Von Mao bis Markt
60 Jahre Volksrepublik China
Am 1. Oktober 1949 ruft Mao Tsetung, Führer der Kommunistischen Partei, die Volksrepublik China aus. Bis heute ist das Land von seiner fast 30 Jahre langen Herrschaft geprägt.
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Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten! 1. Oktober 1949: Nach dem Sieg im Bürgerkrieg verkündet Mao Tsetung die Gründung der kommunistischen Volksrepublik China. 1949-52: In dieser Zeit findet die Übergangsphase mit Bodenreform, Beseitigung des Feudalismus und der Kuomintang-Bürokratie statt. Außerdem geht China ein Bündnis mit der Sowjetunion ein. 1950: Die Volksbefreiungsarmee besetzt Tibet. Hier sind der Panchen (2.v.l.) und der Dalai Lama (2.v.r.) umgeben von ihren "Beschützern", Mao Tsetung (M.), Zhou Enlai, Chinas Premierminister (l.) und Liu Shaoqi, damals Stellvertreter Maos. 1950 - 1953: China kämpft an der Seite Nordkoreas gegen den Süden und die USA. Eine halbe Million chinesischer Soldaten werden getötet. 1953-56: Die Industrie wird verstaatlicht, die Landwirtschaft kollektiviert. 1957: In der "Hundert-Blumen-Bewegung" werden Intellektuelle zur Kritik ermutigt, dann in der "Anti-Rechtsbewegung" verfolgt. 1957-59: Der "Große Sprung nach vorn" mobilisiert die Massen zur Stahlproduktion. Das Experiment scheitert, der folgenden Hungersnot fallen schätzungsweise 30 Millionen Chinesen zum Opfer. 1960: Nach Differenzen bricht das Bündnis mit der Sowjetunion. Im Bild: Mao Tsetung (l.) und der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow. 1966: Der innenpolitisch unter Druck stehende Mao Tsetung mobilisiert "Rote Garden" zur "Kulturrevolution", um seine Gegner zu verfolgen. Er stürzt das Land ins Chaos. 1975: Premier Zhou Enlai initiiert die "Vier Modernisierungen", die die Reform von Landwirtschaft, Industrie, Militär sowie Wissenschaft und Technik beinhalten. 1976: Mao Tsetung stirbt. Im selben Jahr wird die linke "Viererbande" - seine Frau Jiang Qing (M.) und drei Gefolgsleute - gestürzt. 1977: Deng Xiaoping (r.), der nach Maos Tod die Führung der Kommunistischen Partei übernimmt, leitet erste wirtschaftliche Reformen ein und experimentiert mit dem Kapitalismus. 1978: Die Politik der Reform und Öffnung beginnt. Im Bild: US-Senator Edward Kennedy (l.) mit dem chinesischen Präsidenten Deng Xiaoping. 1979: Die Bewegung um die "Mauer der Demokratie" wird niedergeschlagen. 1989: Die Demokratiebewegung endet im Massaker vom 4. Juni 1989. Der Reformer Zhao Ziyang (im Bild) wird als Parteichef durch Jiang Zemin ersetzt. 1992: Mit einer Reise in den Süden bringt Deng Xiaoping (M.) das Land gegen ultralinken Widerstand zurück auf wirtschaftlichen Reformkurs. 1993: Die "Sozialistische Marktwirtschaft" wird in der Verfassung verankert. 1997: Deng Xiaoping stirbt am 19. Februar. Im Juli fällt die britische Kronkolonie Hongkong an China zurück und wird seitdem nach der Formel "ein Land, zwei Systeme" autonom verwaltet. 1999: Die portugiesische Enklave Macao wird an China zurückgegeben. 2001: China tritt der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Im Bild: Shi Guangsheng, Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit (l.) und Pascal Lamy, EU-Kommissar für Außenhandel. 2002: Im Zuge eines lange vorbereiteten Generationenwechsels in der Führung übernimmt Hu Jintao den Parteivorsitz. 2008: China hält erstmals Olympische Spiele in Peking ab. Zuvor finden weltweit massive Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen in China und die chinesischen Reaktion auf ausgebrochene Unruhen in Tibet statt. Video: China feiert sich selbst - Hu Jintao will Nationalstolz anfachen Die Wunden von Tiananmen sind noch nicht verheilt. Auch 20 Jahre nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung sind die Auswirkungen zu spüren. Das Massaker hat China verändert. Im Juni 1989 geriet nicht nur der Wunsch nach Demokratie, Freiheit und Mitbestimmung unter die Panzerketten. China ging ein Stück Idealismus verloren. Die demokratische Revolution hat … … am 15. April 1989 begonnen. Menschen demonstrierten bei der Trauerfeier … … für den reformerischen Parteichef Hu Yaobang, der 1987 gestürzt wurde. Die Menschenmassen wurden immer größer und forderten Pressefreiheit, Kampf gegen Korruption, eine Offenlegung der Einkünfte hoher Funktionäre und mehr Geld für das Bildungswesen. Im Mittelpunkt der Proteste stand der Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) im Herzen Pekings, auf dem Studenten campierten und in einen Hungerstreik traten. Am 26. April 1989 sprach die Regierung von einer "Verschwörung" und warnte vor Unruhen im ganzen Land, was Empörung unter den Studenten auslöste. Derweil brach in der chinesischen Führung ein Machtkampf