Kritik am Bildungsgesetz

Weltweite Demonstrationen gegen Chávez

Das Bildungsgesetz in Venezuela ist umstritten. Nicht nur im eigenen Land muss sich Hugo Chávez Kritik gefallen lassen. In allen Teilen der Welt wurde gegen den Präsidenten demonstriert.

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Die venezolanische Oppositionskoalition Demokratische Alternative führte eine Demonstration gegen das neue Bildungsgesetz an.

Im Streit um ein umstrittenes Bildungsgesetz verschärfen sich in Venezuela die Spannungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Hugo Chávez: Unter einem hohen Sicherheitsaufgebot gingen in der Hauptstadt Caracas am Samstag erneut tausende Demonstranten für und gegen den linksgerichteten Staatschef auf die Straße. Weltweit hatten am Freitag tausende Menschen gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Venezuela protestiert.

Opposition führt Demonstrationen an

Die venezolanische Oppositionskoalition Demokratische Alternative führte eine Demonstration gegen das vor einem Monat verabschiedete Bildungsgesetz an, das dem Staat größere Kontrolle über die Schulen und Universitäten des Landes gewährt. Die Gegner des Gesetzes befürchten durch die Neuregelung eine zu starke Mitsprache des Staates in Bildungsfragen und eine Einschränkung der Autonomie der Universitäten.

Chávez soll Weg für Dialog freimachen

Wenn Chávez Frieden wolle, müsse er den Weg für einen Dialog freimachen, sagte der Bürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma, auf der Kundgebung. In einem anderen Stadtteil von Caracas verteidigten tausende Menschen die Reform. An dem Marsch, der sich zugleich auch gegen eine Vergrößerung der Militärpräsenz der US-Armee im benachbarten Kolumbien richtete, nahmen auch mehrere Minister des Kabinetts von Chávez teil.

Der Staatschef wandte sich während seines Besuchs im Iran mit einer Video-Botschaft an seine Gefolgsleute. Er freue sich, dass seine Anhänger gegen "Verschwörungen gegen unsere Heimat" mobil machten, sagte er. Die Regierung verteidigt das Bildungsgesetz mit der Begründung, es ziele auf eine Verbesserung der Allgemeinbildung im Land ab.

Vorwurf der Diktatur

Bei mehreren über das Internet organisierten Demonstrationen waren am Freitag Menschen in Süd- und Nordamerika sowie Europa gegen Chávez auf die Straße gegangen. In mehr als zwanzig kolumbianischen Städten protestierten tausende Menschen gegen den linksgerichteten Politiker. Sie hielten Chávez vor, ein "Diktator" zu sein.

Auch in New York, Madrid, Paris, Brüssel, Hamburg und Toronto demonstrierten zahlreiche Menschen. Die Proteste waren von einem kolumbianischen Geschäftsmann mit Hilfe von Online-Netzwerken wie Facebook und Twitter organisiert worden.

(AFP, N24)

06.09.2009 15:22 Uhr

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