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Problem im Paradies

Kaimaninseln geht das Geld aus

Die Kaimaninseln sind ein Paradies: Nicht nur wegen der Sandstrände und des türkisfarbenen Wassers, nein auch weil es ein Steuerschlupfloch ist. Doch jetzt geht der Insel das Geld aus.

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Die Kaimaninseln haben im vergangenen Finanzjahr Rekordschulden angehäuft.
In Deutschland hält zwar der Frühling Einzug, aber noch fröstelt es einen. Wer träumt da nicht davon, wohin es dieses Jahr in den Urlaub gehen könnte?
Ja, aber wohin bloß? Die Welt gehört Ihnen, wählen Sie selbst. N24.de gibt Ihnen Anregungen - exotische Reiseziele in der ganzen Welt.
Noch immer hoch im Kurs unter Urlaubern: Asien. Wer könnte bei solch paradiesischen Bildern von den Malediven nicht schwach werden?
Von den 1190 Inseln stehen 87 Touristen offen. Wem es zu langweilig ist, "nur" am Strand rumzuflacken, der sollte ...
... auch die faszinierende Unterwasserwelt der Inselgruppe in Augenschein nehmen.
Doch Asien hat nicht nur schicke Strände zu bieten, sondern ist auch kulturell unglaublich vielfältig. Waren Sie zum Beispiel schon einmal in Bhutan? Das an Indien grenzende Königreich ...
... wird auch "Land des Donnerdrachens" genannt. Der Himalaya-Staat ist vor allem auch etwas für ...
... Wanderer und Klettermaxe.
Ungebrochen ist die Begeisterung der Deutschen für Indien. Sei es das Wahrzeichen des Landes, der Taj Mahal ...
... oder Jaipur mit seinen Palästen - kaum jemand kann sich ...
... dem Zauber Indiens entziehen.
Vor wenigen Jahren galt es noch als halsbrecherisch, sich die Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha anzusehen - zu gefährlich.
Doch heute kann man durchaus eine Schiffsreise auf dem Mekong wagen und ...
... bekommt dort Märchenhaftes zu sehen.
Wem es noch zu heiß ist, nach Kambodscha zu reisen, dem sei Malaysia ans Herz gelegt. Im Pulau Payar Nationalpark können Taucher mit Haien auf Tuchfühlung gehen.
Oder sehen Sie sich traumhafte Tempel auf der Insel Penang an.
Egal ob Baden oder Brauchtum - in Malaysia lässt sich beides gut verbinden.
Der letzte asiatische Stopp auf der virtuellen N24.de-Reise sind die Philippinen. Sehenswert etwa die Barockkirche von Paoay, an der man vorbeikommt, wenn man sich in den Norden der Insel Luzon begibt, um ...
... die traditionellen Reisterrassen zu besuchen.
Aber auch sportliche Abenteurer kommen auf ihre Kosten - zum Beispiel beim Erkunden des Subterranean River in einem kleinen Boot.
Springen wir nach Australien, genauer gesagt nach Tasmanien. Die Insel liegt dem Kontinent vorgelagert und ist fern vom Trubel der australischen Ostküste.
Natur pur lockt vor allem Outdoor-Freaks auf die dünn besiedelte Insel.
Nach einem anstrengenden Fußmarsch durch die Wälder Tasmaniens können Urlauber im Hafenviertel der Hauptstadt Hobart die Seele baumeln lassen.
Auf geht es weiter Richtung Westen, wo wir auf den westlichsten Vorposten der USA stoßen: Hawaii.
Die Inselgruppe ist vor allem durch die traditionellen Hula-Tänzerinnen bekannt.
Und natürlich dafür, ein absolutes Surferparadies zu sein.
Weiter geht es in die Heimat des Reggae, den Geburtsland Bob Marleys. Klingelt's? Natürlich ... ab nach Jamaika!
Die Jamaikaner sind dafür bekannt, alles ein wenig lockerer zu nehmen. Eine Grundstimmung, von der ...
... sich auch immer mehr Urlauber anstecken lassen. Die Traumstrände Jamaikas haben daran einen gewichtigen Anteil.
Wer hier nicht schwach wird, ist Workaholic oder hat keine Augen im Kopf. So schön relaxen lässt es sich auf den Bahamas.
Vor allem für Menschen, die sich für Kolonialgeschichte interessieren, gibt es einiges zu sehen. Mit den europäischen Christen kamen auch Mönche auf die Inseln. Hier eine vor rund 70 Jahren erbaute Einsiedelei eines Franziskanermönchs.
Und dann immer wieder diese atemberaubenden Anblicke.
Genug gesehen, es geht weiter ins Reich Fidel Castros, nach Kuba. Auch dort ...