aus, wie mit den Protesten umgegangen werden soll. Am Ende setzten sich die Hardliner durch, stürzten den reformerischen Parteichef Zhao Ziyang (Foto). Am 20. Mai 1989 wurde der Ausnahmezustand über Peking verhängt. Der mächtigste Altpolitiker Deng Xiaoping ordnete den Militäreinsatz an. Die Truppen rollten am Abend des 3. Juni 1989 mit Panzern in die Stadt, Soldaten schossen auf die Menschen und schlugen die friedliche Bewegung gewaltsam nieder. Qi Zhiyong war dabei. Der Mann, der damals sein Bein verlor, erinnert sich noch heute detailliert an die Ereignisse: ... "Ich sah, wie Leute überrollt wurden. Überall spritzte Blut." Der damals 33-jährige Bauarbeiter … … sagt weiter: "Die Panzer rückten vor, als ob die Menschen gar nicht da wären. Mir standen die Haare zu berge. Mir war kalt bis ins Mark." Bis heute gibt es keine Zahlen über die Opfer, doch dürften hunderte Menschen ums Leben gekommen sein. Tausende wurden landesweit inhaftiert. Bis heute sitzen nach Schätzungen noch 30 Teilnehmer in Haft. Qi Zhiyong, der zum Regimekritiker wurde, ist enttäuscht über die heutige Jugend: "Die jungen Leute, die essen Hamburger und tragen bekannte Marken. Doch wenn vom 4. Juni die Rede ist, haben sie nur eine vage Vorstellung davon, was passiert ist." Es ist eine Mischung aus Gleichgültigkeit und Unwissen der Jugend. Das Thema ist tabu. Die Demonstrationen gelten als konterrevolutionärer Aufstand und werden selten öffentlich erwähnt. Schulbücher gehen darauf nur am Rande ein. "Meine Eltern haben mir erzählt, dass an meinem Geburtstag irgendwas auf dem Tinanmen-Platz passiert ist, aber ich weiß keine Einzelheiten", sagt Feng Xiaoguang, der am Morgen des 4. Juni 1989 geboren wurde. Die chinesische Regierung hat bisher jegliche öffentliche Diskussion über das Tiananmen-Massaker abgewürgt. Wer das Tabu bricht, wird mundtot gemacht. "Eine Wiederaufarbeitung des 4. Juni 1989 wäre der Start politischer Reformen in China", glaubt Wang Dan, der nach dem Massaker auf Platz eins der Liste der meistgesuchten Studentenführer stand. So wird der 20. Jahrestag der blutigen Niederschlagung von der chinesischen Regierung offiziell ignoriert. Keine der staatlich kontrollierten chinesischen Medien erwähnt den Jahrestag. Hunderte Polizisten bewachen dieser Tage den Platz des Himmlischen Friedens. Journalisten wird der Zugang verwehrt. Die Olympischen Spiele im August 2008 waren Spiele der Superlative. Ob groß oder klein, ... ... Chinese oder Finnin - Olympia 2008 war ein voller Erfolg. Das ist auch an den Einschaltquoten zu erkennen: Allein die gigantische und spektakuläre Eröffnungsfeier im "Vogelnest" verfolgten 840 Millionen Chinesen live vor dem Fernseher. Zwei Wochen brannte das olympische Feuer im "Vogelnest" und leuchtete den Sportlern aus aller Welt bei ihren Höchstleistungen. Unangefochtener Star von Olympia 2008 in Peking ist Michael Phelps. Der 23-Jährige verzauberte die Öffentlichkeit mit seinem unnachahmlich-eleganten Schwimmstil. Der Amerikaner fischte insgesamt acht Goldmedaillen aus dem olympischen Schimmbecken. Rekord! 1972 hatte Phelps' Landsmann Mark Spitz sieben Mal Gold gewonnen. Die Spannweite von Phelps' Armen beträgt mehr als zwei Meter. In Peking schwamm der "Außerirdische" sieben Weltrekorde. Auf "lediglich" drei Weltrekorde brachte es der Jamaikaner Usain Bolt. Über 100 m lief "Lightning Bolt" die Fabel-Zeit von 9,69 Sekunden. Eine noch bessere Zeit verschenkte der Sprinter, weil er bereits nach 80 m das Tempo aus seinem Lauf nahm. Dennoch düpierte er seine Konkurrenz, wie das Zielfoto beweist. Das brachte Bolt Kritik von vielen Seiten ein, auch von IOC-Präsident Jaques Rogge. Über 200 m siegte "Gold-Bolt" erneut - wieder mit einem Weltrekord. Ob es an den goldfarbenen Puma-Spikes lag? Die ersten Doping-Vorwürfe machten die Runde. Bolt ließ sich davon aber nicht beirren und siegte auch noch mit Jamaikas 4x100-m-Staffel. Insgesamt gewann Jamaika sieben goldene Lauf-Medaillen. Dass Jamaika so golden punkten konnte, lag auch an der Schwäche der US-Athleten. Lediglich über 400 m konnten sie überzeugen. Über 100 m wurde Walter Dix zwar Dritter, die Staffel schied aber nach einem katastrophalen Wechselfehler vor dem Finallauf aus. Auch Deutschlands Leichtathleten enttäuschten bei Olympia in Peking. Egal ob Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler... ... oder Stabhochspringer Tim Lobinger - beide scheiterten bereits frühzeitig. Heidler im Vorkampf und Lobinger bei seinen wohl letzten Olympischen Spielen in der Qualifikation. Für Lichtblicke sorgten die beiden deutschen Hochspringer Raul Spank (5.) und Ariane Friedrich (7.). Beide konnten allerdings nicht in die Medaillenentscheidungen eingreifen. Bei Friedrich hatte der "Po-Muskel