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Witz oder Skandal?

Bin-Laden-Comic erhitzt Gemüter

Er ist der berühmteste Terrorist der Welt: Osama bin Laden. In Frankreich erscheint genau am 11. September 2009 ein Comic, der ihn verspottet. Wir zeigen die ersten Auszüge.

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Pünktlich zum 11. September erscheint in Frankreich ein Comicband, der das Leben Osama bin Ladens nachzeichnet. Journalist Mohamed Sifaoui nennt sein umstrittenes Werk einen "demokratischen Gegenanschlag" auf islamische Extremisten. Die ersten Auszüge:
"Willkommen mein Bruder. Was wünschst Du?"
"Ich bin zu Dir gekommen, weil ich den 'Heiligen Krieg' plane. Also, wann bist Du mit Mittagessen fertig?"
"Du hast an die richtige Tür geklopft - Er ist wohlhabend, kennt die saudischen Prinzen, er könnte mir von Nutzen sein." "Ich möchte die Sowjets, Amerikaner, Juden, Franzosen, Engländer ... und überhaupt alle Ungläubigen bekämpfen."
"Es wird immer besser" "Wir werden die Sowjets aus Afghanistan werfen, dann die Juden aus Palästina und dann die Amerikaner aus den Vereinigten Staaten, um die Indianer zu befreien. Dann sehen wir weiter."
"Du hast Dir Großes vorgenommen. Geh nach Pakistan. Du wirst meine rechte Hand sein. In Peshawar habe ich nahe der pakistanisch-afghanischen Grenze eine Rekrutierungsstelle eröffnet. Vor allem brauchen wir Geld." - "Wunderbar, ich komme im September."
Zeit zu packen und ein paar Geschäfte ins Laufen zu bringen. Ich fliege nach Islamabad, Pakistans Hauptstadt. "Was ist der Anlass Ihrer Reise?" "Ich plane den 'Heiligen Krieg' gegen die Sowjets."
"Ah, dafür müssen Sie zu Abdallah Azzem." "Ich weiß! Ich weiß! Ich kenne ihn, er ist ein Freund."
"Salam Alaikoum Scheich Abdallah Azzem. Erinnerst Du Dich an mich? Wir haben uns vor Kurzem in Amman getroffen." "Das sind doch Idioten diese Saudis, oder?!"
"Wie könnte ich Dich vergessen. Du hast mich mit Deiner Intelligenz und Deinem Schneid dermaßen beeindruckt ..." "Endlich mal jemand, der mich für meine wahren Qualitäten schätzt."
"Wir fahren sofort nach Peshawar. Ich zeige Dir die Büros, die ich dort aufgemacht habe." "Hoffentlich ist es klimatisiert ..."
"Wie lange bist Du schon hier?" "Ich habe zunächst in Saudi-Arabien unterrichtet, dann habe ich 1980 beschlossen, wieder zum afghanischen Djihad zurückzukehren. Also seit vier Jahren."
"Du siehst: Noch sehr bescheiden. Ich will das Zentrum vergrößern, den Kämpfern helfen, Geld sammeln, Flüchtlingscamps unterstützen, Schulen eröffnen, um Religion zu lehren, ein Propaganda-Magazin herausbringen usw ..." - "Das will er alles machen!"
"Wir brauchen also viel Geld, um unsere Pläne zu verwirklichen." "Du kannst auf mich zählen." "Danke. Lust auf pakistanisches Essen?"
Ich bin also nach Saudi-Arabien zurückgekehrt, um Geld zu sammeln. "Geht es Ihnen gut Monsieur?" - "Beuh ..."
In Ryad habe ich Prinz Turki Al Faycal , den Chef des saudi-arabischen Geheimdienstes besucht - ein Freund der Familie.
"Scheich Turki, ich brauche Hilfe, ich möchte den 'Heiligen Krieg' führen."
Ich habe alle meine Brüder zusammengerufen und alle Prinzen des Königreichs, um Geld zusammenzubekommen. "Ich appelliere an Eure Großzügigkeit. Wir müssen unseren afghanischen Brüdern helfen."
"Ich werde eine Million Dollar geben, Gott wird mir so meine letzten Sünden vergeben." "Ähm, Afghanistan, wo ist das nochmal?"
Ich bin dann weiter zum Betrieb meiner Familie, um um Baumaschinen zu bitten. "Ich brauche viele. Ich muss sie nach Afghanistan bringen, um damit Tunnel zu bohren." "Na also, mein Halbbruder ist ein kompletter Spinner."
Nach der Geld- und Materialsammlung bin ich nach Pakistan zurückgekehrt.
Hier nimmt die Geschichte um den meistgesuchten Terroristen der Welt ihren Lauf. Im Internet hagelte es bereits viel Schmähungen. Allerdings blieb Autor ...
