Drittes Terrorvideo

Harrach will Deutsche als Terroristen anwerben

Es ist ein neues Terrorvideo im Internet aufgetaucht. Diesmal versucht der aus Bonn stammende Islamist Bekkay Harrach deutschsprachige Muslime als Terroristen anzuwerben.

Der mutmaßliche El-Kaida-Terrorist Bekkay Harrach aus Bonn hat auf Islamisten-Websites ein neues Video veröffentlicht, mit dem er deutschsprachige Muslime als Terroristen anwerben will. In seiner 39 Minuten langen Botschaft lockt Harrach mit Sätzen wie: "Am Dschihad (Heiliger Krieg) kann sich jeder beteiligen" und "Liebe Geschwister im Islam, der Dschihad ist eine ganz andere Welt".

In einer vergangene Woche veröffentlichten Botschaft hatte Harrach mit Terroranschlägen in Deutschland gedroht, falls die Bundeswehr nicht aus Afghanistan abziehen sollte. In der neuen Aufnahme spricht er dagegen keine neuen Drohungen gegen "Ungläubige" aus, sondern wendet sich ausschließlich an Muslime, die er für den Kampf gegen den Westen rekrutieren will. Er sagt, die Ausbildung zum "Gotteskrieger" sei hart, doch im Jenseits werde man dafür von Gott mit "Glückseligkeit" entschädigt.

In dem Video ist Harrach, der sich "Der Enkel Abu Talha der Deutsche" nennt, nur auf einem eingeblendeten Foto mit Gesichtsmaske zu sehen. Gezeigt wird außerdem die deutsche Übersetzung religiöser Texte, die im arabischen Original zu hören sind. Das Video trägt das Logo von Al-Sahab, dem Propaganda-Zweig des Terrornetzwerkes El Kaida von Osama bin Laden. Wann es aufgenommen wurde, ist nicht klar. Es hat den Titel "O Allah ich liebe Dich Teil II" und ist die Fortsetzung einer Botschaft des Extremisten, die bereits am vergangenen Sonntag veröffentlicht worden war. In der Botschaft spricht der gebürtige Marokkaner überwiegend deutsch, mit leichtem Akzent. Die arabische Hochsprache, die er mit marokkanischem Akzent spricht, benutzt er nur für Zitate aus dem Koran.

Harrach, der sich 2007 aus dem Rheinland ins pakistanisch- afghanische Grenzgebiet abgesetzt hatte, betont in seiner jüngsten Botschaft, der persönliche Erfolg sei im "Heiligen Krieg" nicht wichtig: "Ich kann mein Ziel erreichen, ich kann aber auch in Guantanamo landen." Die islamistischen Terroristen von heute vergleicht er mit den "Sahaba", den treuen Gefährten des Propheten Mohammed. Möglicherweise hat Harrach für sich selbst auch den Namen Abu Talha (Vater des Talha) gewählt, um an die "Sahaba" zu erinnern und seine Bereitschaft zum "Märtyrertod" zu betonen. Über seinen Gefährten Talha soll Mohammed einst gesagt haben: "Wenn ihr einen Märtyrer sehen wollt, der auf zwei Beinen geht, dann schaut auch Talha bin Obeid-Allah an."

Bekkay Harrach ruft seine Glaubensbrüder am Ende seiner Botschaft zur Geduld auf. Und rät ihnen, in pseudo-rheinischer Mundart: "Den Ungläubigen so sage: Jedold, dat han isch jenoch."

(dpa, N24)

25.09.2009 12:15 Uhr

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