... kann sich schließlich das Panorama sehen lassen (Bild: Festung El Morro in Havanna).
Selbstverständlich können Touristen auf Kuba auch vorzüglich planschen.
Einzigartig: die Galapagos-Inseln vor Ecuador. Die Regierung hat den Zugang für Touristen stark reglementiert, um die artenreiche ...
... Fauna und Flora der Inseln zu schützen. Unter engen Restriktionen können Besucher aber noch heute Seelöwen beobachten oder ...
... dem Symbol des Schutzgebiets, der Galapagos-Schildkröte beim Speisen zusehen.
Schier unendliche Weite dagegen erwartet Menschen, die sich auf den Weg nach Argentinien machen. Der südamerikanische Staat erstreckt sich von Norden nach Süden auf knapp 3.700 Kilometer.
In der Pampa leben noch heute die Gauchos, die Viehzüchter, die in Einsamkeit ihren Job verrichten.
Und Argentinien sollte niemand verlassen, ohne originale Tango-Tänzer zu sehen. Aber das lässt sich ohnehin schwer vermeiden, ist der Tango doch der Nationaltanz der Argentinier.
Zugegeben, der geografische Hüpfer von der Pampa in die Wüste ist ein wenig gewagt. Wir befinden uns nun im Emirat Katar am Persischen Golf.
Der Inland Sea, ein Arm des Golfs, trennt Katar von Saudi Arabien - und sieht bei Sonnenuntergang einfach traumhaft aus.
Etwas lebhafter geht es da schon in Katars Hauptstadt Doha zu. Der 400.000-Einwohner-Ort hat einen eigenen Hafen.
Ein ordentliches Stück die afrikanische Küste südwärts befindet sich die Insel Madagaskar. Hier ein Blick in ein Tal im Ankafarantsika Nationalpark.
Reisen mit dem Zug ist dort wohl nicht vergleichbar mit einer Fahrt im ICE, dafür erlebt man dabei mehr als bei der Deutschen Bahn - obwohl ...
Bleiben wir in Madagaskar und erfreuen uns an der unvergleichlichen Natur. Im Bild: Reisbauern bei der Arbeit.
Ein weiteres Juwel der afrikanischen Ostküste sind die Seychellen.
Doch die Reise in das Paradies ist nicht für jedermann erschwinglich. Die Seychellen gehören zum teuersten Reiseziel der Welt.
Ein Umstand, der ein romantisches Dinner am Strand noch exklusiver erscheinen lässt.
Auf der anderen, der westlichen Seite Afrikas liegt Senegal. Unschwer zu erkennen, das Land liegt am Meer, hat aber ...
... noch mehr auf dem Kasten. Die koloniale Vergangenheit, Senegals war früher Französisch-Westafrika, hat an vielen Stellen ihre Spuren hinterlassen.
Koloniale Hauptstadt war Saint Louis, deren Kern auf einer Insel liegt, die über die 507 Meter lange "Pont Faidherbe" mit dem Festland verbunden ist. Seit 2000 zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Etwas weiter nördlich vom Senegal beginnt das Gebiet der Maghreb-Staaten. Unzweifelhaftes Highlight ist die marrokanische Stadt Marrakesch.
Das Leben der Menschen spielt sich auf den Straßen ab. Kein Wunder, dass die Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
Einen Besuch ist auch die prachtvoll ornamentierte Medersa Ben Youssef wert.
Doch hier soll keineswegs der Eindruck entstehen, erholsame Tage und traumhafte Naturerlebnisse sind nur zu haben, wenn man in die Ferne schweift. Ein ganz besonderes Reitervergnügen sind etwa die unendlichen Weiten Schottlands.
Auch auf der schottischen Insel Skye trifft man auf Wanderungen mitunter stundenlang keine Menschenseele.
Etwas lebhafter geht es da schon in der traditionsreichen Universitätsstadt Edinburgh zu.
Ein ebenso ruhiges Vergnügen erwartet die Besucher Schwedens. Auf Wandertour durch Lappland, eins mit der Natur und nur mit einem Zelt über dem Kopf, können Outdoor-Freaks den Stress von Zuhause von sich schütteln.
Den Flair einer alten Hansestadt genießt der Besucher der Hauptstadt der Insel Gotland, Visby. Das Mittelalter ist hier noch überall präsent.
Und Schwedens Westküste schmeichelt mit kräftigen Farbtönen dem Auge. Schweden kann mehr als Ikea.
Wer jetzt noch immer keine Urlaubsanregungen gefunden hat, der muss dann eben doch zuhause bleiben und Urlaub auf Balkonien machen. Beschweren Sie sich aber nicht über das Wetter!

