"Sieg" und "Niederlage"

Politiker über den Politikwechsel

Schwarz-Gelb ist der klare Sieger der Bundestagswahl. Die SPD steckt hingegen tiefer in der Krise als jemals zuvor. Entsprechend unterschiedlich werten die Politiker den Ausgang der Wahl.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Ich bin heute Abend zufrieden und glücklich." "Ich möchte Bundeskanzlerin aller Deutschen sein, damit es unserem Land bessergeht, und das gerade in einer solchen Krise."
FDP-Chef Guido Westerwelle: "Wir sind bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren."
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier: "Da gibt es nichts drumherum zureden. Das ist eine bittere Niederlage."
SPD-Chef Franz Müntefering: "Die Sozialdemokratie wird sich nach vorne kämpfen"
SPD-Fraktionschef Peter Struck: "Das ist eine schwere Stunde für uns heute."
Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit (SPD): "Die SPD wird ihr soziales Profil schärfen müssen."
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU): "Wir als Union freuen uns und wissen, was wir zu tun haben."
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU): "Wir haben unser wichtigstes Wahlziel erreicht: Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin."
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): "Das Abschneiden der CSU in Bayern ist nicht zufriedenstellend."
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle: "Ich freue mich über das beste Ergebnis der Geschichte."
Linke-Fraktionschef Gregor Gysi: "1989 konnte ich mir nicht vorstellen, was wir hier erreicht haben."
Linke-Chef Oskar Lafontaine: "Die Linke ist die Partei, die jetzt darauf drängen wird, dass der Sozialstaat wieder hergestellt wird".
Linke-Vorsitzender Lothar Bisky: "Wir haben heute allen Grund zu feiern. Die Linke wächst, und die zweisteillige Linke wird noch zeigen, was sie kann"
Die Linke-Bundestagsabgeordnete Petra Pau: "Das soziale Gewissen in der Bundesrepublik wurde gestärkt."
Der Grüne-Spitzenkandidat Jürgen Trittin: "Selbst supergute Grüne können das Desaster der SPD nicht kompensieren."
Die Grüne-Vorsitzende Claudia Roth: "Schwarz-Gelb hat eine starke Opposition verdient. Und die bekommt sie jetzt - knallgrün!"
Der Grüne-Fraktionschef Fritz Kuhn: "Schön ist, dass wir zweistellig geworden sind. Das ist eine Bestätigung für unsere inhaltliche Arbeit."
Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel: "Es braucht einen radikalen Erneuerungsprozess, um die Glaubwürdigkeit wieder zurückzugewinnen."
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So sehen Sieger aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde nach der Bekanntgabe der Wahlhochrechnungen von ihren Anhängern frenetische gefeiert.
Die Union erlangte bei der Bundestagswahl 33,8 Prozent und kann jetzt gemeinsam mit der FDP (14,6 Prozent) regieren.
Entsprechend groß auch die Freude bei den Liberalen. FDP-Chef Guido Westerwelle hatte sich im Wahlkampf von Anfang an für ein ...
... schwarz-gelbes Bündnis stark gemacht. Seine klare Absage an eine mögliche Ampelkoalition hat sich offenbar ausgezahlt.
Mit nur 23 Prozent steckt die SPD hingegen weiter tief in der Krise. Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gestand in Berlin seine Niederlage ein und ...
... versprach, künftig aus der Opposition heraus die Regierungsarbeit mitzugestalten.
Die Grünen konnten zumindest leicht auf 10,7 Prozent zulegen, müssen aber ebenfalls weiter in der Opposition bleiben.
Für die Grünen-Spitzenkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin ist dies jedoch kein Grund zur Trauer. Stattdessen sehen sie sich durch die Zugewinne in ihrer Politik bestätigt.
Ein weiterer großer Gewinner der Wahl ist die Linkspartei. Die Partei von Spitzenkandidat Gregor Gysi freut sich über einen deutlichen Stimmenzuwachs auf 11,9 Prozent.