zugemacht". Im Hochsprung der Frauen holte sich überraschend die Belgierin Tia Hellebaut mit im ersten Versuch übersprungenen 2,05 m Gold. Ebenfalls übersprungene 2,05 m hatte Favoritin Blanka Vlasic aus Kroatien auf ihrem Konto. Da sie aber mehr Fehlversuche auf ihrem Konto hatte, reichte es nur für Silber. Es war die erste Niederlage der Kroatin nach 34 Siegen in Folge. Ähnlich dominant war die Russin Elena Isinbaeva vor den Olympischen Spielen in ihrer Disziplin, dem Stabhochsprung der Frauen. In Peking musste sie dann zwar kämpfen... ... gewann aber dennoch Gold... ... mit übersprungenen 5,05 m. Neuer Weltrekord - der insgesamt 24. ihrer Karriere. Sie will aber noch mehrere nachlegen. Ihr Ziel: Sergej Bubka zu überholen, der insgesamt 35 Mal Weltrekord gesprungen war. Im Stabhochspringen der Männer zog der Russe Jewgeni Lukjanenko nach einem harten Kampf gegen den Australier Steve Hooker (im Bild) den Kürzeren. Hooker gewann das erste Olympia-Stabhochsprung-Gold für Australien mit neuem olympischen Rekord von 5,90 m. Deutschlands einzige Medaille bei den Leichtathletik-Wettbewerben im Pekinger "Vogelnest" holte die Speerwerferin Christina Obergföll: Bronze. Auch Chinas Leichtathleten mussten Medaillen-Ausfälle verkraften. Einen Schockzustand unter den Chinesen löste Hürdensprinter Liu Xiang aus. Das fest eingeplante Gold Lius scheiterte an einer kränkelnden Achillessehne. Liu (r.) musste bereits im Vorlauf über 110 m Hürden die Segel streichen. Sein Abgang aus dem "Vogelnest" ist eines der Bilder dieser Olympischen Spiele. Ebenso wie die Tränen seines Trainers... ... und die Trauer unter seinen Millionen Fans. Die Werbeikone Liu musste sich danach vorwerfen lassen, nicht "gut genug" trainiert zu haben. Besser machte es der zweite chinesische Star Yao Ming. Der NBA-Star brachte mit seinen Körben vor allem das deutsche Basketball-Team zur Verzweiflung. Zwar hatte es Deutschlands Dirk "Dirkules" Nowitzki in der Schlussphase des vorentscheidenden Spiels gegen China in der Hand, seine Mannschaft noch einmal ins Spiel zu bringen. Sein Dreier kurz vor dem Ende blieb aber am Korb hängen. Deutschlands Basketballer waren damit bereits in der Vorrunde gescheiert und der olympische Traum von Dirk Nowitzki vorbei. Nowitzki hatte bei der Eröffnungsfeier die Ehre, die deutsche Fahne zu tragen und die 435 deutschen Sportler ins Stadion zu führen. "Es war gigantisch", sagte er später dazu. Bei der Abschlussfeier wurde dann einer Kanutin die Ehre zuteil, Deutschlands Olympioniken ins "Vogelnest" zu führen: Katrin Wagner-Augustin. Sie gewann mit dem Vierer-Kajak der Frauen (u.a. mit Fanny Fischer - der Nichte Birgit Fischers) Gold und zudem noch Bronze im Kajak-Einer. Dennoch war das Abschneiden in Peking für den Deutschen Kanu-Verband mit insgesamt sieben Medaillen, davon nur zwei Mal Gold, das schlechteste seit 24 Jahren. Der vierfache Olympiasieger Andreas Dittmer ging beispielsweise leer aus. Nichts vorzuwerfen haben sich aber die Kanuten Christian Gille und Tomasz Wylencek, die nach ihrem Canadier-Zweier-Rennen sogar ärztliche Hilfe brauchten. Wylencek hatte einen Kreislaufkollaps erlitten. Auch die deutschen Ruderer enttäuschten, allen voran das "Flaggschiff" des Verbands, der Achter. Er erreichte nicht einmal das Finale. Auch die deutschen Schwimmer schwammen lange Zeit hinterher. Doch dann sprang die Berlinerin Britta Steffen ins Wasser... ... und tauchte mit zwei Goldmedaillen wieder auf. Ein Traum wird wahr. Insgesamt gewannen deutsche Athleten in Peking 16 Goldmedaillen. Dabei waren Überraschungen wie der Triathlon-Triumph von Jan Frodeno... ... oder der Start-Ziel-Sieg der Mountainbikerin Sabine Spitz oder auch... ... das erste deutsche Gold im Modernen Fünfkampf seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin durch Lena Schöneborn. Erwartet worden war dagegen das Gold der Dressur-Reiter-Equipe oder der Hockey-Herren. Die Hockey-Herren holten das einzige Gold bei den Ballsportarten. Sowohl die Handballer (Trainer Brand im Bild), als auch die Basketballer oder die Volleyballer enttäuschten. Im Handball konnten auch die Frauen nichts reißen: Aus in der Vorrunde. (Im Bild: Grit Jurack). Sportlich überzeugen konnten auch die Beach-Volleyballer(innen) nicht - auch wenn sie eine gute Figur bei ihren Spielen machten. (Im Bild: Laura Ludwig) Die Fußballerinnen, Weltmeister und angereist um Olympia-Sieger zu werden, wurden "nur" Dritte - zum dritten Mal in Folge. (Im Bild: Simone Laudehr) Bei den Fechtern gab es zwei Mal Gold zu bejubeln: Im Florett-Einzel durch Benjamin Kleibrink und im Degen-Einzel durch Britta Heidemann (im Bild). Im Judo kürte sich Ole Bischof zum Olympiasieger, im Kanu-Slalom wurde Alexander Grimm Erster und auch der "stärkste Mann" der Spiele kommt aus Deutschland: Matthias Steiner widmete seinen Sieg seiner vor einem Jahr bei einem Autounfall gestorbenen Frau. Im Turnen konnte Fabian Hambüchen die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Mit zwei Patzern am Reck - im Team-Mehrkampf und im Einzel-Mehrkampf - verspielte er jede Medaillenchance. Am Barren wurde Deutschlands Vorzeige-Turner dann Vierter. Und auch an seinem Lieblingsgerät, dem Reck, musste er lange warten, bis... ... er sich endlich das lang ersehnte Edelmetall umhängen konnte: Bronze. Dominiert wurden die Turn-Wettbewerbe - bei Frauen und Männern - von den Chinesen. Der Stolz war ihnen bei den Siegerehrungen anzusehen. (Im Bild: Yang Wei) Bei den Turnerinnen aus China halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass so manche von ihnen nich nicht bei den "Frauen" hätten starten dürfen. Die Geburtsdaten sollen überprüft werden. Peinlich für China war auch der "Milli Vanilli"-Auftritt bei der Eröffnungsfeier. Wegen ihrer schiefen Zähne durfte Yang Peiyi zwar singen, aber auf der Bühne stand ein anderes Mädchen - des schönen Scheins wegen. Für einen Skandal bei Olympia in Peking sorgte der Kubaner Angel Valodia Matos im Taekwondo. Im Bronze-Kampf rastete der 31-Jährige aus und versetzte dem Schiedsrichter Chakir Chelbat einen Tritt vor den Kopf. Matos wurde lebenslänglich gesperrt. Zehn Dopingfälle soll es bisher in Peking gegeben haben. Unter anderem wurde die polnische Siebenkämpferin Ludmilla Blonska (im Bild) erwischt. Der Olympia-Zweiten droht nun als Wiederholungstäterin eine lebenslange Sperre. Etwa 5.000 Tests wurden während der Spiele durchgeführt. Erwischt wurde dabei auch das deutsche Pferd Cöster von Spring-Reiter Christian Ahlmann. Ganz ohne Doping konnte die beinamputierte Südafrikanerin Natalie du Toit überzeugen. Sie schwamm im Langstrecken-Rennen der Frauen mit und wurde 16. Unvergessen wird auch der Auftritt des schwedischen "Tischtennis-Opas" Jörgen Persson bleiben. Der 42-Jährige war als Vierter bester Nicht-Chinese im Männer-Turnier. Deutschlands Tischtennis-Künstler Timo Boll hatte schon vorher die Segel streichen müssen. Im Team-Wettbewerb erkämpfte sich Boll aber gemeinsam mit Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß (v.l.n.r.) Silber - der größte Erfolg für Deutschland seit 16 Jahren. Eine andere Bestmarke setzte Kirsty Coventry: Sie gewann eine Gold- und drei Silbermedaillen. Das war die gesamte Olympia-Ausbeute Simbabwes. Zwei Medaillen bei zwei Starts heimste der Schweizer Radsportler Fabian Cancellara ein: Gold im Einzelzeitfahren und Bronze im Straßenrennen an der chinesischen Mauer. Für die Sportgymnastin Almudena Cid waren es die vierten Olympischen Spiele. Die 28-jährige Spanierin könnte theoretisch auch noch 2012 in London die Bänder schwingen. Bei allen Olympischen Spielen seit 1992 hat der russische Wasserspringer Dmitri Sautin (im Bild) eine Medaille gewonnen. Mit Juri Kunakow erkämpfte er Silber im Synchronspringen vom 3-m-Brett. Für eine der schönsten Nebensachen der Welt... ... hatte der australische Wasserspringer Matthew Mitcham vor dem letzten Durchgang im Finale vom 10-m-Turm keine Augen. 114 Punkte konnte er maximal mit seinem letzten Sprung holen. 108 hätte er für den Sieg gebraucht. Am Ende wurden es mehr als 112 und Mitcham sicherte die erste australische Goldmedaille im Wasserspringen. Insgesamt gewannen die Sportler von Down Under 14x Gold, 15x Silber und 17x Bronze. Deutschland siegte 16 mal, gewann 10 Silber- und 15 Bronzemedaillen - insgesamt also 41x Edelmetall. Kein Grund für die Fans die Köpfe hängen zu lassen. Vor vier Jahren in Athen waren es insgesamt zwar 49 Plaketten, aber nur 13x Gold gewesen. Chinas Sportler erkämpften 51x Gold und insgesamt 110 Medaillen. Kein Wunder, dass das "Reich der Mitte" zufrieden mit den Olympischen Spielen in Peking sind. Da ändern auch die Proteste für ein freies Tibet nichts daran. Das Olympia in Peking auch einen politischen Aspekt hatte, bewiesen auch die Beach-Volleyballerinnen Andrezza Chagas (Rtvelo) aus Georgien, die Russinen Alexandra Shiryaeva und Natalya Uryadova sowie die Georgierin Cristine Santanna (Saka)... ... die mit einer freundschaftlichen Umarmung eine Friedensgeste an die Führer ihrer beiden Staaten schickten und so gegen den Kaukasus-Konflikts demonstrierten. IOC-Präsident Rogge ließ sich hingegen nicht zu einer Äußerung diesbezüglich hinreißen. Die nächsten Olympischen Sommerspiele finden 2012 in London statt. Großbritannien hat in Peking gezeigt, dass die Sportler vorbereitet sind: 19x Gold, 13x Silber und 15x Bronze. Eine der Goldmedaillen holte Bahn-Sprinterin Victoria Pendleton. Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten!
