Vor allem beim Militär

Obama verspricht Homosexuellen mehr Rechte

Schwule und Lesben kämpfen in den USA um eine Verbesserung ihrer Rechte. US-Präsident Obama will sich nun dafür einsetzen, dass besonders Soldaten ein offener Umgang mit ihrer Homosexualität zusteht.

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Barack Obama bei seiner Rede vor der größten homosexuellen Bürgerrechtsorganisation der USA.
Video: Friedensnobelpreis - Hohe Auszeichnung für Barack Obama
Video: Kritik und Zustimmung - Reaktionen auf Friedensnobelpreis
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Damit hat niemand gerechnet: US-Präsident Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis 2009. Das Osloer Komitee würdigt damit seine "außergewöhnlichen Bemühungen um eine Stärkung der internationalen Diplomatie und um Zusammenarbeit zwischen den Völkern".
Damit kommt Barack Obama (im Bild mit First Lady Michelle) schon ein Jahr nach seiner Wahl zum Staatsoberhaupt der USA zu höchsten Weihen. Dabei ist eine anschließende Bilanz seiner Amtszeit noch nicht möglich. Doch der ...
... fünfköpfige Nobelpreisausschuss begründet den Schritt damit, dass eine Person selten so viele Hoffnungen auf Frieden geweckt habe. Zudem habe seine Vision für eine atomwaffenfreie Welt die Entscheidung beeinflußt.
Barack Obama wird es gut tun. Hat er doch derzeit innenpolitisch mächtig zu kämpfen. Der Glanz der ersten Wochen ist dahin und sein Mammutprojekt Gesundheitsreform stottert gewaltig. Zu ungewöhnlich ist das Vorhaben für US-amerikanisches Empfinden.
Doch ungewöhnliche Maßnahmen passen ins Bild eines ungewöhnlichen Präsidenten. Barack Obama ist der erste schwarze Staatslenker Amerikas. In seinem Land gilt er als Symbol für die Hoffnung, Rassendiskriminierungen ein Ende zu bereiten. Und vor allem ...
... gilt er in der Welt und bei seinen Landsleuten als Gegenentwurf zu seinem umstrittenen Vorgänger, dem republikanischen Hardliner George W. Bush. Seine liberale Einstellung ist sicherlich auch der Biografie Obamas zu verdanken.
Barack Obama wird 1961 als Barack Hussein Obama Jr. auf Hawaii geboren. Seine Mutter Stanley Ann Dunham und sein Vater Barack Obama haben sich an der Universität von Hawaii kennengelernt.
Obamas Großeltern kümmern sich rührend um den Familiennachwuchs. Hier spielt der kleine Barack Obama mit seinem Großvater am Strand.
Barack Obamas Eltern lassen sich 1963 scheiden. Seine Mutter heiratet erneut. Mit dem späteren Ölmanager ging die kleine Familie nach Indonesien.
In dieser Schule in Indonesien drückt Barack Obama die Schulbank.
1971 kommt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er von seinen Großeltern aufgezogen wird. 1979 legt er seinen Highschool-Abschluss ab.
Nach zwei Jahren am Occidental College in Los Angeles zieht es Barack Obama 1981 an die Columbia-Universität in New York, wo er einen Abschluss in Politikwissenschaften erlangt.
Nach kurzer Tätigkeit für eine Wirtschaftsberatungsgesellschaft geht Obama nach Harvard. An der Harvard Law School macht er 1991 seinen Doktor der Rechtswissenschaft „mit großem Lob“.
In Harvard lernt Barack Obama seine spätere Ehefrau Michelle Robinson kennen. Später wächst die Familie mit der Geburt der beiden Töchter Malia (*1999) und Sasha (*2001).
Seit 1992 engagiert sich Obama als Landespolitiker des Bundesstaates Illinois, wo er 1996 in den Senat gewählt wurde. Im Jahr 2000 strebt Obama den Gang ins US-Repräsentantenhaus an, unterliegt in den Vorwahlen jedoch seinem Kontrahenten Bobby Lee Rush.
2004 zieht Barack Obama in den US-Senat ein. Gleichzeitig unterstützt er den damaligen Präsidentschaftsbewerber John Kerry bei dessen Wahlkampf.
Am 10. Februar 2007 verkündet Barack Obama in Springfield (Illinois) unter großem Jubel erstmals seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur.
Seine Gegner bei den Vorwahlen sind Hillary Clinton und John Edwards. Edwards gibt sich am 30. Januar 2008 bereits frühzeitig geschlagen.
Als harte Gegnerin erweist sich jedoch Hillary Clinton, die frühere First Lady. Bis zum Ende der Vorwahlen hält sie an ihrer Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten fest.
Obwohl längst chancenlos, gibt Clinton erst am 7. Juni offiziell ihren Rückzug bekannt. Gleichzeitig versichert sie Obama ihre volle Unterstützung.
Obamas Gegner zum Wahltag am 4. November 2008 heißt nun John McCain. Auch wenn die beiden Kontrahenten in Wahlumfragen lange gleichauf liegen, unterliegt McCain. Zu groß ist der Wunsch der Amerikaner nach "Change", dem Schlüsselwort Obamas Kampagne.
