Nordkorea ist nach chinesischen Angaben zu neuen Gesprächen über sein Atomprogramm bereit. Demnach ist auch Pjöngjang für ein atomwaffenfreies Korea. Experten bezweifeln dies jedoch.
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Nordkoreas Militärmachthaber Kim Jong Il ist nach chinesischen Angaben zu neuen Gesprächen über das Atomwaffenprogramm seines Landes bereit. Bei einem Treffen mit dem obersten chinesischen Außenpolitiker Dai Bingguo in Pjöngjang habe Kim Jong Il seinen Willen bekundet, "die betreffenden Probleme durch bilaterale oder multilaterale Gespräche zu lösen", wie ihn die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. Staatsrat Dai Bingguo hatte ihm eine Botschaft von Chinas Präsident Hu Jintao übergeben. Darin bekräftigte Hu Jintao, Chinas beständiges Ziel sei es, eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu schaffen. Dafür wolle China mit Nordkorea zusammenzuarbeiten.
Kim und der Gesandte Hu Jintaos trafen sich zu einem Zeitpunkt, da China, die USA und andere Staaten auf die Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms dringen. Washington hatte zuletzt erklärt, zur Erreichung dieses Ziels auch direkt mit der weitgehend isolierten Führung in Pjöngjang reden zu können. Ende Juli hatte Nordkorea signalisiert, im Atomstreit vor allem mit den USA sprechen zu wollen. Im April hatte sich Pjöngjang dagegen von den Sechser-Gesprächen (Nord- und Südkorea, USA, China, Russland, Japan) "unwiderruflich" zurückgezogen.
Kim: Wollen Frieden und Stabilität
Auch Kim Jong Il erklärte nach Angaben des Berichts von Xinhua im Gespräch mit Dai Bingguo noch einmal, dass die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel nach wie vor Pjöngjangs Ziel sei. Das Land versuche, Frieden und Stabilität auf der Halbinsel zu erhalten. Experten in Südkorea und China bezweifeln, dass Nordkorea jemals wirklich zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms bereit gewesen sei.
Im Mai hatte Nordkorea einen zweiten Atomtest unternommen, auf den der Weltsicherheitsrat mit einer Verschärfung von Sanktionen gegen Pjöngjang reagiert hatte. China, das als einziger Verbündeter Nordkoreas gilt, hatte im UN-Sicherheitsrat mit den anderen Mitgliedsstaaten für die Sanktionen gestimmt. Es wird erwartet, dass Anfang Oktober auch Chinas Premierminister Wen Jiabao nach Nordkorea reist. China und Nordkorea begehen in diesem Jahr den 60. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen.