Ende der Pleitenserie?

Hertha BSC schmeißt Trainer Favre raus

Sechs Niederlagen in Folge - und die Hertha-Verantwortlichen haben die Notbremse gezogen. Lucien Favre ist nicht mehr Trainer der Berliner. Sie sind Tabellenschlusslicht der 1. Fußball-Bundesliga.

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Lucien Favre - Ex-Hertha-Trainer. Sechs Niederlagen in Folge waren genug. Der Verein hat die Notbremse gezogen.
Sie sind die "Königlichen" und sie gehen standesgemäß einkaufen: Real Madrid hat für die teuersten Transfers in der Fußballgeschichte gesorgt. Die Wirtschaftskrise scheint spurlos am Verein vorüberzugehen, denn ...
... seit Manuel Pellegrini (im Bild) als neuer Trainer und der steinreiche Bauunternehmer Florentino Perez als zurückgekehrter Präsident bei Real das Sagen haben, heißt die Devise: Einkaufen bis der Arzt kommt.
Nur die besten Spieler sollen es sein: Gerade haben die Madrilenen mit dem Rekordangebot von 94 Millionen Euro für Cristiano Ronaldo seinen Verein Manchester United und die übrige Fußballwelt geschockt. Wenn ManU da mal nicht schwach wird.
Auch auf Bayern-Star Franck Ribéry haben die Spanier mehr als ein Auge geworfen. Doch schon in den vergangenen Jahren haben sie die Maßstäbe in Sachen Transfersummen gesetzt. Hier die Top Ten der teuersten Einkäufe (Ablösesummen zum Teil geschätzt): ...
... Platz 10 für Juan Verón. Der Argentinier wechselte 2001 für 43,7 Millionen Euro von Lazio Rom zu Manchester United.
Auf Platz 9: Ronaldo. Als er sich noch in physischer Hochform befand (2002), legte Real Madrid 45 Millionen Euro bei Inter Mailand auf den Tisch.
Rang 8 für Andrej Schewtschenko. Er ging 2006 für 46 Millionen Euro vom AC Milan zum FC Chelsea.
Auf Rang 7 findet sich Christian Vieri wieder. 1999 kaufte ihn Inter bei Lazio für 46,5 Millionen Euro.
Einen Innenverteidiger ließ sich ManU 2002 46,7 Millionen Euro kosten. Rio Ferdinand kam von Leeds United und landet mit dieser Summe auf Platz 6.
Rang 5 für den Spanier Gaizka Mendieta (M.). Für 48 Millionen Euro kaufte ihn Lazio Rom 2001 beim FC Valencia ein.
Platz vier und 50-Millionen-Grenze geknackt: Hernan Crespo kostete im Jahr 2000 Lazio Rom 56,2 Millionen Euro. Ligakonkurrent AC Parma freute sich über das Geld.
Platz drei für diesen Transfer, der in der spanischen Liga im selben Jahr für Aufruhr sorgte: Portugals Mittelfeld-Genie Luís Figo ging für ...
... 61,4 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Real Madrid.
Erst vor wenigen Tagen wurde dieser Hammertransfer bekannt, der damit den 2. Platz besetzt: Real Madrid - wer sonst - holte sich den Brasilianer Kaká ...
... für schlappe 65 Millionen Euro. Das Konto des AC Mailand machte einen gehörigen Sprung.
Bislang unerreicht bleibt aber er: Frankreichs Ballzauberer Zinedine Zidane ist der teuerste Transfer aller Zeiten. Wiederum die "Königlichen" schlugen ...
... 2001 bei Juventus Turin zu und holten ihn für 71,6 Millionen Euro. Inzwischen ist auch Zidane wieder für Real aktiv: Er steht dem neuen Präsidenten als Berater zur Seite. Vielleicht flüstert er ihm ja noch mehr spektakuläre Transfers ein.
Hier noch der teuertste Torwarttransfer: Er ging 2001 in Italien über die Bühne. Juve überwies für Gianluigi Buffon 38,3 Millionen Euro nach Parma.
Von Rekordsummen ist die Bundesliga weit entfernt, doch auch hier ging gerade der teuerste Transfer über die Bühne. Für 30 Millionen Euro lotste sich der FC Bayern Stürmer Mario Gomez vom VfB Stuttgart ins Haus.
Fußball-Fan sein, ist eine Herzensangelegenheit. Klubbesitzer sein, ist purer Luxus. Und immer mehr ...
... Milliardäre leisten ihn sich. Jüngstes Beispiel: Real Madrids neuer Klubpräsident Florentino Perez. Der Spanier will die "Königlichen" zu den "Neo-Galaktischen" machen - in Anlehnung an die Ära mit Fußballikonen wie Zidane, Figo und Beckham. Dafür ...
... will Perez 300 Millionen Euro in die Hand nehmen. Nach Kaka (r.) für 65 Millionen Euro soll auch Cristiano Ronaldo kommen. Für mehr als 90 Millionen Euro lässt ManU den Portugiesen ziehen. Ole Perez! Die N24.de-Rangliste der "Soccer Billionaires":
Rang zehn geht an Philip Anschutz. In den Medien meidet er Auftritte und lässt eher seine Teams sprechen. Laut "Forbes" beläuft sich sein Vermögen auf acht Milliarden Dollar. "Seine" Fußballteams sind ...
... L.A. Galaxy um den englischen Superstar David Beckham, Houston Dynamo und Hammarby IF, schwedischer Erstligist. In Deutschland ist Anschutz vor allem als Erbauer der ...
... O2-Arena in Berlin bekannt. Dort spielen seine ...
... "Eisbären", Deutschlands ...
... vierfacher Eishockey-Champion, auch Titelträger 2009.
