Stichwahl in Afghanistan

Taliban drohen mit neuer Gewalt

Kurz vor der Stichwahl werden in Afghanistan die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Pünktlich zum Wahlkampfauftakt haben die Taliban mit neuer Gewalt gedroht.

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Pakistanische Soldaten gehen seit Mitte Oktober massiv gegen die Taliban in Süd-Waziristan vor (Archivbild).

Zwei Wochen vor der Stichwahl in Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban zum Boykott der Abstimmung aufgerufen und mit neuer Gewalt gedroht. Jeder, der am 7. November an die Urnen gehe, trage "selbst die Verantwortung für sein Handeln", hieß es in einer Erklärung der Islamisten. Die Stichwahl zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und Herausforderer Abdullah Abdullah sei ein "gescheiterter Prozess der USA". Deshalb werde man "Übergriffe auf den Feind starten und die Menschen an der Teilnahme hindern".

Im Zuge der ersten Wahlrunde am 20. August hatten die Taliban zahlreiche Anschläge verübt, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Mindestens zwei Wählern im Süden des Landes wurden die Finger abgeschnitten, die nach der Abstimmung mit wasserunlöslicher Tinte markiert worden waren. Die Sicherheitsvorkehrungen in ganz Afghanistan wurden inzwischen massiv verstärkt, um ähnliche Zwischenfälle bei der Stichwahl zu vermeiden.

Verhindert werden sollen auch neue Wahlfälschungen. Nach der ersten Runde wurden Hunderttausende Stimmen für ungültig erklärt, woraufhin Präsident Karsai die absolute Mehrheit verlor, die ihm die Unabhängige Wahlkommission (IEC) ursprünglich zugeschrieben hatte. Zum offiziellen Auftakt des Wahlkampfes am Samstag stellten die Anhänger Abdullahs die Unparteilichkeit der Wahlkommission denn auch infrage und verlangten die Absetzung ihrer drei Spitzenbeamten.

Der IEC-Vorsitzende Asisullah Lodin, sein Stellvertreter Sekria Baraksai und der oberste Wahlbeamte Daud Nadschafi sollten ihre Posten räumen, forderten die Abdullah-Anhänger. Sie warfen ihnen offen Voreingenommenheit für Karsai vor. IEC-Sprecher Nur Mohammed Nur wies dies zurück und nannte eine Umbesetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfassungsrechtlich unmöglich. Daraufhin gab es Spekulationen, ob sich Abdullah unter Protest aus der Stichwahl zurückziehen könnte.

(AP, N24)

24.10.2009 12:16 Uhr

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