Lahme Bahn

Jeder fünfte Fernzug mit Verspätung

Probleme mit ICE-Achsen, marode Trassen: Fahrgäste der deutschen Bahn müssen immer öfter mit längeren Fahrzeiten und Verspätungen leben. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" schlägt Alarm.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Marode Bahn? Bahnmitarbeiter begutachten bei einem entgleisten ICE am Hauptbahnhof in Köln die Räder (Archivfoto vom 09.07.2008).

Nahezu jeder fünfte Fernzug in Deutschland kommt nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" zu spät. Wie das Blatt schreibt, liegt die Pünktlichkeitsquote aller Züge im Personenverkehr nach Angaben der Deutschen Bahn derzeit bei 90 Prozent, darin seien aber auch die überwiegend zuverlässigen S-Bahnen in Ballungsräumen mit eingerechnet.

Wie das Blatt weiter schreibt, war für dieses Jahr eine Marke von 85 Prozent pünktlicher Fernzüge (ICE, IC, EC) angepeilt. "Erreicht wurden aber nur knapp 83 Prozent", hieß es laut "Welt" unter Berufung auf Bahnkreise.

"Zum Teil kaum etwas passiert."

Das Ziel sei unter anderem wegen der Probleme mit den ICE-Achsen und des Zustandes der Trassen verfehlt worden. Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, erklärte dem Bericht zufolge: "Man hat sich lange auf bestimmte Paradestrecken konzentriert. Aber auf Nebenverbindungen, vor allem wenn Autobahnen in der Nähe gebaut wurden, ist seit den 50er- oder 60er-Jahren zum Teil kaum etwas passiert."

Die Folge von Schäden im Netz seien Bauarbeiten und damit sogenannte Langsamfahrstellen. "Im Ergebnis müssen die Bahnkunden dadurch längere Fahrzeiten in Kauf nehmen, beziehungsweise in vielen Fällen mit Verspätungen leben", wurde Naumann weiter zitiert. Der Zustand der Schienenwege sei stellenweise kritisch.

Fonds von 200 Millionen Euro

Experten forderten nun deutlich mehr Geld für das Schienennetz. Hartmut Gasser, Sprecher des Netzbeirates der Bahn und Vorsitzender des Netzwerks Privatbahnen, sagte der "Welt" zufolge. "Ich mache mir große Sorgen um die Kapazität des Schienennetzes. Bereits heute bestehen deutliche Engpässe auf Strecken und vor allem an Knotenpunkten. Diese müssen beseitigt werden, wenn nicht das Wachstum des Güterverkehr immerhin rund 45 Prozent von 2000 bis 2008 verhindert werden soll." Der Beirat schlage hierfür einen Fonds von 200 Millionen Euro vor. "Es muss jetzt gehandelt werden, weil Baumaßnahmen ohnehin langwierig sind", wurde Gasser weiter zitiert.

(AP, N24)

24.10.2009 08:44 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse