Stichwahl in Afghanistan

George W. Bush warnt vor "brutaler Tyrannei"

In Afghanistan steht die Stichwahl um das Präsidentenamt bevor und es droht ein Boykott des Karsai-Herausforderers Abdullah. Ex-US-Präsident Bush mischt sich ein und warnt.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Mischt sich auch nach seiner Amtszeit noch in die US-Politik ein: George W. Bush. (Archivbild)
Im Irak gibt es ein neues Symbol für den Widerstand gegen die USA. Das Symbol ...
... ist ein Schuh.
Die Schuh-Attacke des irakischen Journalisten Montasser al-Saidi auf den scheidenden US-Präsidenten George W. Bush ...
... beschäftigt am Tag danach das ganze Land ...
... und scheint bereits Kinder zu Nachahmungstaten zu inspirieren.
SMS-Nachrichten machen die Runde, in denen es heißt: "Wir beglückwünschen Herrn Bush und (den irakischen Ministerpräsidenten) Maliki zu einem Paar Schuhe."
Und in zahlreichen Städten wie hier in Nadschaf ...
... oder hier in Bagdad gehen Menschen mit ihrem neuen Symbol für die Ablehnung der USA auf die Straße.
Auch US-Flaggen brennen, schließlich handelt es sich bei vielen der Demonstranten ...
... um Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada Al-Sadr.
Was die Demonstranten in jedem Fall eint, ist ihre Wut auf Bush ...
... und ihre Sympathie für Montasser al-Saidi.
Rückblende: Es geschah auf einer Pressekonferenz von Bush und Maliki in Bagdad.
Al-Saidi zog mitten in der Veranstaltung seine Schuhe aus ...
... und schleuderte sie mit voller Wucht ...
... und den Worten "Das ist zum Lebewohl, Du Hund!" ...
... in Richtung des Noch-US-Präsidenten.
George W. Bush reagierte auf die ungewöhnliche Attacke außergewöhnlich geschickt ...
... und ging erfolgreich vor den heranfliegenden Latschen in Deckung.
Der Angreifer konnte schließlich überwältigt werden ...
... und Bush beschwichtigte die Umstehenden ebenfalls außergewöhnlich lässig.
Den Vorfall kommentierte er später lediglich mit den Worten: "Der Schuh hatte die Größe 43, falls Sie das interessiert."
Doch auch wenn Bush bei seinem anschließenden - von ähnlichen Vorfällen freien - Besuch in Afghanistan ...
... offenbar schon wieder schmunzeln konnte, so zeigen die jüngsten Geschehnisse im Irak doch eines.
Der Hass auf Bush ...
... wie auf die gesamten USA sitzt hier weiterhin tief. Die Gräben zu schließen, wird auch für den künftigen US-Präsidenten Obama alles andere als eine leichte Aufgabe sein.
"Ich glaube, man wird mich später im Rückblick als einen Menschen sehen, der mit schwierigen Dingen zu tun hatte und sich ihnen stellte, ohne zurückzuschrecken."
2000: Der Republikaner George Walker Bush wird zum Präsidenten der USA gewählt. 2005 entscheidet er die Wahlen erneut für sich.
Die achtjährige Ära von George W. Bush wird nicht nur wegen seiner zwei Amtszeiten (2000-2004 und 2005-2009) in zwei Teilen gesehen.
Man unterscheidet vielmehr zwischen seiner Politik vor den Terroranschlägen des 11. September 2001 in New York und der Zeit danach.
Als George W. Bush zum 43. Präsidenten der USA gewählt wird, tritt er in die Fußstapfen seines Vaters George H. W. Bush. Nicht nur er steht ihm beratend zur Seite, ...
... auch seine Frau Laura, die er 1977 heiratet. Nach vierjähriger Ehe ...
... kommen die Zwillinge Barbara (links) und Jenna (rechts) zur Welt. Gemeinsam feierten sie im Mai 2008 Jennas Hochzeit auf der Ranch in Texas.
