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Heimspiel bis 2018

Formel 1 in Hockenheim gesichert

Aufatmen rund um den Hockenheimring: Formel-1-Rennen wird es dort auch weiterhin geben - sogar bis 2018. Das Rennen der Königsklasse stand wegen eines befürchteten hohen Verlustes auf der Kippe.

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Blick auf den Hockenheimring in Baden-Württemberg: Die Formel-1-Boliden werden hier auch künftig ihre Runden drehen.
Unglaublich: Sebastian Vettel kann es selber nicht fassen. Der 21 Jahre alte Heppenheimer gewann mit seinem Toro Rosso den Formel-1-Grand-Prix von Italien in Monza.
Dabei hatte sich diese Überraschung bereits im Training...
... und später dann auch im Qualifying angedeutet.
Vettel, der auch "Baby-SchumI" ob seines fahrerischen Könnens und seines noch jungen Alters genannt wird, raste beim Qualifying auf die Pole Position.
Es war die erste Pole seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Entsprechend groß fiel der Jubel und die Freude darüber aus.
Mit seinem Toro Rosso bildete Vettel in den Regenschauern von Monza eine Renneinheit, die die Muskeln spielen ließ. Ansonsten zählt der Toro Rosse nicht zu den schnellsten Boliden im Formel-1-Zirkus.
Vettel fand es bereits "unglaublich", vom Startplatz eins ins Rennen zu gehen.
Da spielte es auch keine Rolle, dass aufgrund des starken Regens, das Rennen mit einer Pacecar-Phase begann und nicht mit einem "regulären" Start.
In den 53 Runden von Monza zeigte Vettel dann sein fahrerisches Talent...
... und ließ der Konkurrenz keine Chance. Die sah zumeist nur das rote Rücklicht von Vettels Toro Rosso.
Am Ende überfuhr der 21-Jährige Hesse die Ziellinie als Erster.
Vettels erster Sieg bei einem Formel-1-Rennen war auch der erste Triumph für sein Team Toro Rosso. Dementsprechend groß fiel auch der Jubel an der Box aus.
Am meisten freute sich aber Vettel selbst: "Phänomenal" und "unbeschreiblich".
Toro-Rosso-Teamchef Berger freute sich mit seinem deutschen Schützling.
Vettel teilte sich "sein" Podium mit dem McLaren-Mercedes-Piloten Kovolainen (l.) und dem BMW-Fahrer Kubica (r.).
Vettel bekam aber die größte Trophäe.
Zum ersten Mal in dieser Formel-1-Saison erklang zudem die deutsche Nationalhymne für einen Fahrer: Vettels Sieg war der erste eines deutschen Piloten in diesem Jahr.
Wie im Rennen zeigte Vettel auch bei der obligatorischen Champagner-Duscher sein großes Talent.
Ein kleiner Schluck war natürlich auch für den 21-Jährigen selbst drin.
Das verstanden auch die Fans in seinem Heimatort Heppenheim.
Was kommt nun?
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Die meisten WM-Titel, die meisten Siege, die meisten Punkte, die meisten Pole Positions. Das alles hat nur ein Formel-1-Pilot erreicht: Michael Schumacher. Eigentlich genug für eine Karriere. Doch Schumi will mehr.
Der 40-Jährige will es noch einmal wissen - und startet als "Renn-Opa" für Mercedes in die kommende Saison. Es wird ein langfristiges Vergnügen für seine Fans. Denn Schumi will drei Jahre ...
... im Silberpfeil um die WM-Krone kämpfen. Über viele Jahre war Schumi das Maß aller Dinge in der Königsklasse des Motorsports. Die Konkurrenten sahen ihn in der Regel von hinten und ...
... kein anderer durfte sich bis dato so häufig den Sieger-Schampus einfüllen wie Schumi.
Er ist in einer Reihe zu nennen mit Rennfahrergrößen wie Ayrton Senna, ...
... Alain Prost, ...
... oder Niki Lauda: Doch keiner von ihnen hat die Geschichte der Formel 1 ...
... so sehr geprägt wie der Mann aus dem Kölner Umland.
Alles begann auf der heimischen Kartbahn in Kerpen, auf der Schumi bereits als Sechsjähriger die schnellsten Runden drehte.
Vater Rolf erkannte die Qualitäten des Sprösslings und begann ihn zu fördern. So wurde Schumi 1984 deutscher Kartmeister der Junioren, 1987 Kart-Europameister und 1990 deutscher Formel-3-Meister.
Doch wer hätte gedacht, dass sich hier die große Karriere eines Seriensiegers anbahnt?
Wenn überhaupt jemand, dann Manager Willi Weber. Er ebnete Schumacher den Weg in die Formel 1: 1991 bekam Schumi den freigewordenen Platz im Jordan-Cockpit und gab am 25. August im belgischen Spa sein Debüt - dank eines kleinen Tricks seines Managers.
Willi Weber hatte Teambesitzer Eddie Jordan gesteckt, Schumi sei schon oft in Spa gefahren und kenne die Strecke sehr gut. Das war natürlich glatt gelogen - der Neuling fiel bereits in der ersten Runde aus.
Doch er hatte den Fuß in der Formel-1-Tür. Manager Weber zeigte ihm wo es langging und so bekam der Kerpener einen Vertrag bei Benetton.
Schumacher genoss das Vertrauen von Teamchef Flavio Briatore (r.), das sich schon bald auszahlte. Wieder in Spa feierte Schumi 1992 seinen ersten Grand-Prix-Sieg und landete auf Anhieb auf Rang drei der Weltmeisterschaftswertung.
Nach einem weiteren Formel-1-Lehrjahr legte Schumacher 1994 richtig los: Er holte mit Benetton den WM-Titel, ...
... und zwar mit einem Punkt Vorsprung vor Dauer-Konkurrent Damon Hill. Schumi ist damit der erste deutsche Formel-1-Weltmeister.
1995 geht die Erfolgsgeschichte weiter: Schumacher verteidigt als jüngster Fahrer seit WM-Beginn 1950 den Titel, gewinnt zudem als erster Deutscher die beiden Heimrennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring.
Danach hätte er es einfach haben können: Die damals dominierenden Teams Williams Renault oder McLaren Mercedes versuchten, ihn zu sich zu locken.
Doch Schumi entschied sich für die eine lange Durststrecke fristende Scuderia Ferrari. 1995 wechselte er für die Rekordgage ...
... von 40 Millionen Mark zum italienischen Rennstall. Es folgten durchwachsene Jahre mit etlichen Siegen - genauso wie mit zahlreichen Ausfällen.
Schumacher war einige Male nah dran am WM-Titel, musste sich aber am Ende doch Jacques Villeneuve (1997) ...
... oder Mika Häkkinen (1998) geschlagen geben.
Doch Ferrari hielt an ihm fest, verlängerte seinen Vertrag sogar vorzeitig - was sich schon bald bezahlt machen sollte.
Zuvor musste Schumi allerdings die schwierigste Situation seiner Rennfahrerkarriere überstehen. Beim Grand Prix in Silverstone ...
... raste er fast ungebremst frontal in einen Reifenstapel. Bei dem Unfall erlitt er einen doppelten Beinbruch.
Er musste für sechs Rennen pausieren, die WM war gelaufen.
In den letzten beiden Saisorennen meldete er sich mit jeweils Platz zwei eindrucksvoll zurück.
2000: wahrscheinlich die spannendste Saison. Schumacher lag nach fünf Siegen klar auf Titelkurs, doch Mika Häkkinen verdrängte ihn von der Spitzenposition.
Doch Schumi wollte sich den Titel auf keinen Fall mehr nehmen lassen. Er legt zwei Siege drauf und holte sich im japanischen Suzuka den WM-Titel.
Als erster Ferrari-Pilot seit Jody Scheckter 1979 sicherte er sich damit die Fahrerkrone.
Die Scuderia, ganz Italien und Deutschland waren außer sich. Es folgen Titel im Jahrestakt: 2001 steht Schumi nach 13 Saisonrennen, ...
... ein Jahr später schon nach dem elften Grand Prix als Weltmeister fest.
Die Schar der Ferrari-Fans wurde größer und bunter, ...
... Schumi macht die Formel 1 in Deutschland zum beliebten Sonntagnachmittagsvergnügen.
Auch Schumi II, Michaels Bruder Ralf, stieg in die Königsklasse ein, debütierte ebenfalls bei Jordan. Zwar gelangen ihm insgesamt sechs Grand-Prix-Siege - an die Erfolge des älteren Bruders kam er allerdings nie heran.
Michael Schumacher fuhr unterdessen unbeirrt die WM-Titel sechs (2003) ...
... und sieben (2004) nach Hause.
Insgesamt holt er in seiner Karriere 91 Grand-Prix-Siege, 72 davon allein für Ferrari. Damit krönte er sich zum König der Rennfahrer, ...
... der von den Fans verehrt wurde.
Schumachers Erfolge sprachen sich auch andernorts herum.
2005 kam das Seuchenjahr, Schumi gelang nur ein Sieg. Und der ausgerechnet beim Skandalrennen von Indianapolis, bei dem nur sechs Autos ins Ziel kamen.
Schumi musste dem neuen Weltmeister Fernando Alonso den Vortritt lassen, belegte in der WM-Wertung sogar nur den dritten Platz.
Doch 2006 meldete er sich noch einmal zurück: Nachdem er zwischenzeitlich bereits 25 Punkte Rückstand auf Alonso hatte, holt er den Spanier drei Rennen vor Saisonschluss noch ein. Doch im vorletzten Rennen seiner Karriere ...
... scheidet er mit Motorschaden aus. Wiederum holt sich Alonso den Titel.
Ob nun sieben oder acht Titel: Die Fans können es verschmerzen.
Weniger gut zu verdauen ist allerdings der Rücktritt von Michael Schumacher. Am 22. Oktober 2006 fährt er sein - vorerst - letztes Rennen und wird danach gebührend von den Fans ...