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Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten! 1. Oktober 1949: Nach dem Sieg im Bürgerkrieg verkündet Mao Tsetung die Gründung der kommunistischen Volksrepublik China. 1949-52: In dieser Zeit findet die Übergangsphase mit Bodenreform, Beseitigung des Feudalismus und der Kuomintang-Bürokratie statt. Außerdem geht China ein Bündnis mit der Sowjetunion ein. 1950: Die Volksbefreiungsarmee besetzt Tibet. Hier sind der Panchen (2.v.l.) und der Dalai Lama (2.v.r.) umgeben von ihren "Beschützern", Mao Tsetung (M.), Zhou Enlai, Chinas Premierminister (l.) und Liu Shaoqi, damals Stellvertreter Maos. 1950 - 1953: China kämpft an der Seite Nordkoreas gegen den Süden und die USA. Eine halbe Million chinesischer Soldaten werden getötet. 1953-56: Die Industrie wird verstaatlicht, die Landwirtschaft kollektiviert. 1957: In der "Hundert-Blumen-Bewegung" werden Intellektuelle zur Kritik ermutigt, dann in der "Anti-Rechtsbewegung" verfolgt. 1957-59: Der "Große Sprung nach vorn" mobilisiert die Massen zur Stahlproduktion. Das Experiment scheitert, der folgenden Hungersnot fallen schätzungsweise 30 Millionen Chinesen zum Opfer. 1960: Nach Differenzen bricht das Bündnis mit der Sowjetunion. Im Bild: Mao Tsetung (l.) und der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow. 1966: Der innenpolitisch unter Druck stehende Mao Tsetung mobilisiert "Rote Garden" zur "Kulturrevolution", um seine Gegner zu verfolgen. Er stürzt das Land ins Chaos. 1975: Premier Zhou Enlai initiiert die "Vier Modernisierungen", die die Reform von Landwirtschaft, Industrie, Militär sowie Wissenschaft und Technik beinhalten. 1976: Mao Tsetung stirbt. Im selben Jahr wird die linke "Viererbande" - seine Frau Jiang Qing (M.) und drei Gefolgsleute - gestürzt. 1977: Deng Xiaoping (r.), der nach Maos Tod die Führung der Kommunistischen Partei übernimmt, leitet erste wirtschaftliche Reformen ein und experimentiert mit dem Kapitalismus. 1978: Die Politik der Reform und Öffnung beginnt. Im Bild: US-Senator Edward Kennedy (l.) mit dem chinesischen Präsidenten Deng Xiaoping. 1979: Die Bewegung um die "Mauer der Demokratie" wird niedergeschlagen. 1989: Die Demokratiebewegung endet im Massaker vom 4. Juni 1989. Der Reformer Zhao Ziyang (im Bild) wird als Parteichef durch Jiang Zemin ersetzt. 1992: Mit einer Reise in den Süden bringt Deng Xiaoping (M.) das Land gegen ultralinken Widerstand zurück auf wirtschaftlichen Reformkurs. 1993: Die "Sozialistische Marktwirtschaft" wird in der Verfassung verankert. 1997: Deng Xiaoping stirbt am 19. Februar. Im Juli fällt die britische Kronkolonie Hongkong an China zurück und wird seitdem nach der Formel "ein Land, zwei Systeme" autonom verwaltet. 1999: Die portugiesische Enklave Macao wird an China zurückgegeben. 2001: China tritt der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Im Bild: Shi Guangsheng, Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit (l.) und Pascal Lamy, EU-Kommissar für Außenhandel. 2002: Im Zuge eines lange vorbereiteten Generationenwechsels in der Führung übernimmt Hu Jintao den Parteivorsitz. 2008: China hält erstmals Olympische Spiele in Peking ab. Zuvor finden weltweit massive Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen in China und die chinesischen Reaktion auf ausgebrochene Unruhen in Tibet statt. Video: China feiert sich selbst - Hu Jintao will Nationalstolz anfachen Die Wunden von Tiananmen sind noch nicht verheilt. Auch 20 Jahre nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung sind die Auswirkungen zu spüren. Das Massaker hat China verändert. Im Juni 1989 geriet nicht nur der Wunsch nach Demokratie, Freiheit und Mitbestimmung unter die Panzerketten. China ging ein Stück Idealismus verloren. Die demokratische Revolution hat … … am 15. April 1989 begonnen. Menschen demonstrierten bei der Trauerfeier … … für den reformerischen Parteichef Hu Yaobang, der 1987 gestürzt wurde. Die Menschenmassen wurden immer größer und forderten Pressefreiheit, Kampf gegen Korruption, eine Offenlegung der Einkünfte hoher Funktionäre und mehr Geld für das Bildungswesen. Im Mittelpunkt der Proteste stand der Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) im Herzen Pekings, auf dem Studenten campierten und in einen Hungerstreik traten. Am 26. April 1989 sprach die Regierung von einer "Verschwörung" und warnte vor Unruhen im ganzen Land, was Empörung unter den Studenten auslöste. Derweil brach in der chinesischen Führung ein Machtkampf aus, wie mit den Protesten umgegangen werden soll. Am Ende setzten sich die Hardliner durch, stürzten den reformerischen Parteichef Zhao Ziyang (Foto). Am 20. Mai 1989 wurde der