Metro baut um

Saturn an die Börse - Kaufhof ganz weg

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Metro will seine Elektronikmärkte an die Börse bringen. Die Kaufhof-Warenhäuser sollen dagegen ganz abgestoßen werden.
Video: Im Interview - Eckard Cordes, Metro-Chef

Deutschlands größter Handelskonzern Metro steht vor einem radikalen Umbau. Konzernchef Eckhard Cordes kündigte am Dienstag in Düsseldorf einen möglichen Verkauf der Kaufhof-Warenhäuser an. Die Elektroniktochter Media Markt Saturn soll für einen Börsengang fit gemacht und der Lebensmittelhändler Real binnen zwei Jahren umfassend saniert werden. 40 Real-Filialen stehen bereits auf dem Prüfstand.

Cordes widersprach aber Spekulationen über eine Zerschlagung der Metro Group. Diese werde weiter als Unternehmen bestehen: "Wir packen nur an, wo angepackt werden muss." Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Konzern den Umsatz und das Ergebnis vor Steuern deutlich steigern.

Real die "Baustelle" des Konzerns

Cordes sagte, Galeria Kaufhof sei zwar ein erfolgreiches, aus Konzernsicht aber kein strategisches Geschäft. Die Synergien mit anderen Geschäftsbereichen der Metro AG seien begrenzt, auch trage die Warenhaustochter nicht zur internationalen Expansion bei.

"Wir werden ohne jeden Zeitdruck alle Möglichkeiten prüfen und zum richtigen Zeitpunkt diejenige Option umsetzen, die den maximalen Wertzuwachs für die Metro Group bietet", sagte Cordes. Eine Option sei natürlich der Verkauf. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung von Kaufhof sehe er aber keinen Grund für überstürztes Handeln, betonte er. Man habe auch noch keine Gespräche mit Interessenten geführt.

Elektronikmärkte an die Börse

Die Metro Group denkt zudem über einen Börsengang der Elektronikmarkttochter Media Markt Saturn nach. «Wir werden das Unternehmen börsenfit machen», kündigte Cordes an. Zum Zeitplan machte er aber zunächst keine Angaben. Neben Metro Cash & Carry ist Media Markt Saturn dem Vorstandschef zufolge derzeit der wichtigste Wachstumstreiber im Konzern. Beide Marken zusammen eröffneten im vergangenen Jahr 84 neue Filialen.

Die Real-Lebensmittelmärkte - laut Cordes "die Baustelle der Metro Group" - sollen in Zweijahresfrist saniert werden. "Real ist eine absolute Top-Priorität des Vorstandes." Der Lebensmittelhändler müsse verlorene Marktanteile zurückgewinnen und seine Ertragskraft steigern.

Ziel bleibt demnach eine EBIT-Marge von 3 Prozent, die aber nicht bis 2009 zu erreichen sei. "Wenn uns die Sanierung von Real Deutschland nicht gelingt, werden wir die Konsequenzen ziehen", sagte Cordes. Rund 40 Real-Warenhäuser mit "deutlich unterdurchschnittlicher Entwicklung" stehen bereits auf dem Prüfstand: Man werde sich um Lösungen bemühen, sagte Cordes. Bevorzugt werde ein Verkauf.

Kräftiges Umsatzplus

Das starke internationale Geschäft bescherte dem Handelsriesen 2007 ein kräftiges Umsatzplus von 10,4 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro. International war sogar ein Anstieg von 13,6 Prozent zu verzeichnen. Das betriebliche Ergebnis vor Steuern (EBIT) wurde um fast 9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesteigert.

Wichtigster Wachstumstreiber war erneut Metro Cash & Carry mit einem Umsatzwachstum von 6 Prozent auf 31,7 Milliarden Euro, das EBIT wuchs um knapp 12 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. In Deutschland ging der Umsatz der Selbstbedienungs-Großhändler 2007 allerdings leicht zurück. Insgesamt eröffnete Metro im abgelaufenen Geschäftsjahr 32 neue Cash & Carry-Märkte in 14 Ländern, die Hälfte davon in Osteuropa.

Für 2008 erwartet die Metro Group ein Umsatzplus von mehr als 6 Prozent und eine Verbesserung des EBIT vor Sondereffekten von 6 bis 8 Prozent, wie Finanzvorstand Thomas Unger sagte.

(AP, N24)

18.03.2008 13:04 Uhr

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