Platz neun schafft Dietmar Hopp. Der SAP-Gründer, geschätzte 8,5 Milliarden Dollar (etwa 6 Milliarden Euro) schwer, engagiert sich in seiner Heimatregion Rhein-Neckar und unterstützt dort die Sport- und Jugendarbeit. Sein bekanntestes Ziehkind ...
... heißt TSG Hoffenheim. Dort soll er in den vergangenen Jahren rund 170 Millionen Euro investiert haben. Herausgekommen ist bisher ein neues Stadion und der Titel des Herbstmeisters - und das Maskottchen "Hoffe".
Sportlich noch weit vor Hoffenheim rangiert Arsenal London, unter anderem mehrfacher englischer Meister und Pokalsieger. Mit dem Buch "Fever Pitch" und dem gleichnamigen Film wurde den "Gunners" ein Denkmal gesetzt. Auch ...
... dank des Geldes von Alisher Usmanov. Der Milliardär (geschätztes Vermögen 9,3 Milliarden Dollar) ist derzeit größter Aktionär des Klubs.
Platz sieben geht an Silvio Berlusconi. Der italienische Medienmogul und Ministerpräsident, dessen Vermögen bei 9,4 Milliarden Dollar liegen soll, ist seit 1986 "Presidente" des ...
... AC Mailand. Seinen Millionen ist so mancher Titel zu verdanken, seinen Gehältern so mancher Stareinkauf - wie Brasiliens Superstar Ronaldinho (l.). Berlusconis neueste Eroberung ...
... hat mit "Milan" aber nichts zu tun. Noemi, blutjung und wohl seit längerem mit Berlusconi "befreundet".
Hätten sie die Herren auf dem Bild erkannt? Links: Paul Allen, rechts: Bill Gates. Microsoft-Gründer. Allen ist auch Fußball-Fan, in den USA Soccer genannt. Sein Team ...
... sind die Seattle Sounders. Allen sitzt auf etwa 16 Milliarden Dollar.
Francois Pinault belegt Rang fünf. Sein Vermögen beträgt geschätzte 16,9 Milliarden Dollar. Es stammt zum Großteil aus den Gewinnen des Luxuskonzerns PPR, zu dem auch der Sportartikler Puma gehört. Seine Leidenschaft heißt aber ...
... Stade Rennes.
Amancio Ortega macht auch in Mode und Luxus: Sein Firmenimperium nennt sich Inditex, dazu gehört beispielsweise die Kette ...
... Zara und die floriert. Ortegas Vermögen beläuft sich derzeit auf 20,2 Milliarden Dollar. Der Spanier versucht seit Jahren ...
... Deportivo La Coruna erfolgreich zu machen.
Lakshmi Mittal ist Inder und macht in Stahl (ArcelorMittal). 20,5 Milliarden Dollar beträgt laut "Forbes" sein Vermögen. Eigentümer ist er von den ...
... Queen's Paar Rangers - neben Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und Renault-Teamchef Flavio Briatore. Kein Wunder, dass die Fans schon ein wenig größenwahnsinnig erscheinen.
Auch bei Chelsea hat man (noch) keine Geldsorgen. Der Grund heißt ...
... Roman Abramowitsch. Der Milliardär sitzt auf geschätzten 23,5 Milliarden Dollar, trotz Scheidung. Damit kann sich der Russe auch noch einen ...
... Hubschrauber samt ...
... Jacht dazu leisten - und das Gehalt für den derzeit wohl besten ...
... deutschen Fußballspieler Michael Ballack. "You can't mess with the Blues." Lediglich ...
... Oleg Deripaska (im Bild rechts mit Russlands Präsident Medwedew) hat unter den Fußballfans dieser Welt noch mehr Kohle (geschätzte 28 Milliarden Dollar). Die steckt er vorzugsweise in den (noch) nicht so erfolgreichen russischen Klub Kuban Krasnodar.
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Buddhas auf dem Dach? DJ-Pult für Bayern-Partys? Bibliothek zur geistigen Erbauung? Der Firlefanz der Klinsmann-Ära musste ...
... weichen. Mit dem Niederländer Louis van Gaal weht beim Rekordmeister FC Bayern München ein neuer Wind. Ab jetzt wird trainiert, nicht meditiert.
Der Trainer hat einiges an Material zum Formen. Neu im Team (von oben links nach unten rechts): Thomas Müller, Holger Badstuber, Mario Gomez, Anatoli Timoschtschuk, Ivica Olic, Edson Braafheid, Alexander Baumjohann, Daniel Pranjic und Andreas Görlitz.
Und bei der ersten Trainingseinheit mussten die Neulinge - wie hier Ex-HSV-Angreifer Olic - gleich ordentlich ran. Unter den Augen ...
... unzähliger Kameras bemühten sich die Bayern-Kicker, einen guten Eindruck beim als streng geltenden ...
... van Gaal zu hinterlassen. Mit an die Isar brachte der Holländer 13 neue Experten, zuvorderst Co-Trainer Andries Jonker (re.).
Bindeglied zwischen "altem" und "neuem" FC Bayern ist Haudegen Hermann Gerland (re., mit Jonker), der zuletzt die zweite Mannschaft der Münchner trainierte.
Trotz Trainings ließ es der neue Übungsleiter am ersten Tag locker angehen. Rekord-Neuling Mario Gomez - er kam für schlappe 30 Millionen Euro vom VfB - verging zumindest nicht das Lachen.
Ob die Bayern-Profis, zu denen am ersten Trainingstag zumindest auch noch Franck Ribery gehörte, verstehen, was ihr neuer Coach von ihnen verlangt, können Fans erst in ...
... einigen Wochen sehen - wenn der Ball in der Liga wieder rollt.

