Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht die deutsche Wirtschaft 2010 wieder auf Wachstumskurs. Dennoch erwarten die Experten diverse Steuererhöhungen, etwa bei der Mehrwertsteuer.
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Wachstum: ja, Steuererhöhungen: ja - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die deutsche Wirtschaft 2010 trotz positiver Wachstumsraten noch nicht auf einem stabilem Wachstumspfad. "Wir sind 2010 noch nicht auf einem robusten, stabilen Wachstumspfad," sagte DIW-Konjunkturchef Christian Dreger. Das Institut erhöhte seine Wachstumsprognose für Deutschland 2010 auf 1,3 (bisher +0,5) Prozent. Für das laufende Jahr rechnen die Forscher noch mit einem Einbruch um 5,1 (bisher minus 6,4) Prozent. Der freie Fall der inländischen Wertschöpfung in der ersten Jahreshälfte sei etwas schneller als erwartet gestoppt worden. Ende 2010 werde damit aber gerade einmal wieder die Wirtschaftsleistung von Anfang 2006 erreicht sein.
Für die neue Bundesregierung sieht das DIW deshalb praktisch keinen finanziellen Handlungsspielraum: Steuerausfälle aufgrund des Konjunktureinbruchs und die staatlichen Konjunkturprogramme trieben das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung in die Höhe. Aus Sicht des DIW geht letztlich kein Weg an einer Erhöhung der Mehrwertsteuer vorbei. Überdies böten sich Möglichkeiten zur Anhebung vermögensbezogener Steuern. Auf der Ausgabeseite sollten sich die Rentenzahlungen wieder strikt an der Entwicklung der Lohnsumme bemessen werden; die Rentengarantie sei zurückzunehmen.
Ein klarer Kurs der Haushaltssanierung, mehr Ausgaben für Forschung und Bildung, ein langfristiges Energiekonzept und eine wirksamere Regulierung der Finanzmärkte sollten die politischen Schwerpunkte der neuen Koalition sein. "Es muss um Zukunftsausgaben und nicht um Steuergeschenke gehen," sagte DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann. Die neue Bundesregierung sollte die langfristigen Wachstumskräfte stärken und die sozialen Sicherungssysteme stabil machen für den demographischen Wandel.