Gepfefferte Rechnung
S-Bahn-Chaos kostet Deutsche Bahn Millionen
Als ob der Imageschaden nicht schon schlimm genug wäre, jetzt bekommt die Deutsche Bahn die Quittung für das Wartungschaos bei der Berliner S-Bahn. Der Schaden geht in die Millionen.
Wartungschaos wird teuer: Das Berliner S-Bahn-Chaos könnte für die Deutsche Bahn AG (DB) zum finanziellen Fiasko werden. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Informationen aus Aufsichtskreisen in seiner Wochenendausgabe berichtete, räumte DB-Finanzvorstand Diethelm Sack intern ein, dass der Schaden für den Konzern im Extremfall zwischen 100 Millionen und 200 Millionen Euro liegen könne.
Nach Mängeln an Achsen und Rädern soll der Bahnvorstand jetzt dem Bericht zufolge zugegeben haben, dass seit 2004 «systematisch gegen Tauschvorschriften bei Bremszylindern» an den S-Bahnwagen verstoßen worden sei. Jedoch seien die vorgeschriebenen Kontrollen in allen Wartungsprotokollen als "ordnungsgemäß durchgeführt" vermerkt und damit gefälscht worden. Bei fast 300 Zügen müssten laut Aufsichtsratskreisen womöglich bis zu 4.800 Bremszylinder ausgetauscht werden.
Der Konzernvorstand um Bahnchef Rüdiger Grube rechnet laut "Focus" im schlimmsten Fall mit einem Normalbetrieb für die Berliner S-Bahn frühestens ab März 2010. Nach wie vor fährt in der Hauptstadt nur ungefähr ein Viertel der etwa 650 Zwei-Wagen-Züge.
(AFP, N24)
12.09.2009 10:30 Uhr