Trainerwechsel in der Hauptstadt: Die Uhr von Trainer Lucien Favre bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin ist abgelaufen. Der Klub teilte mit, dass "das Trainerteam Lucien Favre und Harald Gämperle mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden" sei. Das Training der Bundesliga-Mannschaft wird interimsmäßig von Herthas U23-Coach Karsten Heine geleitet.

Die Mannschaft hatte am Sonntag beim 1:5 in Hoffenheim zum sechsten Mal in Folge in der Bundesliga verloren und steht seit dem 6. Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz. Montagmittag hatte der Verein eine Krisensitzung abgehalten. Dort wurde die Trennung vom einstigen Wunschtrainer beschlossen. Der 51 Jahre alte Favre, der im Juni 2007 vom FC Zürich an die Spree gewechselt war, besaß bei der "Alten Dame" einen Vetrag bis 2011.

Meyer oder Röber?

Heine wird die Mannschaft wohl auch in den wichtigen Spielen am Donnerstag in der Europa League bei Sporting Lissabon (21.05 Uhr/live bei Sat.1) sowie am Sonntag im Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV (17.30 Uhr/live bei Sky) betreuen. Fraglich blieb, wer Favre langfristig ersetzen soll. Neben Heine sind auch die beiden ehemaligen Hertha-Trainer Jürgen Röber und Hans Meyer Kandidaten.

Schlechtes Klima im Team

Neben der sportlichen Krise war offenbar auch das gestörte Verhältnis von Favre zur Mannschaft ein Grund für die Trennung. Spielern wie Arne Friedrich wurde zuletzt offenbar vorgeworfen, sie würden gegen den Trainer spielen. Co-Trainer Harald Gämperle meckerte am Montag: "Es kann nicht sein, dass einige Spieler hinter dem Rücken Politik machen. Wenn einige Akteure zwei-, dreimal hintereinander so schlecht spielen, dann muss man sich schon fragen, welche Interessen die Spieler haben."

Beim 1:5 in Hoffenheim hatte die Mannschaft ein Bild des Jammers abgegeben. Die Abwehr schaute bei den Gegentoren zu, das Mittelfeld verlor die Zweikämpfe, und vom Sturm ging keine Gefahr aus. Hoffenheims Josip Simunic, im letzten Jahr noch Herthas Abwehrchef, musste sich nach seiner Auswechslung zur Halbzeit wegen einer Wadenverletzung die Frage gefallen lassen, ob er aus Mitleid mit seiner alten Mannschaft vom Platz gegangen war.

Favre hatte sich am Sonntagabend zunächst kämpferisch gegeben: "ch werde weitermachen", hatte der Coach gemeinte. Seine Aussagen klangen längst schon wie Durchhalteparolen. Zudem machte der Ex-Profi in der Krise keine gute Figur. Nach dem Abpfiff in Hoffenheim versammelte er seine Spieler 40 Minuten in der Kabine. Dabei soll jedoch kaum gesprochen worden sein. Als die Spieler anschließend in die `Freiheit" entlassen wurden, verweigerten sie jegliche Aussagen. Ein offensives Krisenmanagement wäre in dieser Situation angebrachter gewesen.

Im Juni 2007 war Favre als "Wunschtrainer" des damaligen Hertha-Managers Dieter Hoeneß aus der Schweiz nach Berlin gekommen. Mit dem FC Zürich war er zuvor zweimal Meister geworden. In seinem ersten Jahr belegte der Ex-Profi mit Hertha den zehnten Platz. Im zweiten Jahr spielte sein Team lange um den Titel, ehe man als Vierter Meisterschaft und Champions League verpasste.

(sid, dpa, N24)

28.09.2009 18:45 Uhr

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