Ausnahmezustand über Peking verhängt. Der mächtigste Altpolitiker Deng Xiaoping ordnete den Militäreinsatz an. Die Truppen rollten am Abend des 3. Juni 1989 mit Panzern in die Stadt, Soldaten schossen auf die Menschen und schlugen die friedliche Bewegung gewaltsam nieder. Qi Zhiyong war dabei. Der Mann, der damals sein Bein verlor, erinnert sich noch heute detailliert an die Ereignisse: ... "Ich sah, wie Leute überrollt wurden. Überall spritzte Blut." Der damals 33-jährige Bauarbeiter … … sagt weiter: "Die Panzer rückten vor, als ob die Menschen gar nicht da wären. Mir standen die Haare zu berge. Mir war kalt bis ins Mark." Bis heute gibt es keine Zahlen über die Opfer, doch dürften hunderte Menschen ums Leben gekommen sein. Tausende wurden landesweit inhaftiert. Bis heute sitzen nach Schätzungen noch 30 Teilnehmer in Haft. Qi Zhiyong, der zum Regimekritiker wurde, ist enttäuscht über die heutige Jugend: "Die jungen Leute, die essen Hamburger und tragen bekannte Marken. Doch wenn vom 4. Juni die Rede ist, haben sie nur eine vage Vorstellung davon, was passiert ist." Es ist eine Mischung aus Gleichgültigkeit und Unwissen der Jugend. Das Thema ist tabu. Die Demonstrationen gelten als konterrevolutionärer Aufstand und werden selten öffentlich erwähnt. Schulbücher gehen darauf nur am Rande ein. "Meine Eltern haben mir erzählt, dass an meinem Geburtstag irgendwas auf dem Tinanmen-Platz passiert ist, aber ich weiß keine Einzelheiten", sagt Feng Xiaoguang, der am Morgen des 4. Juni 1989 geboren wurde. Die chinesische Regierung hat bisher jegliche öffentliche Diskussion über das Tiananmen-Massaker abgewürgt. Wer das Tabu bricht, wird mundtot gemacht. "Eine Wiederaufarbeitung des 4. Juni 1989 wäre der Start politischer Reformen in China", glaubt Wang Dan, der nach dem Massaker auf Platz eins der Liste der meistgesuchten Studentenführer stand. So wird der 20. Jahrestag der blutigen Niederschlagung von der chinesischen Regierung offiziell ignoriert. Keine der staatlich kontrollierten chinesischen Medien erwähnt den Jahrestag. Hunderte Polizisten bewachen dieser Tage den Platz des Himmlischen Friedens. Journalisten wird der Zugang verwehrt. Die Olympischen Spiele im August 2008 waren Spiele der Superlative. Ob groß oder klein, ... ... Chinese oder Finnin - Olympia 2008 war ein voller Erfolg. Das ist auch an den Einschaltquoten zu erkennen: Allein die gigantische und spektakuläre Eröffnungsfeier im "Vogelnest" verfolgten 840 Millionen Chinesen live vor dem Fernseher. Zwei Wochen brannte das olympische Feuer im "Vogelnest" und leuchtete den Sportlern aus aller Welt bei ihren Höchstleistungen. Unangefochtener Star von Olympia 2008 in Peking ist Michael Phelps. Der 23-Jährige verzauberte die Öffentlichkeit mit seinem unnachahmlich-eleganten Schwimmstil. Der Amerikaner fischte insgesamt acht Goldmedaillen aus dem olympischen Schimmbecken. Rekord! 1972 hatte Phelps' Landsmann Mark Spitz sieben Mal Gold gewonnen. Die Spannweite von Phelps' Armen beträgt mehr als zwei Meter. In Peking schwamm der "Außerirdische" sieben Weltrekorde. Auf "lediglich" drei Weltrekorde brachte es der Jamaikaner Usain Bolt. Über 100 m lief "Lightning Bolt" die Fabel-Zeit von 9,69 Sekunden. Eine noch bessere Zeit verschenkte der Sprinter, weil er bereits nach 80 m das Tempo aus seinem Lauf nahm. Dennoch düpierte er seine Konkurrenz, wie das Zielfoto beweist. Das brachte Bolt Kritik von vielen Seiten ein, auch von IOC-Präsident Jaques Rogge. Über 200 m siegte "Gold-Bolt" erneut - wieder mit einem Weltrekord. Ob es an den goldfarbenen Puma-Spikes lag? Die ersten Doping-Vorwürfe machten die Runde. Bolt ließ sich davon aber nicht beirren und siegte auch noch mit Jamaikas 4x100-m-Staffel. Insgesamt gewann Jamaika sieben goldene Lauf-Medaillen. Dass Jamaika so golden punkten konnte, lag auch an der Schwäche der US-Athleten. Lediglich über 400 m konnten sie überzeugen. Über 100 m wurde Walter Dix zwar Dritter, die Staffel schied aber nach einem katastrophalen Wechselfehler vor dem Finallauf aus. Auch Deutschlands Leichtathleten enttäuschten bei Olympia in Peking. Egal ob Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler... ... oder Stabhochspringer Tim Lobinger - beide scheiterten bereits frühzeitig. Heidler im Vorkampf und Lobinger bei seinen wohl letzten Olympischen Spielen in der Qualifikation. Für Lichtblicke sorgten die beiden deutschen Hochspringer Raul Spank (5.) und Ariane Friedrich (7.). Beide konnten allerdings nicht in die Medaillenentscheidungen eingreifen. Bei Friedrich hatte der "Po-Muskel zugemacht". Im Hochsprung der Frauen holte sich überraschend die Belgierin Tia Hellebaut mit im ersten Versuch übersprungenen 2,05 m Gold. Ebenfalls