... Mohamed Sifaoui von direkten Drohungen bisher verschont: "Man darf nicht nur über Terroristen lachen, es ist sogar wichtig, das zu tun."
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Biografien über Kanzlerin Angela Merkel gibt es viele. Doch die ...
... Journalistin Miriam Hollstein und der Karikaturist Heiko Sakurai haben nun den ersten Comic über ihren Lebensweg kreiert. In "Miss Tschörmänie" zeigen sie ...
... auf zumeist amüsante und informative Art, wie aus der märkischen Pfarrerstochter die erste Frau auf dem Kanzlerstuhl wurde - und das geschieht durch den Dialog ...
... ihres "Lieblingsfeindes" aus der SPD, ihr Vorgänger im Kanzleramt, Gerhard Schröder und dem Ex-Anwärter auf den Kanzlerposten, Edmund Stoiber (CSU). Sie treffen sich am Nachmittag der Bundestagswahl 2009 ...
... in einer Bar in Berlin-Mitte und sinnieren darüber, wie aus Merkel eine Kanzlerin werden konnte. Dazu blicken die Staatsmänner zurück - bis auf die ersten Lebensmonate von "Angie" und wie sie 1954 ...
... von ihrer Mutter über die Grenze in die DDR getragen wurde. Wie Sakurai es in seinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen schafft, mit wenigen Strichen die Kanzlerin zu skizzieren, ...
... um sie dann mit nur kleinen Veränderungen changieren zu lassen, sie von einer kühlberechnenden in eine zweifelnde Frau zu verwandeln, ...
... ist großartig. Text wäre gar nicht nötig, um ihre Genugtuung nach dem Rücktritt Stoibers vom Amt des bayerischen Ministerpräsidenten zu zeigen.
Hollstein beschreibt anhand zahlreicher Episoden, wie Merkel mit Gespür, Taktik und Förderern wie Helmut Kohl Karriere macht. Amüsant sind vor allem die Gedanken, die Merkel und Co. unterstellt werden.
Auch aktuelle Debatten sind enthalten: Umweltgesetzbuch, der Streit mit dem Papst über die Pius-Brüder und natürlich die Finanz-und Wirtschaftskrise.
Am Ende sind Schröder und Stoiber vor ihren Gläsern eingeschlafen. Merkel spricht das Schlusswort: "Ihr Jungs seid Vergangenheit, ich aber bin Geschichte."
Spidey meets the president! Der Marvel-Verlag hat Barack Obama einen großen Gefallen getan.
Er lässt ihn im Spiderman # 583 auftreten. Dazu muss man wissen: Obama ist ein Riesen-Fan des Comichelden.
Die Story: Ein Feind von Spiderman versucht, die Amtseinführung Obamas zu verhindern.
Klar, dass Spiderman einschreitet. Er fasst den Bösewicht und übergibt ihn den Behörden.
So werden die beiden Freunde. Nun kann Obama ...
... beruhigt zur Amtseinführung schreiten.
Beruhigt ist auch Spiderman. Denn Washington liegt nun in guten Händen. Der Comic erscheint Mitte Januar in den USA.
Kleist in Kuba: Staunen wechselte sich mit Kopfschütteln ab. Der Comic-Autor gewährt einen Einblick in sein wunderschön gezeichnetes Comicbuch.
Auf Havannas Straßen herrscht hektisches Treiben. Lärm, Abgase, Hitze – das erschlägt anfangs sogar einen waschechten Berliner, wie Kleist.
Flucht in die Seitenstraßen: Aber auch dort findet man keine Ruhe. Fahrrad-Rikschas sind nämlich mit leistungsstarken Musikboxen ausgestattet.
Autos mit Katalysator? Fehlanzeige. So schön die alten Straßenkreuzer sein mögen, ihre Abgase nehmen einem die Luft.
Hupen löst für Kubaner irgendwie jedes Problem.
Das Leben in Kuba spielt sich auf der Straße ab. Immer und überall sind Menschen, die diskutieren, organisieren und feilschen.
Als Reinhard Kleist in Havanna ein paar Euro in die kubanische Währung Pesos Nacionales wechseln will, sprengt er beinahe die Bank. Ja, wer kann ahnen, dass der so wenig wert ist?
"Are you crazy man?": Internet ist Mangelware. In Touristen-Hotels wird Kleist aber fündig. Seine Bekannte kann’s nicht fassen. Für Kubaner werden dort horrende Preise verlangt.
