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Neuer Außenminister?

Westerwelle fällt bei Bürgern durch

FDP-Chef Guido Westerwelle wollen nur wenige Bürger im Außenamt. Selbst die eigenen Parteikollegen halten ihn für fachlich ungeeignet. Auch am designierten SPD-Chef Gabriel scheiden sich die Geister.

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FDP-Chef Guido Westerwelle ins Außenamt? Die meisten Deutschen halten das für keine gute Idee. Sie sehen seine Stärken eher auf anderem Gebiet.
Video: FDP - Westerwelle - der heimliche Wahlsieger
Video: Ton wird schärfer - Westerwelle bald Superminister?
Video: N24 Klartext - Westerwelle: Super- oder Außenminister?
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Angela Merkel und Guido Westerwelle haben mit ihren Parteikollegen wochenlang beraten, das grobe Programm steht - und das Personaltableau ebenfalls.
Schon lange war klar, dass Guido Westerwelle traditionellerweise das Außenamt übernehmen wird. Aber es gab auch einige unerwartete Personalentscheidungen.
Größte Überraschung ist Wolfgang Schäuble. Der ehemalige Innenminister wechselt ins Finanzressort - das Amt, das zuvor SPD-Mann Peer Steinbrück innehatte.
Viel spekuliert wurde über den Verbleib des CSU-Shootingstar Karl-Theodor zu Guttenberg. Nun ist es raus: Der bisherige Wirtschaftsminister übernimmt das Verteidigungsressort. Da ...
... hatte bisher Franz Josef Jung gesessen. Doch der Hesse wird nicht arbeitslos. Jung übernimmt künftig das Bundesarbeitsministerium.
Neben Wolfgang Schäubles Wechsel ins Finanzressort ist die Besetzung des Gesundheitsministeriums eine Überraschung. Der niedersächsische FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler machte das Rennen. Dabei hatten ...
... viele Ursula von der Leyen (CDU) auf dem Zettel. Ihr wurden Ambitionen auf das schwierige Ressort nachgesagt. Doch bei ihr bleibt alles beim Alten: Sie führt das Familienministerium.
Das Bundesinnenministerium von Wolfgang Schäuble besetzt künftig der CDU-Mann und bisherige Kanzleramtsminister Thomas de Maizière. Seinen frei werdenden Posten als rechte Hand der Kanzlerin ...
... bekommt CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Er gilt schon seit langem als Angela Merkel extrem treu verbunden. Genauso treuer Merkelianer ist ...
... Norbert Röttgen, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Das wird nun von der Kanzlerin belohnt: Röttgen rückt in die Ministerriege auf und übernimmt das Umweltressort.
FDP-Haudegen Rainer Brüderle ist im neuen Kabinett auch untergekommen. Er beerbt Guttenberg als oberster Kopf des Bundeswirtschaftsministeriums. Neben Westerwelle, Rösler und ihm haben es noch zwei weitere Liberale zu Ministerweihen geschafft: ...
Zum einen ist das Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die Justizministerin wird und dieses Amt bereits von 1992 bis 1996 inne hatte. Zum anderen ...
… schicken die Liberalen ihren Generalsekretär Dirk Niebel ins Kabinett. Er übernimmt das Ministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Bildungsministerin Annette Schavan ist eine treue Gefolgsfrau von Merkel. Der Lohn: Sie darf das Ressort behalten.
Im Amt bleibt auch Ilse Aigner. Mit den Bayern als Stammklientel legt die CSU Wert darauf, dass sie den Bereich Agrar/Verbraucher behält.
Einer fehlt noch - ein Neuling: CSU-Landesgruppenchef im Bundestag Peter Ramsauer. Der bayerische Mann fürs Grobe wird Bundesverkehrsminister.
Ach so, und eines ist ja sowieso klar: Angela Merkel (CDU) wird auch in der neuen Regierung Bundeskanzlerin bleiben.