übersprungene 2,05 m hatte Favoritin Blanka Vlasic aus Kroatien auf ihrem Konto. Da sie aber mehr Fehlversuche auf ihrem Konto hatte, reichte es nur für Silber. Es war die erste Niederlage der Kroatin nach 34 Siegen in Folge. Ähnlich dominant war die Russin Elena Isinbaeva vor den Olympischen Spielen in ihrer Disziplin, dem Stabhochsprung der Frauen. In Peking musste sie dann zwar kämpfen... ... gewann aber dennoch Gold... ... mit übersprungenen 5,05 m. Neuer Weltrekord - der insgesamt 24. ihrer Karriere. Sie will aber noch mehrere nachlegen. Ihr Ziel: Sergej Bubka zu überholen, der insgesamt 35 Mal Weltrekord gesprungen war. Im Stabhochspringen der Männer zog der Russe Jewgeni Lukjanenko nach einem harten Kampf gegen den Australier Steve Hooker (im Bild) den Kürzeren. Hooker gewann das erste Olympia-Stabhochsprung-Gold für Australien mit neuem olympischen Rekord von 5,90 m. Deutschlands einzige Medaille bei den Leichtathletik-Wettbewerben im Pekinger "Vogelnest" holte die Speerwerferin Christina Obergföll: Bronze. Auch Chinas Leichtathleten mussten Medaillen-Ausfälle verkraften. Einen Schockzustand unter den Chinesen löste Hürdensprinter Liu Xiang aus. Das fest eingeplante Gold Lius scheiterte an einer kränkelnden Achillessehne. Liu (r.) musste bereits im Vorlauf über 110 m Hürden die Segel streichen. Sein Abgang aus dem "Vogelnest" ist eines der Bilder dieser Olympischen Spiele. Ebenso wie die Tränen seines Trainers... ... und die Trauer unter seinen Millionen Fans. Die Werbeikone Liu musste sich danach vorwerfen lassen, nicht "gut genug" trainiert zu haben. Besser machte es der zweite chinesische Star Yao Ming. Der NBA-Star brachte mit seinen Körben vor allem das deutsche Basketball-Team zur Verzweiflung. Zwar hatte es Deutschlands Dirk "Dirkules" Nowitzki in der Schlussphase des vorentscheidenden Spiels gegen China in der Hand, seine Mannschaft noch einmal ins Spiel zu bringen. Sein Dreier kurz vor dem Ende blieb aber am Korb hängen. Deutschlands Basketballer waren damit bereits in der Vorrunde gescheiert und der olympische Traum von Dirk Nowitzki vorbei. Nowitzki hatte bei der Eröffnungsfeier die Ehre, die deutsche Fahne zu tragen und die 435 deutschen Sportler ins Stadion zu führen. "Es war gigantisch", sagte er später dazu. Bei der Abschlussfeier wurde dann einer Kanutin die Ehre zuteil, Deutschlands Olympioniken ins "Vogelnest" zu führen: Katrin Wagner-Augustin. Sie gewann mit dem Vierer-Kajak der Frauen (u.a. mit Fanny Fischer - der Nichte Birgit Fischers) Gold und zudem noch Bronze im Kajak-Einer. Dennoch war das Abschneiden in Peking für den Deutschen Kanu-Verband mit insgesamt sieben Medaillen, davon nur zwei Mal Gold, das schlechteste seit 24 Jahren. Der vierfache Olympiasieger Andreas Dittmer ging beispielsweise leer aus. Nichts vorzuwerfen haben sich aber die Kanuten Christian Gille und Tomasz Wylencek, die nach ihrem Canadier-Zweier-Rennen sogar ärztliche Hilfe brauchten. Wylencek hatte einen Kreislaufkollaps erlitten. Auch die deutschen Ruderer enttäuschten, allen voran das "Flaggschiff" des Verbands, der Achter. Er erreichte nicht einmal das Finale. Auch die deutschen Schwimmer schwammen lange Zeit hinterher. Doch dann sprang die Berlinerin Britta Steffen ins Wasser... ... und tauchte mit zwei Goldmedaillen wieder auf. Ein Traum wird wahr. Insgesamt gewannen deutsche Athleten in Peking 16 Goldmedaillen. Dabei waren Überraschungen wie der Triathlon-Triumph von Jan Frodeno... ... oder der Start-Ziel-Sieg der Mountainbikerin Sabine Spitz oder auch... ... das erste deutsche Gold im Modernen Fünfkampf seit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin durch Lena Schöneborn. Erwartet worden war dagegen das Gold der Dressur-Reiter-Equipe oder der Hockey-Herren. Die Hockey-Herren holten das einzige Gold bei den Ballsportarten. Sowohl die Handballer (Trainer Brand im Bild), als auch die Basketballer oder die Volleyballer enttäuschten. Im Handball konnten auch die Frauen nichts reißen: Aus in der Vorrunde. (Im Bild: Grit Jurack). Sportlich überzeugen konnten auch die Beach-Volleyballer(innen) nicht - auch wenn sie eine gute Figur bei ihren Spielen machten. (Im Bild: Laura Ludwig) Die Fußballerinnen, Weltmeister und angereist um Olympia-Sieger zu werden, wurden "nur" Dritte - zum dritten Mal in Folge. (Im Bild: Simone Laudehr) Bei den Fechtern gab es zwei Mal Gold zu bejubeln: Im Florett-Einzel durch Benjamin Kleibrink und im Degen-Einzel durch Britta Heidemann (im Bild). Im Judo kürte sich Ole Bischof zum Olympiasieger, im Kanu-Slalom wurde Alexander Grimm Erster und auch der "stärkste Mann" der Spiele kommt aus Deutschland: Matthias Steiner widmete seinen Sieg seiner vor einem Jahr bei