Anschlag auf LHC geplant?

CERN-Mitarbeiter unter Terrorverdacht

Plante er einen Anschlag auf den Teilchenbeschleuniger LHC? In Frankreich ist ein Mitarbeiter der Forschungsanlage unter Terrorverdacht festgenommen worden. Er soll Kontakte zu Al Kaida haben.

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Das LHC in der Schweiz ist der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In seinem Inneren werden winzige Schwarze Löcher künstlich erzeugt und erforscht.
Bühne frei für den "Big Bang": Wissenschaftler simulieren wieder an der schweizer Forschungseinrichtung CERN den Urknall.
Das CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) bei Genf ist das größte physikalische Forschungszentrum der Welt. Unter anderem wurde dort bereits das World Wide Web erfunden.
Mit der größten Maschine der Welt, dem Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider), gehen die Forscher jetzt auf die Jagd nach der Dunklen Materie, dem Nicht-Stoff aus dem Schwarze Löcher "bestehen".
Das LHC ist ein 27 Kilometer langer Ringtunnel tief im schweizer Boden. In dem minus 271,3 Grad kalten Vakuum der Metallröhre werden Wasserstoff-Atomkerne auf die Reise geschickt.
Jede Sekunde drehen diese so genannten Protonen in entgegengesetzten Richtungen 11.245 Runden in dem unterirdischen Ring und legen dabei jeweils 299.780 Kilometer zurück.
Mit beinahe Lichtgeschwindigkeit rasen sie aufeinander zu und erzeugen 600 Millionen Mal pro Sekunde einen "Mini-Urknall", bei dem es 100.000 Mal heißer wird als im Zentrum der Sonne.
Der LHC ist in jeder Hinsicht rekordverdächtig. Er hat die europäischen Steuerzahler etwa drei Milliarden Euro gekostet. Während des Betriebs verdoppelt er locker den Strombedarf der benachbarten Stadt Genf.
Die Physiker des CERN erwarten vom LHC Erkenntnisse zur Dunklen Materie, zur Entstehung von Masse und zur Entwicklung des Universums.
Gegner des LHC befürchten unkontrollierbare Reaktionen bis hin zu einem Weltuntergang durch außer Kontrolle geratene Schwarze Löcher. Mehrere Klagen blieben jedoch erfolglos.
Die Physiker weisen die Bedenken zurück. Die erzeugten Schwarzen Löcher seien mikroskopisch klein und daher ungefährlich. Der Weltuntergang wird wohl abgesagt.
Ab sofort öffnet sich hingegen, fast nebenan, "ein Fenster ins Dunkle Universum", so CERN-Chef Rolf-Dieter Heuer. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.

Beim Teilchenbeschleuniger des Europäischen Kernforschungszentrums (CERN) ist ein Physiker unter dem Verdacht festgenommen worden, Verbindungen zu Al-Kaida-Terroristen in Algerien zu haben. Der Mann sei von der französischen Polizei festgenommen worden, teilte das Zentrum am Freitag in Genf mit. Es handele sich um einen von 7.000 Wissenschaftlern, die beim weltgrößten Teilchenbeschleuniger der Welt beschäftigt seien. Er habe an Analyseprojekten gearbeitet.

Aus französischen Behördenkreisen verlautete, der Physiker sei einer von zwei Brüdern, die am Donnerstag in Vienne, einer Stadt 30 Kilometer südlich von Lyon, festgenommen worden seien. Nach Polizeiangaben sind die beiden 25 und 32 Jahre alt und sind Franzosen. CERN betreibt bei Genf den größten Teilchenbeschleuniger der Welt. Die Forscher erhoffen sich von der Urknall-Anlage in einem 27 Kilometer langen Tunnel Antworten auf grundlegende Fragen nach Entstehung und Aufbau des Universums.

(AP, N24)

09.10.2009 19:44 Uhr

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