Kaimaninseln. Das klingt nach reichen Menschen, die an weißen Sandstränden schlendern und ihre Zehen in türkisfarbenes Wasser tauchen. Kaimaninseln klingt auch nach Steuerschlupfloch, Briefkastenfirmen und Bereicherung. Das Wort Pleite hört sich dagegen nach einem Fremdkörper im Inselidyll an. Jetzt aber scheint so etwas bevorzustehen - dem britischen Überseeparadies geht das Geld aus.

Mit verwegenem Vorschlag aus der Krise

Im Ringen um einem Ausweg aus der Misere ist nun ein besonders verwegener Vorschlag aufgetaucht, der hohe Wellen schlägt: Steuern in der Steueroase einzuführen. Die Finanzkrise ist auch über die Inselgruppe in der Karibik 300 Kilometer südlich von Kuba wie ein Sturm hinweggefegt. Schließlich gilt die Hauptstadt George Town als der fünftgrößte Finanzplatz der Welt.

Zwar haben die Inseln nur rund 52.000 Einwohner. Doch dafür haben hier tausende Unternehmen, Banken und Hedge Fonds einen Sitz - und die meisten gerieten in der Krise in Schwierigkeiten. Hinzu kam, dass die Kronkolonie nach dem G20-Gipfel in London vorübergehend auf die "graue Liste" der Steueroasen gesetzt wurde, was weder gut fürs Image noch für die Geschäfte war.   

England weigert sich zu helfen

Zu all dem hat sich nun die britische Regierung geweigert, dem kleinen Bruder zu helfen. Da die Kaimaninseln im vergangenen Finanzjahr Rekordschulden angehäuft haben, müssen sie in London um Erlaubnis bitten, um mehr Schulden aufnehmen zu dürfen. Doch die Anfrage, sich auf dem Markt langfristig weitere 372 Millionen Kaiman- Dollar (322 Millionen Euro) zu leihen, lehnte London ab.

Genauso wie die Zusage für 30 Millionen Kaiman-Dollar, um im September Gehälter und Subunternehmer zu zahlen. Erst müssten die Inseln ihr Defizit in den Griff bekommen, schrieb der Staatssekretär im Außenministerium, Chris Bryant. Es folgte der explosive Satz: "Ich fürchte, Sie haben keine andere Wahl, als neue Steuern in Erwägung zu ziehen - zum Beispiel Lohnsteuer oder Grundsteuer"  

Weiter keine Steuern im Paradis  

Die Empörung ist groß. Kamen die Inseln doch dadurch zum Wohlstand, dass keine direkten Abgaben wie Unternehmens- oder Einkommenssteuer erhoben werden. Und so versprach Regierungschef William McKeeva Bush umgehend, "alles zu tun, um durch diese turbulenten Zeiten zu kommen" - ohne dabei dem Tourismus und der Finanzbranche zu schaden. Auch Wirtschaftsvertreter glauben nicht, dass es Unternehmen nun an den Kragen geht.

Es gebe "absolut keinen Hinweis", dass Fonds oder generell die Offshore-Finanzbranche mit Steuern belastet werden, sagte Charles Jennings von der Beratung Maples and Calder der Zeitung "Financial Times". Am Freitag äußerte sich auch die Regierung. Es gebe "keinerlei Notwendigkeit", direkte Steuern einzuführen. Werde doch die Finanzindustrie auf den Inseln wieder wachsen. "Die Kaimaninseln werden von der weltweiten Erholung profitieren", hieß es. 

Unkenrufe vom Staatsbankrott

Im Inselparadies ärgert man sich aber auch, dass London ihm keine weiteren Schulden zugesteht - ist doch Großbritannien trotz weitreichender Autonomie zuletzt immer noch verantwortlich für seine ehemalige Kolonie. Von einer "gesetzlichen Pflicht, im Sinne der Kaimaninseln zu handeln", sprach Anthony Travers vom Branchenverband Cayman Financial Services Association.

Doch Großbritannien hofft, dass nicht noch andere Steueroasen unter seinen Fittichen in Nöte geraten - so soll das Außenministerium auch schon an die Mini-Karibikinsel Anguilla eine Warnung wegen ihrer öffentlichen Finanzen ausgesprochen haben. Trotz aller Unkenrufe: Von einem drohenden Staatsbankrott der Kaimaninseln, wie ihn die britische Zeitung "The Guardian" bereits ausgerufen hat, sieht sich die Regierung weit entfernt. "Wir haben mehr Vermögenswerte als Schulden", sagte Bush. "Wir werden uns retten. Und wir sind nicht schlechter dran als Großbritannien oder jedes andere Land."

(Annette Reuther, dpa, N24)

04.09.2009 12:53 Uhr

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