Dem Berliner tut eher die lahme Web-Verbindung weh: Kleist schafft es, während des Versendens einer Mail die gesamte Hotellobby zu zeichnen.
Interessantes Experiment: kubanische Pizza. Ein dicker Fladen mit einem Hauch Tomate.
Sozialistische Wolkenkratzer auf dem Plaza de la Revolución.
FOCSA, das höchste Gebäude Havannas.
Ein Überbleibsel der Völkerfreundschaft zwischen Kuba und der DDR: die Bar "El Creollo".
Zurück auf der Straße geht’s in Richtung "Coppelia".
Die berühmte Eisdiele "Coppelia", bekannt aus dem Film "Erdbeer und Schokolade".
Ein süßes Leben haben die Kubaner aber nicht. Der Sozialismus versorgt sie nur mit dem Nötigsten.
Die Kubaner lassen sich aber nicht unterkriegen – die Revolution auch nicht.
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Spiderman gehört künftig zu Walt Disney.
Der Disney-Konzern hat für vier Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) das traditionsreiche Comic-Haus Marvel gekauft.
Zu Marvel gehören neben Spiderman auch die Kult-Comic-Figuren Iron Man, ...
... X-Men, ...
... Captain America, ...
... Hulk, ...
... der Silver-Surfer, ...
... Union-Jack und ...
... Die Fantastischen Vier.
Marvel ist einer der größten Comic-Konzerne der Welt.
In sieben Jahrzehnten hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ...
... rund 5000 Comic-Charaktere erschaffen.
Heute gehören zu dem Unternehmen auch Filmstudios ...
... und Zeichentrick-Studios.
Zentrales Geschäft von Marvel ist inzwischen die Vermarktung der bekanntesten Figuren ...
... auf Merchandising-Produkten.
Marvel ging aus dem in den 1930er Jahren gegründeten Verlag Timely Publications hervor, der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges die Abenteuer von Superhelden wie Captain America, Human Torch und Namor dem Sub-Mariner in Serien veröffentlichte.
Während des Zweiten Weltkrieges gab es insgesamt 160 verschiedene Superheldentitel von mehr als zwei Dutzend Verlagen mit einer Gesamtauflage von 300 Millionen Heften und einem jährlichen Umsatz von 30 Millionen Dollar.
In den frühen 60er Jahren setzte der Verlag, inspiriert von DC Comics, Aufschwung durch die Wiederbelebung von Superhelden wie dem Flash, ebenso auf eine Superheldenrenaissance und lag damit goldrichtig.
The Fantastic Four von Stan Lee (l) und Jack Kirby war ein großer Erfolg und wurde bald von einer Flut von Superheldentiteln begleitet.
Auch einige der Monstercomics wurden kurzerhand zu Superheldentiteln umfunktioniert.
In den 70er Jahren ließ das Interesse der Öffentlichkeit an Superhelden wieder nach und ...
... Marvel konterte mit einem erhöhten Output von Horrorcomics wie Tomb of Dracula, Man-Thing oder Werewolf by Night.
Außerdem reduzierte Stan Lee sein Arbeitspensum und gab die meisten der von ihm geschriebenen Serien an andere Autoren ab.
1988 wurde Marvel von Ron Perelman gekauft, der das Unternehmen an die Börse brachte und während der Comic-Spekulations-Blase der frühen 90er den Titelausstoß vervielfachte.
Viele der Comichelden wurden für Filme lizenziert. Dank des Erfolgs von Spider-Man, X-Men und einigen anderen, stand Marvel finanziell seit den 90er Jahren recht gut da.
Der Verkauf an Disney soll Marvel einen enormen Schub bei der Vermarktung geben. Das weltweite Disney-Netzwerk sei geradezu perfekt dafür, erklärte Marvel-Chef Ike Perlmutter.
Geschichte einmal anders. Das Anne Frank Zentrum hat den Comic herausgegeben
Er erzählt von den Gräuel-Taten Hitlers
Es geht um das Mädchen Esther, deren Eltern im KZ Auschwitz ermordet werden
Die Ausbeutung...
...und die Deportation der Juden wird thematisiert
So werden die Nazi-Verbrechen den Jugendlichen näher gebracht
Um verstehen zu können, welche schrecklichen Auswirkungen die NS-Diktatur hatte
Schulen in Berlin und Nordrhein-Westfalen wollen den Comic in den Geschichtsunterricht einbinden

