"My first day here"

Westerwelle als Außenminister in Brüssel

Bundesaußenminister Westerwelle wollte bei seinem ersten Auftritt in Brüssel den Eindruck wettmachen, dass er des Englischen nicht mächtig sei und sagte fast lausbübisch: "My first day here".

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Westerwelle will sein nicht ganz perfektes Englisch mit der Zeit im Amt als Außenminister abstellen.
Video: Guido Westerwelle - Biograph: "Krönung seiner Karriere"
Video: N24 Klartext - Westerwelle: Super- oder Außenminister?

Bei seinem ersten Auftritt als Bundesaußenminister hat Guido Westerwelle am Donnerstag in Brüssel unter schärfster Beobachtung gestanden. Mit einem nahezu akzentfreien "My first day here" (mein erster Tag hier) suchte er vor laufenden Kameras den Eindruck zu widerlegen, er sei des Englischen nicht ausreichend mächtig, um Deutschland angemessen auf internationalem Parkett vertreten zu können.

"Genscher sprach auch nicht perfekt Englisch"

Natürlich gehörte aber genau die Frage zu den meistgestellten beim Eintreffen der Delegationen vor dem EU-Gipfel. "Hans-Dietrich Genscher gehörte zu den erfolgreichsten Außenministern", lieferte der erfahrene CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok Westerwelle Schützenhilfe. "Und Genscher hat beim Amtsantritt auch nicht perfekt Englisch gesprochen." Das sei also ein Manko, das mit der Zeit abzustellen sei.

Westerwelle selbst hatte bei einer Pressekonferenz nach dem Triumph der FDP bei der Bundestagswahl den Eindruck erweckt, er könne sich nicht vernünftig auf Englisch verständigen. Eine Journalistin, die auf eine englische Frage eine englische Antwort verlangte, hatte er zurückgewiesen. Dabei habe der Chef der Liberalen habe gar keine Nachhilfe nötig, meinte am Donnerstag der italienische Außenminister Franco Frattini. Er habe erst am Morgen mit dem FDP-Chef telefoniert. "Und er spricht fließend Englisch", sagte Frattini beim Treffen der Europäischen Volkspartei vor dem Gipfelauftakt.

"Merci bien"

Westerwelle selbst zog sich zunächst fast lausbübisch aus der Affäre. Einen 20 Sekunden langen schweigsamen Kameraauftritt mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana beendete er mit dem schon erwähnten "My first day here", ein schelmisches Lächeln im Gesicht. Beim anschließenden Fototermin mit dem schwedischen Außenminister und EU-Ratsvorsitzenden Carl Bildt sprach er ein selbstbewusstes "Merci bien" (vielen Dank) in die Kameras.

Fragen waren nicht zugelassen. Einer ernsthaften Prüfung seiner Sprachkompetenz musste sich Westerwelle daher zunächst nicht stellen. Am späten Nachmittag erst sollte er zum offiziellen Gipfelbeginn gemeinsam mit Angela Merkel eintreffen. Und bei solchen Auftritten ist es stets der Regierungschefin vorbehalten, ein paar Worte an die Journalisten zu richten, bevor die Beratungen hinter verschlossenen Türen beginnen.

(Tobias Schmidt, AP, N24)

29.10.2009 17:26 Uhr

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