In Brandenburg kann sie nach massiven Gewinnen sogar auf eine Regierungsbeteiligung hoffen.
Die Wahlbeteiligung erreichte mit rund 71 Prozent ein neues Rekordtief. Deutschlands Spitzenpolitiker gingen am Sonntag hingegen geschlossen an die Wahlurnen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Ehemann Joachim Sauer hatten bei der Stimmabgabe in Berlin allen Grund, gut gelaunt zu sein.
In allen Umfragen lag die CDU deutlich vor der SPD und ihrem Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Der Sieg zeichnete sich bereits ab.
Dennoch kamen auch Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender gut aufgelegt an die Wahlurne in Berlin.
Im Wahllokal verbreitete Steinmeier noch gute Laune, vielleicht ein letzter Versuch noch einige unentschlossene Wähler zu überzeugen.
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle setzte sich beim Wahlgang perfekt in Szene. Der Oberliberale konnte laut den letzten Umfragen ...
... auf eine Beteiligung an einer Schwarz-Gelben Bundesregierung hoffen und war entsprechend gut aufgelegt.
Ähnlich ging es auch dem Spitzenkandidat der Linkspartei Gregor Gysi und seiner Frau Andrea.
Schon ein Test für ein mögliches Gelöbnis? Nein, Gregor Gysi scherzte bei seinem Gang zur Wahlurne in Berlin-Pankow ...
... nur mit den wartenden Medienvertretern. Seine Partei konnte mit einem ordentlichen Stimmenzuwachs rechnen und den gab es dann ja auch.
Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast probte in Berlin-Schöneberg vorsichtshalber noch einmal den Einwurf des Wahlzettels.
Beim Gang an die Urne hat dann auch alles problemlos geklappt. An ihr lag es also nicht, dass aus der Regierungsbeteiligung letztlich doch nichts wurde.
Der Unions-Politstar Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte gleich seine ganze Familie mit ins Wahllokal gebracht.
Standesgemäß befand sich dieses natürlich in Guttenberg (Oberfranken), dem Heimatort der namensgebenden Adelsfamilie.
Guttenberg konnte sich begründete Hoffnungen machen, auch künftig in Deutschland mitzuregieren. Kaum ein anderer Politiker hatte zuletzt ähnlich gute Zustimmungswerte.
Auch Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau Eva Luise gingen in der Bundeshauptstadt wählen.
Das deutsche Staatsoberhaupt ist normalerweise der Unparteilichkeit verpflichtet.
Bei der Bundestagswahl durfte und musste aber auch er sich für eine Partei entscheiden.
In Potsdam gingen Matthias Platzeck (SPD) und seine Frau Jeanette Jesorka wählen.
Für den Brandenburger Ministerpräsident ging es bei der Doppelwahl dort auch um die Fortsetzung seiner Regierungszeit und die hat er auch erreicht.
Auch in Schleswig-Holstein wurde neben dem Bundestag auch der Landtag neu gewählt. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) wollte künftig ohne die SPD regieren.
Auch dieser Plan ging offenbar auf, obwohl SPD-Spitzenkandidat Ralf Stegner gleich seine ganze Familie ...
... mit ins Wahllokal brachte.
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Die Bundestagswahl steht kurz bevor, und viele Bürger haben sich noch nicht entschieden, wen sie wählen werden. Sollen sie ihr Kreuzchen bei …
… der CDU, …
… der SPD, …
… der FDP, …
… den Grünen …
… oder doch bei den Linken machen?
Einige Prominente dagegen wissen schon ganz genau, wer ihre Stimme bekommt und verraten das auch. Die Schauspielerin Senta Berger etwa wählt die SPD.
Mutter Beimer alias Marie-Luise Marjan wird ihre Stimme den Liberalen geben, genauso wie ...
... ihre Kollegin Julia Biedermann, den meisten noch als "Tanja Graf" aus "Ich heirate eine Familie" bekannt, und ...