... und seinem Team verabschiedet (hier mit Teamchef Jean Todt und Kollege Felipe Massa).
So sagten ihm die Fans auf Wiedersehen.
Wirklich Abschied vom Motorsport hat Schumi allerdings nie genommen. Egal ob als Beobachter an der Rennstrecke ...
... oder als Berater des Ferrari-Teams mit guten Tipps für Felipe Massa: Schumi ist seinem Sport treu geblieben. Ein Comeback im Cockpit schloss er aber bis heute immer aus.
Nun könnte er sein sportliches Rentnerdasein in Vufflens am Genfer See mit seiner Familie und einem geschätzten Vermögen von mehr als einer halben Millionen Euro genießen, stattdessen ...
... lässt ihn der Rausch der Geschwindigkeit nicht los. Inzwischen geht Schumacher auf zwei Rädern ...
... bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft an den Start.
Auch wenn er dort sicher nicht mit weniger Ehrgeiz auf die Strecke geht, musste er in dieser Saison ...
... jede Menge Lehrgeld zahlen. Bei einigen Rennen war er als Bruchpilot unterwegs.
Das Wichtigste aber : Schumi blieb unverletzt, sodass er auch weiterhin sein sportliches Multitalent ...
... unter Beweis stellen kann. Etwa beim Fußball, wo er bei zahlreichen Benefizturnieren ...
... leidenschaftlich gern dem Leder hinterherjagt.
Auch auf anderen Plätzen macht Schumi eine gute Figur.
Ebenso ist er noch im Kart anzutreffen, ...
... oder beim Race of Champions, dem traditionellen Saisonabschluss der Formel 1. Hier gewann er gemeinsam mit Nachwuchshoffnung Sebastian Vettel (2.v.l.) kurz vor Weihnachten.
Und Babyface Vettel hat sich bestimmt noch ein paar gute Tipps vom Superstar geholt. Der 21-jährige Vettel könnte übrigens fast als Schumis Sohn durchgehen: Michael Schumacher feierte am 3. Januar seinen 40. Geburtstag.
Der wurde allerdings ganz abgeschieden mit Frau Corinna, den Kindern Mick und Gina-Maria sowie ein paar guten Freunden ...
... irgendwo im Schnee gefeiert. Nun kommt Schumi zurück, die Fans sind begeistert: ...
"Schumi: Nur du bist der Beste."
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Schumi kehrt zurück! Ferrari hat ihn gerufen und er gehorcht. Ein Knüller. (Corriere dello Sport, Italien)
Der Größte gibt sein Comeback. Schumacher folgt mit 40 Jahren dem Ruf Ferraris und ersetzt den verletzten Felipe Massa. (El País, Spanien)
Der Kaiser kehrt zurück. (Sport, Spanien)
Schumacher ist zurück. Bis Massa wieder fahren kann, ist Schumi-Time (Telegraph, Großbritannien)
Der große alte Meister sagte ja. Nach Lance Armstrong im Radsport feiert nun auch Michael Schumacher in der Formel 1 sein Comeback. (El Mundo, Spanien)
Die Rückkehr des Grand-Prix-Superstars: The Schu goes on. (Sun, Großbritannien)
Sensationell: Schumacher kehrt in der WM hinters Ferrari-Lenkrad zurück. Die F 1 dankt ihm. (Tuttosport, Italien)
Ein sensationelles Comeback - Schumacher kehrt zurück!. Das schönste Paar der Formel 1 ist wieder zusammen. (La Gazzetta dello Sport, Italien)
Die einen kommen, die anderen gehen. Während BMW sich aus der Formel 1 zurückzieht, gibt Michael Schumacher sein Comeback...
... Dies ist eine mutige Entscheidung des siebenmaligen Weltmeisters. Für Valencia ist die Rückkehr ein Glückslos. (As, Spanien)
Was für ein Ferrari-Knüller: Der Mythos Schumacher kehrt zurück. Er bringt Erfahrung und Instinkt mit. (Corriere della Sera, Italien)
Schumacher schnappt sich wieder seinen Ferrari. Nach drei Jahren trügerischer Ruhe ...
... hat der Renn-Dämon gewonnen. Er riskiert alles, aber er ist ein Geschenk für die Formel 1. (La Repubblica, Italien)
Der Mythos kehrt zurück. Michael Schumacher verhilft dem Großen Preis von Europa in Valencia zu neuem Interesse. Die spanische Hafenstadt hat das große Glückslos gezogen. (Marca, Spanien)
Für die Formel 1 gab es nur eine Gewissheit, einen Grundpfeiler, der unantastbar dastand. Sein Name war Michael Schumacher...
... Sich also an Schumacher zu wenden, ist kein risikoreiches Spiel, sondern ein automatischer Reflex. (Independent, Großbritannien)
Michael Schumacher hat die Bühne für das bemerkenswerteste Comeback in der Motorsport-Geschichte bereitet. (Times, Großbritannien)
Schumacher auf der Ehrenrunde. (Daily Mail, Großbritannien)
Video: Sebastian Vettel - Formel 1 Pilot will Weltmeister werden
Video: Jüngster Formel-1-Sieger - Sebastian Vettel im Porträt

