In Italien heißt sie "Paperino", in Spanien "Pato", in Dänemark "Anders And", in Polen "Kaczor Donald".
In Deutschland trat die Ente 1951 unter ihrem amerikanischen Namen auf. Seither hat allein der Egmont-Ehapa-Verlag fast 9.000 Donald-Geschichten unter die Fan-Gemeinde gebracht.
Und - bei Donald hieße es wohl: Aller Anfang ist schwer - längst ist die Zeit vergessen, als von einer Druckauflage von 300.000 Heften noch 150.000 als Remittenden zurückkamen.
Hätte man sie aufgehoben, (was Donalds ewiger Widersacher, der gnadenlos glückliche Gustav Gans - hier rechts -, wohl gemacht hätte) wären sie heute ein Vermögen wert. Heute gibt es Nachdrucke, die ebenfalls schnell Sammlerwert erreichen.
Donalds Erfolg in Deutschland ist nicht zuletzt ein Erfolg von Erika Fuchs. Die promovierte Kunsthistorikerin übersetzte die Sprechblasen und schuf im Laufe der Jahre eine unverwechselbare Donald-Sprache, …
… die viel subtilen Witz und viele Wortspiele, Alliterationen und Stiledelsteine bietet, die Donalds Abenteuer weit über das Niveau anderer "Groschenheftchen" hinaushebt.
So ist es nicht verwunderlich, dass sich Stars wie Sängerin Christina Aguilera gern mit der Ente schmücken. Und die ist so berühmt, dass ...
... sie sich schon einen Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame" verdient hat.
Donald Duck hat sich in den 75 Jahren weit über die rein unterhaltsame Comic-Figur emanzipiert. Pop-Art-Künstler wie Roy Lichtenstein nahmen sich seiner an, sein Konterfei ziert Briefmarken aus aller Welt, und schon 1936 forderte ein Plakat: ...
... "Donald Duck for President". Dazu wird es wohl auch in der Nach-Obama-Zeit nicht kommen, obwohl dieser ja erstmals Schranken vor diesem Amt überwand.
Aber auch jener "letzte Wille", den Donald im "Lied vom rührseligen Cowboy" anstimmt und der da lautet: "Und lieg' ich dereinst auf der Bahre, dann denkt an meine Guitarre und gebt sie mir mit in mein Grab" wird auf absehbare Zeit nicht erfüllt werden.
Helden sterben nicht - sie werden höchstens Geschichte. Viel eher schon könnte die Forderung der Donaldisten aller Welt erhört werden, die auch nach 75 Jahren unüberhörbar lautet: "Donald forever!"
Spidey meets the president! Der Marvel-Verlag hat Barack Obama einen großen Gefallen getan.
Er lässt ihn im Spiderman # 583 auftreten. Dazu muss man wissen: Obama ist ein Riesen-Fan des Comichelden.
Die Story: Ein Feind von Spiderman versucht, die Amtseinführung Obamas zu verhindern.
Klar, dass Spiderman einschreitet. Er fasst den Bösewicht und übergibt ihn den Behörden.
So werden die beiden Freunde. Nun kann Obama ...
... beruhigt zur Amtseinführung schreiten.
Beruhigt ist auch Spiderman. Denn Washington liegt nun in guten Händen. Der Comic erscheint Mitte Januar in den USA.
Micky Maus und Spiderman ziehen zusammen: Der Unterhaltungsriese Disney kauft die Comic-Schmiede Marvel Entertainment für etwa vier Milliarden Dollar. Aus dem traditionsreichen Marvel-Verlag kommen auch Superhelden wie die X- Men, die Fantastic Four, Hulk oder Iron Man. Disney soll mit der Übernahme die Rechte für alle mehr als 5000 Marvel-Figuren bekommen, teilten die Unternehmen am Montag mit. Marvel war in den vergangenen Jahren neben dem angestammten Comic-Geschäft vor allem mit Film-Versionen erfolgreich, die meist mehrere hundert Millionen Dollar pro Streifen einspielen.
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Gerade im Film-Geschäft dürfte es aber noch dauern, bis Disney von den bekanntesten Marvel-Figuren richtig profitieren kann: Der Comic-Verlag war bereits Produktions-Partnerschaften mit großen Hollywood-Studios eingegangen. Diese Kooperationen werden bis zum Auslaufen fortgesetzt, betonte Disney in einer Telefon-Konferenz. Das bedeutet, dass die "Spider-Man"-Filme vorerst weiterhin von Sony herausgebracht werden, die "X-Men"-Streifen von dem Konkurrenten 20th Century Fox und die "Iron Man"-Fortsetzungen von Paramount.
Disneys Draht zur Zielgruppe Jungs Der Disney-Konzern will mit der Marvel-Übernahme eine Lücke schließen: Während mit der Serie "Hannah Montana" ein riesiger Erfolg bei Mädchen gelang, hat der Konzern die Zielgruppe der Jungs bisher deutlich schlechter im Griff. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, neue Attraktionen mit den Marvel-Helden für die Disney-Freizeitparks zu entwickeln. Marvel bekommt mit der Übernahme den Zugriff auf die Disney-Vermarktungsmaschine, mit der noch mehr Fanartikel verkauft werden können.
Marvel ist der erste große Zukauf von Disney nach dem Erwerb des Animationsstudios Pixar (u.a. "Toy Story", "Findet Nemo") von Apple-Chef Steve Jobs. Mit der Übernahme für 7,4 Milliarden Dollar in Disney-Aktien zog Jobs als Großaktionär in den Verwaltungsrat des Unterhaltungsriesen ein und die Pixar-Kreativen besetzten führende Positionen in Disneys Trickfilmsparte.
Für die Marvel-Aktionäre bedeutet das Angebot im Wert von 50 Dollar je Anteilsschein einen Aufpreis von mehr als 29 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Sie sollen pro Marvel-Aktie 30 Dollar in bar sowie 0,745 Disney-Aktien bekommen. Dem Deal müssen noch die Marvel-Aktionäre zustimmen. Der bisherige Marvel-Chef Ike Perlmutter soll die Comic-Verlag auch im Disney-Konzern weiterbetreuen.
(dpa, N24)
01.09.2009 21:57 Uhr
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