... ihr Kollege Sky du Mont.
Ex-Fernseh-Kriminalkommissar Charles M. Huber hat sich für die CDU entschieden, so auch ...
... das ewige "Schätzchen" Uschi Glas, ...
... die Fernsehdarsteller Heiner Lauterbach ...
... und Sascha Hehn. Der wurde in Deutschland mit der "Schwarzwaldklinik" berühmt, was er mit ...
... Volker Brandt gemeinsam hat. Brandt hat sich aber für eine andere Partei entschieden, nämlich für Die Grünen. Genauso wie ...
... Jasmin Tabatabai, die zuletzt in dem Film "Der Baader Meinhof Komplex" in den Kinos zu sehen war, und ...
... Ralph Herforth, der in "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" den Robin Hood-Nachfolger Walter Sattler spielte.
In dem "Grünen-Boot" sitzt auch Rockröhre Nina Hagen.
Einer der wenigen Prominenten, der sich für Die Linke erwärmen kann, und das auch offen zugibt, ist Komponist und Musiker Konstantin Wecker.
Schlagersänger Bernhard Brink macht hier zwar Werbung in eigener Sache, aber auch für die FDP: "Meine Stimme gebe ich der FDP, weil ich liberal denke und lebe."
Aus demselben Metier wie Bernhard Brink ist Sänger Roland Kaiser, denkt aber in eine andere politische Richtung: Er wählt die SPD.
Das tut auch der Musiker Peter Maffay - und singt sogar für die Sozialdemokraten: Mit ausgestreckten Armen am 06.09.2009 während einer Wahlkampfveranstaltung der SPD in Salzgitter-Lebenstedt. Die politische Gesinnung teilt Maffay mit ...
... "Die Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel. Er war auch ...
... bei dem "Kanzlerduell" zwischen SPD-Spitzenkandidat Franz-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Ort, um die SPD zu unterstützen - genauso wie die "Supernanny" Katharina Saalfrank.
Sie ist schon seit längerem aktives Mitglied der SPD.
Fernsehmoderator Dirk Bach ist bekannt für sein schrilles Auftreten und als Spaßmacher. Mit seiner Wahl aber ist es ihm ernst: "Grün bleibt für mich die einzige Alternative. Ich denke bunt und wähle Grün."
Showmaster Thomas Gottschalk hat sich nun offen für eine schwarz-gelbe Koalition ausgesprochen.
Die ehemalige Box-Weltmeisterin Regina Halmich ist bekennende CDU-Anhängerin und wird ihr Kreuzchen am Wahlsonntag bei den Christdemokraten machen. Auch ihre Kollegen, ...
... die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Gunda Niemann-Stirnemann, ...
... der ehemalige Fußball-Spieler Olaf Thon und ...
... "Golden Goal"-Schütze und Manager der Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, engagieren sich für die Fortsetzung der Kanzlerschaft von Angela Merkel.
Weiterhin Frau Angela Merkel im Amt sehen will auch der ehemalige BMG-Musikmanager Thomas Stein.
"Mietwagenkönigin" Regine Sixt tritt für die Liberalen ein, so wie auch ...
... die Society-Lady Dr. Gabriele Inaara Begum Aga Khan.
Mode-Designer Wolfgang Joop dagegen steht zur CDU.
Dass sich Autor und Nobelpreisträger Günter Grass für die SPD engagiert, ist seit Jahren bekannt.
Auch sein Schriftstellerkollege Sten Nadolny ("Die Entdeckung der Langsamkeit") unterstützt die Sozialdemokraten.
Das Herz von "Russendisko"-Verfasser Wladimir Kaminer schlägt dagegen noch weiter links: Er ist für Die Linke.
Und? Wissen Sie jetzt, für wen Sie am Wahlsonntag stimmen werden? Ein bisschen Zeit bleibt Ihnen ja noch ...
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(N24)

27.09.2009 16:26 Uhr

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