Am 20. Januar 2009 tritt Barack Obama sein Amt an. Die sehr frühe Ehrung des Nobelpreiskomitees ist Segen und Fluch zugleich. Denn letzten Endes ist sie auch Verpflichtung, die ausgerufenen Ziele zu erreichen.
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Nelson Mandela, südafrikanischer Nobelpreisträger: "Wir hoffen, dass dieser Preis sein Engagement stärken wird, als Staatschef der mächtigsten Nation der Erde weiter den Frieden und die Ausmerzung der Armut zu propagieren."
Lech Walesa, polnischer Friedensnobelpreisträger: "So schnell? Zu schnell. Wir werden sehen, ob er ausharrt und das tut, was er vorgeschlagen hat."
Angela Merkel, Bundeskanzlerin: "Es ist ihm in kurzer Zeit gelungen, weltweit einen neuen Ton zu setzen und Gesprächsbereitschaft zu schaffen. Er hat ein Fenster der Möglichkeiten geöffnet."
Horst Köhler, Bundespräsident: "Ich freue mich, dass Ihr Engagement für die friedliche Zusammenarbeit zwischen Staaten und Völkern durch die Verleihung dieser hohen Auszeichnung verdiente Anerkennung und Würdigung findet."
José Manuel Barroso, EU-Kommissionspräsident: "Der Preis ist eine Anerkennung für die von Obama geweckten Erwartungen, dass er globale Antworten auf globale Herausforderungen suchen wird."
Silvio Berlusconi, italienischer Ministerpräsident: "Wir haben davon während der Ministerratssitzung erfahren und Obama mit Überzeugung applaudiert."
Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, in einer E-Mail an US-Fernsehsender: "WOW!" - mehr nicht.
Nicolas Sarkozy, französischer Präsident: "Es wird damit Ihrer Vision der Toleranz und des Dialogs der Staaten, Kulturen und Zivilisationen gerecht. Es ehrt schließlich die Rückkehr Amerikas in die Mitte aller Völker der Erde."
Ghassan Chatib, Sprecher der palästinensischen Autonomiebehörde (im Bild: Mahmud Abbas, Palästinenserpräsident): "Ich hoffe, dass der Preis ein zusätzlicher Ansporn für Präsident Obama ist, noch härter für einen Frieden in unserer Region zu arbeiten."
Schimon Peres, israelischer Präsident: "Nur sehr wenige Führer haben es geschafft, die Stimmung in der gesamten Welt in solch kurzer Zeit zu verändern. Sie haben uns die Lizenz zum Träumen und zum Handeln in in eine noble Richtung gegeben."
Sabihullah Mudschahid, Taliban-Sprecher: "Wir verurteilen den diesjährigen Preis als ungerecht. Obama hat in Afghanistan keinen einzigen Schritt in Richtung Frieden unternommen. Wir haben in seiner Friedensstrategie keinen Wechsel wahrgenommen."
Hamid Karsai, afghanischer Präsident: "Seine harte Arbeit und seine neue Vision für die globalen Beziehungen, sein Wille, weltweiten Frieden zu schaffen, machen ihn zum angemessenen Empfänger des Friedensnobelpreises."
Wangari Maathai, kenianische Friedensnobelpreisträgerin und Umweltschützerin: "Obama ist eine Inspiration."
Yukio Hatoyama, japanischer Regierungschef: "Wir teilen Präsident Obamas Ziel einer nuklearen Abrüstung und schätzen seine Führerschaft hoch."
Jens Stoltenberg, norwegischer Ministerpräsident: "Der Preis kommt nicht zu früh. Es ist spannend, wenn er an jemanden geht, der mitten in der Verantwortung steht und etwas durchzusetzen hat."
Franz Müntefering, SPD-Chef: "Mit dieser außerordentlichen Würdigung wird zu Recht Ihr Engagement für mehr Völkerverständigung als großes Ziel Ihrer Präsidentschaft hervorgehoben."
Guido Westerwelle, FDP-Chef: "Dieser Friedensnobelpreis ist weniger die Auszeichnung für bereits Erreichtes, sondern eine Rückenstärkung für eine Politik, die auf Kooperation statt Konfrontation und auf Abrüstung statt Aufrüstung setzt. "
Renate Künast und Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzende der Grünen: "Der Preis ist ein Signal des Aufbruchs. Die Enstcheidung des Osloer Komitees ist auch eine Aufforderung, jetzt mit diesem Strategiewechsel beherzt weiterzumachen."
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister Berlins: "Ich sehe in dieser Auszeichnung eine Verpflichtung zu einer an Toleranz und Offenheit ausgerichteten Politik."
Christian Wulff, Ministerpräsident Niedersachsens: "Barack Obama hat bewiesen, Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft und Nation ins Gespräch und zu größerer Toleranz zu bringen: Er ist ein empathischer und würdiger Friedensnobelpreisträger."