einem Autounfall gestorbenen Frau. Im Turnen konnte Fabian Hambüchen die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Mit zwei Patzern am Reck - im Team-Mehrkampf und im Einzel-Mehrkampf - verspielte er jede Medaillenchance. Am Barren wurde Deutschlands Vorzeige-Turner dann Vierter. Und auch an seinem Lieblingsgerät, dem Reck, musste er lange warten, bis... ... er sich endlich das lang ersehnte Edelmetall umhängen konnte: Bronze. Dominiert wurden die Turn-Wettbewerbe - bei Frauen und Männern - von den Chinesen. Der Stolz war ihnen bei den Siegerehrungen anzusehen. (Im Bild: Yang Wei) Bei den Turnerinnen aus China halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass so manche von ihnen nich nicht bei den "Frauen" hätten starten dürfen. Die Geburtsdaten sollen überprüft werden. Peinlich für China war auch der "Milli Vanilli"-Auftritt bei der Eröffnungsfeier. Wegen ihrer schiefen Zähne durfte Yang Peiyi zwar singen, aber auf der Bühne stand ein anderes Mädchen - des schönen Scheins wegen. Für einen Skandal bei Olympia in Peking sorgte der Kubaner Angel Valodia Matos im Taekwondo. Im Bronze-Kampf rastete der 31-Jährige aus und versetzte dem Schiedsrichter Chakir Chelbat einen Tritt vor den Kopf. Matos wurde lebenslänglich gesperrt. Zehn Dopingfälle soll es bisher in Peking gegeben haben. Unter anderem wurde die polnische Siebenkämpferin Ludmilla Blonska (im Bild) erwischt. Der Olympia-Zweiten droht nun als Wiederholungstäterin eine lebenslange Sperre. Etwa 5.000 Tests wurden während der Spiele durchgeführt. Erwischt wurde dabei auch das deutsche Pferd Cöster von Spring-Reiter Christian Ahlmann. Ganz ohne Doping konnte die beinamputierte Südafrikanerin Natalie du Toit überzeugen. Sie schwamm im Langstrecken-Rennen der Frauen mit und wurde 16. Unvergessen wird auch der Auftritt des schwedischen "Tischtennis-Opas" Jörgen Persson bleiben. Der 42-Jährige war als Vierter bester Nicht-Chinese im Männer-Turnier. Deutschlands Tischtennis-Künstler Timo Boll hatte schon vorher die Segel streichen müssen. Im Team-Wettbewerb erkämpfte sich Boll aber gemeinsam mit Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß (v.l.n.r.) Silber - der größte Erfolg für Deutschland seit 16 Jahren. Eine andere Bestmarke setzte Kirsty Coventry: Sie gewann eine Gold- und drei Silbermedaillen. Das war die gesamte Olympia-Ausbeute Simbabwes. Zwei Medaillen bei zwei Starts heimste der Schweizer Radsportler Fabian Cancellara ein: Gold im Einzelzeitfahren und Bronze im Straßenrennen an der chinesischen Mauer. Für die Sportgymnastin Almudena Cid waren es die vierten Olympischen Spiele. Die 28-jährige Spanierin könnte theoretisch auch noch 2012 in London die Bänder schwingen. Bei allen Olympischen Spielen seit 1992 hat der russische Wasserspringer Dmitri Sautin (im Bild) eine Medaille gewonnen. Mit Juri Kunakow erkämpfte er Silber im Synchronspringen vom 3-m-Brett. Für eine der schönsten Nebensachen der Welt... ... hatte der australische Wasserspringer Matthew Mitcham vor dem letzten Durchgang im Finale vom 10-m-Turm keine Augen. 114 Punkte konnte er maximal mit seinem letzten Sprung holen. 108 hätte er für den Sieg gebraucht. Am Ende wurden es mehr als 112 und Mitcham sicherte die erste australische Goldmedaille im Wasserspringen. Insgesamt gewannen die Sportler von Down Under 14x Gold, 15x Silber und 17x Bronze. Deutschland siegte 16 mal, gewann 10 Silber- und 15 Bronzemedaillen - insgesamt also 41x Edelmetall. Kein Grund für die Fans die Köpfe hängen zu lassen. Vor vier Jahren in Athen waren es insgesamt zwar 49 Plaketten, aber nur 13x Gold gewesen. Chinas Sportler erkämpften 51x Gold und insgesamt 110 Medaillen. Kein Wunder, dass das "Reich der Mitte" zufrieden mit den Olympischen Spielen in Peking sind. Da ändern auch die Proteste für ein freies Tibet nichts daran. Das Olympia in Peking auch einen politischen Aspekt hatte, bewiesen auch die Beach-Volleyballerinnen Andrezza Chagas (Rtvelo) aus Georgien, die Russinen Alexandra Shiryaeva und Natalya Uryadova sowie die Georgierin Cristine Santanna (Saka)... ... die mit einer freundschaftlichen Umarmung eine Friedensgeste an die Führer ihrer beiden Staaten schickten und so gegen den Kaukasus-Konflikts demonstrierten. IOC-Präsident Rogge ließ sich hingegen nicht zu einer Äußerung diesbezüglich hinreißen. Die nächsten Olympischen Sommerspiele finden 2012 in London statt. Großbritannien hat in Peking gezeigt, dass die Sportler vorbereitet sind: 19x Gold, 13x Silber und 15x Bronze. Eine der Goldmedaillen holte Bahn-Sprinterin Victoria Pendleton. Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten!
(dpa, N24)
25.09.2009 15:51 Uhr
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