Mit zwei wesentlichen Personalien, die sich nach der Bundestagswahl anbahnen, stoßen die Parteien kaum auf Rückhalt in der Bevölkerung: Nach zwei aktuellen Umfragen haben die Wähler wenig Vertrauen in Umweltminister Sigmar Gabriel als künftigen SPD-Chef und noch weniger in FDP-Chef Guido Westerwelle als neuen Bundesaußenminister. Nach einer Forsa-Erhebung für den "Stern" wünschen sich nur 28 Prozent der 1.001 Befragten den FDP-Vorsitzenden als Chef des Auswärtigen Amts.

Dagegen äußerten 46 Prozent die Meinung, er solle besser ein anderes Ressort übernehmen, zum Beispiel das Wirtschafts- oder das Bildungsministerium. Bei den Anhängern der FDP war dieser Wunsch sogar noch ausgeprägter: Von ihnen sähen mit 53 Prozent sogar mehr als die Hälfte Westerwelle lieber als Ressortchef eines anderen Ministeriums als dem für Auswärtiges.

Gabriel: Sympathisch ja, aber ...

Der designierte SPD-Vorsitzende Gabriel stößt zwar als Person in der Bevölkerung auf positive Umfragewerte, die Rettung der Partei trauen ihm aber nur wenige zu. Laut der Umfrage halten den amtierenden Bundesumweltminister je 57 Prozent für kompetent und schlagfertig und 51 Prozent für sympathisch. Neben Kompetenz, Schlagfertigkeit und Sympathie werden ihm von den in diesem Fall 2.501 Befragten weit über die Zustimmung zur SPD hinaus weitere günstige Eigenschaften attestiert. 54 Prozent meinen, er habe Visionen für die Zukunft, 49 Prozent finden ihn glaubwürdig, 45 Prozent schätzen ihn als führungsstark ein.

Jeweils 44 Prozent attestieren Gabriel, dass er Witz und Humor habe, Leidenschaft besitze und etwas von Wirtschaft verstehe. 41 Prozent sagen, er stehe auf Seiten der kleinen Leute. Allerdings halten ihn nur 13 Prozent für fähig, die Probleme des Landes zu lösen. Und nur 32 Prozent glauben, dass Gabriel die Sozialdemokraten aus der Krise führen kann. Unter den SPD-Anhängern erwarten 44 Prozent von Gabriel eine erfolgreiche Arbeit als Parteichef - 39 Prozent dagegen nicht.

Gabriels künftiger Generalsekretärin Andrea Nahles trauen dagegen 48 Prozent einen guten Job zu. Der Parteilinken trauen sogar 58 Prozent der SPD-Sympathisanten zu, dass sie eine gute Generalsekretärin wird. Bei Anhängern der Grünen (62 Prozent) und Linken (60 Prozent) kommt sie auf noch höhere Werte.

(AP, N24)

07.10.2009 15:32 Uhr

Bundestagswahl - Zitate

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Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU

öffnenschließen"Eine bittere Niederlage" "Da gibt es nichts drumherum zureden. Das ist eine bittere Niederlage."
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier

öffnenschließen"Wollen jetzt mitregieren" "Wir sind bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren."
FDP-Chef Guido Westerwelle

öffnenschließen"Knallgrüne Opposition" "Schwarz-Gelb hat eine starke Opposition verdient. Und die bekommen sie jetzt - knallgrün!"
Grüne-Vorsitzende Claudia Roth

öffnenschließen"Was wir erreicht haben ..." "1989 konnte ich mir nicht vorstellen, was wir hier erreicht haben."
Linke-Fraktionschef Gregor Gysi

öffnenschließen"SPD wird kämpfen" "Die Sozialdemokratie wird sich nach vorne kämpfen."
SPD-Chef Franz Müntefering

öffnenschließen"CSU-Ergebnis nicht zufriedenstellend" "Das Abschneiden der CSU in Bayern ist nicht zufriedenstellend."
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU

öffnenschließen"Eine schwere Stunde" "Das ist eine schwere Stunde für uns heute."
SPD-Fraktionschef Peter Struck

öffnenschließen"Soziales Profil schärfen" "Die SPD wird ihr soziales Profil schärfen müssen."
Der Regierende Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit, SPD

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