Mohammed el Baradei, Chef der IAEA: "Mir fällt niemand ein, der diese Ehre mehr verdient hätte. In weniger als einem Jahr im Amt hat er es geschafft, die Hoffnung auf eine Welt, die mit sich selbst in Frieden ist, wiederaufleben zu lassen."
Morgan Tsvangirai, simbabwischer Ministerpräsident: "Er hat den Preis verdient."
Der erste Nobelpreis überhaupt ging 1901 an den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen – für Physik. Er entdeckte am 8. November 1895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Seine Entdeckung revolutionierte u. a. die medizinische Diagnostik.
Emil Adolf von Behring war ein deutscher Bakteriologe und Serologe. Er wurde durch seine Entdeckungen zur erfolgreichen Behandlung von Diphtherie 1901 erster Träger des Nobelpreises für Physiologie und Medizin.
Robert Koch entdeckte 1882 den Erreger der Tuberkulose und entwickelte später das Tuberkulin. Am 12. Dezember 1905 nahm Koch den Nobelpreis für Medizin für seine Arbeit über die Tuberkulose in Empfang.
Gerhart Hauptmann gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus. 1912 wurde er "vor allem als Anerkennung für sein fruchtbares und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung" mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
Der deutsche Physiker Max Planck gilt als Begründer der Quantenphysik. Im letzten Kriegsjahr, 1918, erhielt Planck den Nobelpreis für die Entdeckung des planckschen Wirkungsquantums. Der Preis wurde ihm erst 1919 verliehen.
Albert Einstein erhielt seinen Nobelpreis für Physik nicht für „e=mc²", sondern für seine Theorie des Lichts. Diese Entdeckung publizierte Einstein bereits 1905, wurde aber erst 1921 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Gustav Stresemann war deutscher Politiker (DVP), Reichskanzler sowie Reichsminister des Auswärtigen in der Zeit der Weimarer Republik. Als erster Deutscher erhielt er 1926 den Friedensnobelpreis.
Thomas Mann zählt zu den bedeutendsten Erzählern deutscher Sprache im 20. Jahrhundert. Für seinen ersten Roman "Buddenbrooks" (1900, erschienen 1901) erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur.
Der deutsche Chemiker Otto Hahn gilt als Vater der Kernchemie. „Für seine Entdeckung der Spaltung schwerer Atomkerne“, so die offizielle Begründung der Jury, wurde Hahn 1944 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Albert Schweitzer war evangelischer Theologe, Orgelkünstler, Musikforscher, Philosoph und Arzt. Als Arzt gründete Schweitzer das Krankenhaus in Lambaréné im Gabun (Zentralafrika). Er erhielt 1952 den Friedensnobelpreis.
Unter den 180 Physik-Nobelpreisträgern bis 2007 befanden sich nur zwei Frauen: Marie Curie und Maria Goeppert-Mayer. Die Physikerin Goeppert-Mayer wurde 1963 für ihre Entdeckungen über die Struktur des Atomkerns ausgezeichnet.
Willy Brandt erhielt 1971 den Friedensnobelpreis für seine Verdienste um die Ostpolitik, die auf Entspannung und Ausgleich ausgerichtet war. Der weltweit beachtete Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 leitete symbolisch die Entspannungspolitik ein.
Der bisher einzige deutsche Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften: Der Volkswirt Reinhard Selten erhielt 1994 zusammen mit John Forbes Nash und John Harsanyi den Preis für die gemeinsamen Leistungen auf dem Gebiet der Spieltheorie.
Eine von den wenigen deutschen Preisträgerinnen: Christiane Nüsslein-Volhard. Die Biologin erhielt 1995 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Forschungen über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung.
Günter Grass gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk im Alter von 72 Jahren.
Der deutsche Physiker Peter Grünberg: Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Festkörperforschung. Seine bekannteste Entdeckung ist der Riesenmagnetwiderstand. 2007 wurde ihm dafür der Nobelpreis für Physik zuerkannt.
Und noch ein Nobelpreis ging im Jahr 2007 an einen Deutschen: Für seine "Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen" erhielt ihn der deutsche Physiker und Oberflächenchemiker Gerhard Ertl im Bereich Chemie.
Im Jahr 2008 erhielt der deutsche Mediziner Harald zur Hausen den "Nobelpreis für Physiologie oder Medizin" für seine "Entdeckung der Auslösung von Gebärmutterhalskrebs durch humane Papillomviren".
Die in Rumänien geborene Deutsche Herta Müller bekommt den Literatur-Nobelpreis 2009. In ihren Werken setzt sie sich unter anderem mit der einstigen Diktatur in Rumänien auseinander und mit den Lebensbedingungen der Menschen dort.

