GfK-Konsumklimaindex
Unsicherheit drückt Verbraucherstimmung
Im Oktober hat sich die Kauflaune der Verbraucher etwas eingetrübt. Der GfK-Index sank leicht auf 4,0 Punkte. Die Konjunkturaussichten bewerten die Menschen allerdings weiterhin optimistisch.
Das Konsumklima in Deutschland hat sich nach der Bundestagswahl erstmals seit gut einem Jahr wieder leicht verschlechtert. Die Kauflaune wird durch die zunehmenden Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, steigende Energiepreise und das Auslaufen der Abwrackprämie gedämpft. Die Konjunkturaussichten beurteilen die Verbraucher zwar weiterhin optimistisch. Ihre eigenen wirtschaftlichen Perspektiven betrachten die Bürger nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aber etwas weniger zuversichtlich als noch vor der Wahl.
"Die Bürger warten erst einmal ab, bis klar ist, was an Be- oder Entlastungen auf sie zukommt", sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur dpa. Angesichts der horrenden Staatsverschuldung seien die Menschen ohnehin skeptisch, ob die angekündigten Steuersenkungen eingehalten werden können. Für November prognostiziert die GfK einen Rückgang des Gesamtindikators um 0,2 auf 4,0 Punkte. Auch für das kommende Jahr erwartet die GfK noch keine wesentliche Verbesserung der Verbraucherstimmung.
"Stetiger Weg aus der Tiefe"
"Wir befinden uns zwar auf dem stetigen Weg aus der Tiefe", sagte Bürkl. Angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt und steigender Energiepreise bleibe es jedoch abzuwarten, ob der private Konsum im kommenden Jahr die Konjunktur noch so stark stützen könne wie 2009. Der Einbruch auf dem Arbeitsmarkt werde zwar nicht so dramatisch verlaufen, wie noch vor wenigen Monaten befürchtet. "Die Arbeitslosigkeit bleibt aber der größte Bremsklotz für den Konsum", betonte Bürkl.
Als einziger der drei Indikatoren hat sich die Konjunkturerwartung im Oktober weiter verbessert. Mit einem Wert von plus 8,4 liegt sie um gute 36 Zähler über dem Vorjahresniveau. Bei der Einkommenserwartung der Bürger verzeichnet die GfK einen leichten Rückgang um 3,1 auf 12,9 Punkte. Die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen sind allerdings noch nicht in die Befragung von rund 2000 Verbrauchern eingeflossen.
Anschaffungsneigung sinkt
Kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes hat auch die Kauflust der Deutschen eine Dämpfer erhalten. Der Indikator für die Anschaffungsneigung sank um gut 10 Punkte, liegt aber mit 26,1 noch einem vergleichsweise hohen Niveau. Als Gründe für den Rückgang nennt die GfK das Auslaufen der Abwrackprämie Ende September und ein allgemein wieder leicht steigende Inflationsrate. In den vergangenen Monaten waren staatlich subventionierte Autokäufe und das ruhige Preisklima laut GfK die Stützen für die Konsumneigung.
Das endgültige Aus für das Versandhaus Quelle wird sich nach Einschätzung Bürkls nur wenig auf die Verbraucherstimmung im gesamten Land auswirken. "Die Verunsicherung wird sich auf die von der Schließung betroffenen Regionen und die Zulieferer beschränken", erklärte Bürkl.
(dpa, N24)
26.10.2009 17:45 Uhr