Das politische Wirken von George W. Bush ist zu Beginn seiner Amtszeit eher bescheiden. Dadurch fängt er sich den Ruf des "Teilzeitpräsidenten" ein. Damals verbrachte er ...
... vermutlich mehr Zeit auf seiner Ranch in Texas als im Weißen Haus. (Hier: zusammen mit Angela Merkel auf der Prairie Chapel Ranch in Texas).
Das Verhalten und das Auftreten des Präsidenten ändern sich am 11. September 2001: Zwei Flugzeuge fliegen in die Türme des World Trade Centers in Manhattan und kosten zahlreichen Menschen das Leben.
Dieser Akt des Terrors erschüttert die ganze Welt: George W. Bush und seine Frau Laura Bush halten gemeinsam mit Vizepräsident Cheney und seiner Frau eine Schweigeminute. (Hier: 2007)
Die verängstigten US-Bürger verlangen nach Rache und Sicherheit und so ruft Bush ...
... den "Krieg gegen den Terrorismus" aus.
Knapp drei Wochen nach den Flugzeugattentaten wird Afghanistan angegriffen.
Grund: Die USA machen die Terroristengruppe al-Qaida, angeführt von Osama bin Laden, für die Anschläge verantwortlich.
2002 entfachen die USA einen neuen Krieg. Der Irak soll nicht nur Massenvernichtungswaffen besitzen, ...
... Präsident und Premierminister Saddam Hussein wird zudem mit al-Qaida in Verbindung gebracht. Und so beginnt die Jagd.
2003: Saddam Hussein wird von US-Soldaten aufgespürt und gefangengenommen. Ein Jahr später findet die Übergabe Saddams an die irakische Justiz statt.
2006: Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wird der ehemalige irakische Staatspräsident mit dem Tod durch Erhängen bestraft.
Derweil haben sich die Kriegsgründe der USA als haltlos erwiesen und es bricht eine Welle der Proteste aus.
Die Öffentlichkeit verhöhnt den Präsidenten zudem als "Witzfigur" und peinliche Persönlichkeit.
Die Glaubwürdigkeit des Präsidenten der Vereinigten Staaten wird in Frage gestellt.
Doch Bush bleibt hart und setzt seinen "Kampf gegen den Terrorismus" fort.
Die Bürger Amerikas will er schützen und so genehmigt er, dass Telefonate abgehört und E-Mails abgefangen werden dürfen.
Spätestens seit die Unterstützung aus dem Weißen Haus zum Hurrikan "Katrina" (2005) auf sich warten ließ, zweifeln auch hartnäckige Bush-Fans an ihrem Präsidenten.
Dazu kommen Versprecher Bushs: So verlegt er den Staatsbesuchs der Queen versehentlich 200 Jahre vor.
Bei ihrem Abschied des Besuchs griff die Queen den Versprecher auf: "Mister President, ich frage mich, ob ich zu Beginn dieses Trinkspruchs sagen sollte: 'Als ich 1776 hier war.'"
Die Protestwelle gegen den Präsidenten scheint kein Ende zu nehmen ...
... und wird sogar durch Filme wie "Fahrenheit 9/11" (Michael Moore) und Songs wie "Dear Mr. President" (Pink) unterstützt.
Auch als Gerüchte um ...
... eine mögliche Affäre mit Außenministerin Condoleezza Rice laut werden, ...
... steht First Lady Laura Bush immer hinter ihrem Mann. Auf seinen Auslandsaufenthalten begleitet sie ihn häufig.
Trotz scharfer Proteste aus Peking trifft Bush 2007 den Dalai Lama, ...
… besucht 2008 den König von Bahrain Hamad Bin Isa Bin Salman Al-Khalifa …
... und nimmt am G8-Gipfel in Heiligendamm teil, auch wenn ihm jedes Mal vor Augen geführt wird, wie viele Bürger sich gegen ihn und seine Politik auflehnen.