Präsident Barack Obama hat den Schwulen und Lesben in den USA mehr Rechte versprochen. In einer Rede vor der größten homosexuellen Bürgerrechtsorganisation des Landes am Samstagabend (Ortszeit) in Washington versicherte Obama, dass die bisherige Praxis abgeschafft werde, nach der Schwule und Lesben im Militär nur solange zugelassen sind, wie sie ihre sexuelle Neigung nicht offenbaren. "Wir sollten patriotische Amerikaner, die dem Land dienen, nicht bestrafen", zitierten US-Medien aus der Rede Obamas bei einem Galadiner der Human Rights Campaign.

Die Veranstaltung fand am Vorabend einer Großkundgebung in Washington für Homosexuellen-Rechte statt. Zu der Demonstration am Sonntag werden Tausende Menschen erwartet. Homosexuellen-Organisationen hatten sich in der Vergangenheit wiederholt enttäuscht von Obama gezeigt, weil er sein Wahlkampfversprechen einer Abschaffung der "stillschweigenden Duldungsregel" beim Militär bisher nicht eingelöst hat.

Eheregelung soll Sache der Bundesstaaten werden

Die Homosexuellen warten auch bisher vergeblich darauf, dass der Kongress ein Gesetz aufhebt, das die Ehe als ausschließliche Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Obama selbst unterstützt zwar diese Auslegung und tritt stattdessen für eine rechtliche und soziale Absicherung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ein. Er hat aber wiederholt erklärt, dass er eine Aufhebung des Gesetzes erreichen und damit den einzelnen Bundesstaaten Spielraum für eigene Regelungen geben will.

In seiner Rede räumte Obama ein, dass das Tempo bei der Umsetzung für viele wahrscheinlich zu langsam sei. Es bestehe aber kein Zweifel an der Zielrichtung, sagte der Präsident. Er machte aber nach den Medienberichten keine konkreten Zeitangaben für die angestrebten Änderungen.

(AFP, dpa, N24)

11.10.2009 08:06 Uhr

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