Nordkorea provoziert

Raketentests überschatten Annäherungsgespräche

Es schien, als würden sich die heftigen Spannungen zwischen Südkorea und dem kommunistischen Norden legen. Geplante Annäherungsgespräche werden nun von erneuten Raketentests Nordkoreas überschattet.

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Nordkorea hat in der Vergangenheit schon öfter mit Raketentests provoziert. (Archivbild: Januar 2009)
Video: "Kriegserklärung" - Nordkorea droht Südkorea
Video: Raketen in Stellung - UN-Sicherheitsrat verurteilt Nordkorea

Nordkorea hat nach Angaben aus Seoul erneut zwei Kurzstreckenraketen getestet. Dies meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Die Raketen wurden demnach an der Ostküste des Landes abgefeuert.

Nach den jüngsten Gesten der Annäherung aus Nordkorea will Südkorea mit dem Nachbarland über neue Treffen von getrennten Familien und gemeinsamen Hochwasserschutz reden. Der Rotkreuz-Verband schlug der nordkoreanischen Gegenseite ein Treffen am kommenden Freitag vor, um über humanitäre Projekte zu sprechen, wie das Vereinigungsministerium in Seoul mitteilte. Das Treffen könne am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste stattfinden. Dort waren vor zwei Wochen auch die ersten Zusammenführungen Hunderter von Angehörigen getrenntlebender koreanischer Familien seit zwei Jahren organisiert worden.

Familientreffen haben Vorrang

Die Familientreffen hätten Vorrang vor anderen Projekten, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Bei Rotkreuz-Gesprächen Ende August hatte die südkoreanische Seite darauf gedrängt, regelmäßig solche kurzzeitigen Treffen zwischen Angehörigen aus beiden Ländern zuzulassen. Bis heute ist für die betroffenen Familien, die durch den Korea-Krieg (1950-53) seit Jahrzehnten getrennt sind, in der Regel kein Kontakt über die weitgehend abgeriegelte Grenze möglich.

Gemeinsam gegen Überschwemmungsfolgen

Der südkoreanische Minister für Land und Transport, Chung Jong Hwan, schlug Nordkorea unterdessen für diesen Mittwoch Gespräche über Maßnahmen gegen Überschwemmungen am Grenzfluss Imjin vor. Anlass ist ein folgenschwerer Zwischenfall von Anfang September, bei dem durch den unangekündigten Ablauf von etwa 40 Millionen Tonnen Wasser aus einer grenznahen Stauanlage in Nordkorea eine Flutwelle ausgelöst worden war. Sechs Camper wurden damals auf südkoreanischer Seite des Imjin-Ufers von der Flutwelle in den Tod gerissen.

Nach monatelangen heftigen politischen Spannungen war Nordkorea im August wieder auf Südkorea zugegangen. Neben neuen Familientreffen stimmte das Land unter anderem Erleichterungen beim Grenzverkehr zum Industriepark in Kaesong zu.

(dpa, N24)

12.10.2009 14:08 Uhr

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