Denn wo George W. Bush auf Staatsbesuch erwartet wird, werden die Bush-Gegner laut und demonstrieren gehen seine Person und seine Politik.
Im Gegensatz zu Kanzler Gerhard Schröder, bemühte sich seine Nachfolgerin Angela Merkel besonders um ein besseres Verhältnis zu Bush und besuchte ihn sogar auf seiner Ranch in Texas.
Während George Bush ihr das Anwesen zeigte, besprachen sie die Zusammenarbeit im Atomstreit mit dem Iran.
George W. Bush ist ein umstrittener Politiker, ...
... dessen Ära viele Rätsel aufweist.
Seine Gegner halten ihn für den schlimmsten und peinlichsten Politiker der gesamten Präsidentschaftsgeschichte der USA.
Ein Präsident, der Kriege entfachte, ...
... der die Folter und die Todesstrafe befürwortet ...
... und gegen den schwere Vorwürfe laut wurden, als das Gefangenenlager Guantanamo errichtet wird ...
... und Bilder aus Abu Ghraib um die Welt gehen, auf denen deutlich wird, dass Gefangene teilweise bis zum Tode gequält wurden.
George W. Bush versucht sich trotz öffentlicher und häufig prominenter Angriffe auf der Welt gut zu stellen. Zusammen mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf ...
... bespricht er die Möglichkeiten für neue Bildungswege in ihrem Land.
Er trifft sich mit Silvio Berlusconi in Italien,
... besucht in Japan den Ministerpräsidenten Yasuo Fukuda und seine Frau Kiyoko ...
... und geht in Begleitung seiner Frau Laura mit dem britischen Premierminister Gordon Brown und dessen Frau Sarah essen.
Der Präsident zeigt sich nicht nur staatsmännisch, sondern auch volksnah. Er versucht sich beim Baseball, ...
... Basketball, ...
... und sogar am Dirigentenstab.
Er motiviert Feuerwehrleute in San Diego.
Und scherzt mit seiner Mutter Barbara Bush im Fernsehen.
So lustig war es zwischen Bush und dem ehemaligen russischen Präsidenten Putin nicht immer. Wenn auch ähnlich gekleidet waren sie sich oft uneinig, arbeiteten aber daran, ...
... das russisch-amerikanische Verhältnis zu verbessern.
Unter anderem teilten sie zumindest ihre Sorgen über die Nuklearpläne des Irans.
Die Schwere seines Erbes, ...
... dass der amerikanische Noch-Präsident seinen Nachfolgern hinterlässt, ...
... wird sich erst noch zeigen.
Auf einen Plausch mit Papst Benedikt XVI, ...
... Besuche im Weißen Haus (hier von Wissenschaftler Dr. Carlton Grant) ...
... zahlreiche öffentliche Auftritte ...
... und feine Abende mit Staatsoberhäuptern wie mit Frankreichs Nicolas Sarkozy, ...
... wird der Präsident ab 2009 verzichten müssen.
Bestimmt werden sich die Journalisten ...
... auch nach seiner Amtszeit ...
... weiterhin um News über den baldigen Ex-Präsidenten reißen, ...
... auch wenn sich George W. mit Sicherheit ins Privatleben zurückziehen wird.
Ob man nach seiner Amtszeit auf ehrliche Meinungen von Politikern (hier: mit Musharraf aus Pakistan), ...
... über den – vermutlich – schlimmsten Präsidenten hoffen kann, bleibt abzuwarten. (hier: mit Tony Blair).
2007 musste er sich bereits von Englands Ex-Premierminister und Freund Tony Blair verabschieden. Fest steht: Verabschieden muss sich Bush von seinem Präsidentenamt.
Am liebsten würde Bush das Weiße Haus sicherlich - wenn schon, denn schon - seinem republikanischen Kollegen McCain überlassen.
Fest steht: Im Januar 2009 ist Schluss.
