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Formel 1: GP von Singapur

Renault steht vor einem Scherbenhaufen

Sponsoren flüchten, Star-Pilot Alonso ist auf dem Sprung zu Ferrari: Ein Jahr nach dem Unfallskandal von Singapur steht Renault an gleicher Stelle vor einem Scherbenhaufen.

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Renault beginnt nach dem Unfallskandal mit den Aufräumarbeiten.

Das Renault-Team steht nach dem Schuldspruch im Unfallskandal der Formel 1 vor einem Scherbenhaufen. Zwar hatten die Franzosen dem Automobil-Weltverband FIA bei der Verhandlung in Paris versichert, in der Formel 1 bleiben zu wollen, möglicherweise muss das Team aber erst komplett in neue Hände übergehen, um in der Königsklasse noch eine Zukunft zu haben.

Das Vertrauen der Geldgeber in den Rennstall scheint trotz der noch vor der FIA-Sitzung erfolgten Trennung von Ex-Teamchef Flavio Briatore, der als Hauptverantwortlicher für den inszenierten Unfall ausgemacht wurde, zu schwinden. Am Donnerstag zog sich zunächst ein spanischer Versicherungskonzern (Mutua Madrilena) mit sofortiger Wirkung zurück, lässt den persönlichen Vertrag mit dem zweimaligen Weltmeister Alonso aber weiterlaufen. Kurz darauf beendete auch der Hauptsponsor, eine niederländische Bank (ING), sein ohnehin zum Saisonende auslaufendes Engagement vorzeitig. "Besonders vor dem Hintergrund einer ansonsten erfolgreichen Zusammenarbeit sind wir von den Ereignissen zutiefst enttäuscht", hieß es in einer Mitteilung der Bank.

Die Spanier wurden noch deutlicher. Das Verhalten relevanter Teammitglieder sei nicht nur außerordentlich gefährlich gewesen und habe gegen die Integrität des Sports verstoßen, sondern sei auch ein Risiko für die Sicherheit von Zuschauern, Fahrern und Streckenpersonal gewesen, teilte der Konzern mit: "Das könnte das Image, die Reputation und den guten Namen der Sponsoren des Teams beeinträchtigen."

Da vor diesem Hintergrund potenzielle neue Sponsoren einen Einstieg überdenken könnten, ist vielleicht ein kompletter Neuanfang nötig. Bislang hat Renault die Nachfolge des lebenslang gesperrten Briatore und des für fünf Jahre aus dem Verkehr gezogenen Chefingenieurs Pat Symonds nur bis zum Saisonende intern geregelt. Auf ein Engagement des in den Medien gehandelten viermaligen Weltmeisters Alain Prost verzichteten die Franzosen aber.

Bei der Frage nach einem neuen Teamchef ist auch der Name David Richards gefallen. Der Brite, der vor seinem Engagement bei BAR bereits Teamchef beim Renault-Vorgängerteam Benetton war, könnte den Rennstall auch komplett übernehmen. Richards hatte in den letzten zwei Jahren vergeblich versucht, mit seinem eigenen Prodrive-Team in die Formel 1 einzusteigen - trotz vieler Millionen aus Asien und dem prestigeträchtigen Namen Aston Martin im Rücken. In der vorigen Woche wurde Richards bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt zur gleichen Zeit wie Renault-Boss Carlos Ghosn auf dem Messestand der Franzosen gesichtet. Auch die Renault-Fabrik im britischen Enstone soll er kürzlich besucht haben.

Alonso dürfte die Zukunft des Teams nicht mehr wirklich interessieren, auch wenn er seinen angeblich schon seit längerer Zeit feststehenden Wechsel zu Ferrari immer noch nicht bestätigt hat. "Es wäre sicher schön, wenn ich das beantworten könnte. Ich werde es hoffentlich bald wissen", sagte er in Singapur.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte unter der Woche erstmals zugegeben, dass es neben dem gesetzten Brasilianer Felipe Massa 2010 anstelle des noch unter Vertrag stehenden Kimi Räikkönen einen anderen Fahrer geben könnte. `Ein Spanier oder ein Finne? Wir werden in ein paar Wochen entscheiden", sagte Montezemolo.

(Thomas Straka, sid, N24)

25.09.2009 13:36 Uhr

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