Die europaweit höchsten Konzentrationen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) haben Umweltforscher über dem Ballungsgebiet zwischen Amsterdam und Frankfurt entdeckt.
Mit Hilfe von Satellitenmessungen sei es erstmals gelungen, regionale CO2- Konzentrationen nachzuweisen, die vom Menschen verursacht worden seien, teilte die Universität Bremen am Dienstag mit.
Kohlendioxid trägt am stärksten zum Klimawandel bei. Hauptquelle ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas durch Verkehr, Industrie und Haushalte. Die von Menschen verursachten CO2- Emissionen unterliegen starken jahreszeitlichen Schwankungen, wie Michael Buchwitz vom Institut für Umweltphysik an der Universität Bremen erläuterte. Denn im Frühling und Sommer, wenn die Pflanzen wachsen, nehmen sie große Mengen CO2 aus der Atmosphäre auf und setzen diese im Herbst nahezu vollständig wieder frei. Trotz Schwankungen gebe es einen kontinuierlichen Anstieg, sagte Buchwitz. «Das können wir klar in unseren Satellitendaten erkennen.»
Die Forscher konnten die regionalen Konzentrationen mit Hilfe des Instruments Sciamachy messen. Es umkreist seit 2002 an Bord des Umweltsatelliten «Envisat» die Erde. Dabei misst es die vom Erdboden und Atmosphäre zurückgestreuten Sonnenstrahlen. Die Bremer Forscher entwickelten physikalisch-mathematische Methoden, mit denen die Daten von Sciamachy ausgewertet wurden.
Sciamachy wurde unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gebaut. Es ist laut DLR das einzige Satelliteninstrument, das diese Messungen durchführen kann. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von Daten aus drei Jahren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Atmospheric Chemistry and Physics Discussion» (Dienstag) veröffentlicht.
(DPA)
18.03.2008 14:03 Uhr