Es ist der 6. Mai 2016, und in einem kleinen Dorf im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet fasst die US-Armee nach jahrelanger Suche endlich den berühmtesten Terroristen der Welt: Osama bin Laden. "Yes, I speak English", sind die ersten Worte des El-Kaida-Chefs, als amerikanische Geheimdienstagenten ihn verhören. "Der Prophet hat gesagt, wer die Sprache eines anderen Stammes lernt, schützt sich vor dessen Missetaten." So beginnt der Comicband "Bin Laden - Enthüllt", der in Frankreich am Donnerstag in die Buchhandlungen kommt - genau zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA.

"Man darf nicht nur über Terroristen lachen, es ist sogar wichtig, das zu tun", sagt der französische Autor und Filmemacher Mohamed Sifaoui, der das 100 Seiten starke Buch zusammen mit dem Zeichner Philippe Bercovici entworfen hat. Lachen helfe dabei, den selbsternannten Messias und Propheten Bin Laden zu entlarven. "Ich wollte ihn auf das zurechtstutzen, was er ist, ein Krimineller, ein Terrorist", sagt Sifaoui, der sich seit rund zwanzig Jahren beruflich mit Fundamentalismus beschäftigt und mehrere (ernste) Bücher über das Thema geschrieben hat. "Mich überrascht es immer wieder, wie sehr die Leute ihn mit dem Islam verbinden." Dabei stehe der El-Kaida-Chef nur "für die Auswüchse dieser Religion".

Sifaoui entmystifiziert ihn, indem er ihn nicht nur als machthungrigen Islamistenführer und Drahtzieher der verheerenden Anschläge zeigt, sondern auch als nackten knollennasigen Mann, der sich mit seinen zahlreichen Ehefrauen im Bett vergnügt. "Vater hatte Recht", sagt eine von ihnen im Buch beim Anblick von Bin Ladens Penis. "Nichts, wovor man sich fürchten müsste."

(Laurent Muller, 12bis, Mohamed Sifaoui, Phillipe Bercovici, N24)

10.09.2009 14:09 Uhr

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