Erst drohte die Vollbremsung, jetzt aber steht die Startampel für die Formel 1 auf dem Hockenheimring sogar bis 2018 auf Grün. Nach monatelangen extrem schwierigen Verhandlungen gaben die Verantwortlichen sichtlich erleichtert die spektakuläre Vertragsverlängerung bekannt.

Bis zuletzt war das Rennen wegen eines befürchteten Verlustes in Höhe von etwa sechs Millionen Euro stark gefährdet. Der Deutschland-Grand-Prix ist bereits in den WM-Kalender aufgenommen worden und soll am 25. Juli 2010 als 11. WM-Lauf stattfinden. 2011 ist gemäß der vereinbarten Rotation wieder der einstige Rivale Nürburgring Schauplatz des deutschen Formel-1-Rennens.

Die Freude über die gute Nachricht war auch beim ab kommender Saison einzigen deutschen Automobilhersteller in der Königsklasse groß. "Was lange währt, wird endlich gut", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug in Suzuka, wo am Sonntag der Große Preis von Japan stattfindet. Für Mercedes-Benz ist Hockenheim wegen der geringen Entfernung zum Stammwerk seit jeher das Formel-1-Heimrennen. Das Zusammenspiel zwischen der Stadt Hockenheim, Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und der baden-württembergischen Landesregierung habe laut Haug letztlich den gewünschten Erfolg gebracht: "Deutschland bleibt dadurch alljährlich auf der Formel-1-Weltkarte."

Noch im Juni schienen die Lichter in Hockenheim auszugehen. Da hatte nämlich der Gemeinderat der Stadt einstimmig beschlossen, den Ausstieg aus dem Vertrag zur Formel 1 zu vereinbaren. Die Stadt Hockenheim ist zu 94 Prozent an der Hockenheimring GmbH und damit auch allen auftretenden Verlusten beteiligt. Danach hatte Ecclestone einen neuen Rettungsplan für das Rennen in Hockenheim vorgelegt. Der Brite hatte dabei Bereitschaft gezeigt, beim Antrittsgeld Zugeständnisse zu machen. Dafür sollen mögliche Gewinne geteilt werden. Hockenheim braucht rund 60.000 Zuschauer, um mit dem deutschen Grand Prix aus der Verlustzone zu fahren.

(SID, N24)

30.09.2009 14:43 Uhr

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