Er wird sich wohl auf seine Ranch in Texas zurückziehen ...
... und Zeit mit seiner Familie verbringen. (hier: Seine Eltern George H. W. Bush und Barbara Bush)
„Bevor die Historiker ihr Urteil über meine Regierung gefällt haben, werde ich wohl tot sein. Es dauert eben eine Weile, bis die wahre Geschichte einer Regierung klar wird.“ Sagt Bush und hinterlässt seinem Nachfolger, ...
... ob John McCain oder Demokrat Barack Obama, ...
... einen Scherbenhaufen und ein schweres Erbe, das nicht leicht zu bewältigen zu sein wird.
"Unsere Feinde sind erfindungsreich und gut ausgerüstet – so wie wir. Sie denken ständig darüber nach, wie sie unserem Land schaden können – so wie wir."
"Ich freue mich, dass mein Freund, Senator Bill Frist, heute Abend hier ist. Er hat ein Mädchen aus Texas geheiratet, Karyn. Sie ist auch hier. Ein west-texanisches Mädchen, genau wie ich."
"Die Familie ist da, wo unsere Nation Hoffnung findet, wo den Flügeln Träume wachsen."
"Ich glaube an die friedliche Koexistenz von Mensch und Fisch."
"Es ist nicht die Verschmutzung, welche die Erde ruiniert, sondern es ist die Unreinheit von Luft und Wasser."
"Zu viele Gynäkologen sind nicht in der Lage, ihre Liebe zu Frauen zu praktizieren."
"Ich bin stolz, die Hand eines tapferen irakischen Bürgers zu schütteln, dem Saddam Hussein die Hand abgehackt hat."
"In meiner Lage, meiner Lage der Nation, oder Lage – in meiner Rede an die Nation, egal wie das heißt, die Rede an die Nation, habe ich die Amerikaner gebeten, 4000 Jahre zu geben, 4000 Stunden für den Rest ihres Lebens, als Dienst an Amerika."
"Ich bin nicht sehr analytisch. Wissen Sie, ich verwende nicht viel Zeit darauf, über mich nachzudenken, und darüber, warum ich etwas mache."
"Ich hatte keine Gelegenheit, den Fragenden die Fragen zu stellen, die sie fragten."
"Meine Aufgabe ist es, irgendwie, über das Unmittelbare hinauszudenken."
"Ich denke, wir sind uns einig darüber, dass die Vergangenheit vorbei ist."
"Ich glaube, Krieg ist ein gefährlicher Ort."
"Ich weiß, was ich glaube. Ich werde fortfahren zu sagen, was ich glaube, und was ich glaube – ich glaube, was ich glaube, ist richtig."
"Ich verspreche, ich werde darauf hören, was hier gesagt wurde, sogar wenn ich nicht hier war."
"Wenn Dad und ich nicht über Politik reden, sprechen wir über Tussies und Pussies."
"Ich glaube, es gibt eine gewisse Methodik in meinen (Dienst-)Reisen."
"Wir werden die am besten ausgebildeten Amerikaner auf der Welt haben."
"Gesunde Kinder brauchen keine Krankenversicherung."
"Nun, ich glaube, wenn du sagst, du machst etwas und machst es nicht, das ist Glaubwürdigkeit."
"Es ist Zeit, dass die Menschheit ins Sonnensystem vordringt."
"Ich habe keinen Kalender auf dem Schreibtisch, dem wunderbaren Schreibtisch, der sagt, an dem Tag und an dem Tag, bist du fertig. Das ist nicht, wie ich denke."
"Auf jeden tödlichen Schuss kommen rund drei nicht tödliche. Dies ist in Amerika unakzeptabel. Und es ist einfach unakzeptabel. Wir werden uns darum kümmern."
"Es ist nicht die wichtigste Aufgabe, Gouverneur zu sein, oder First Lady in meinem Fall."
"Wir sind der NATO fest verpflichtet. Wir sind ein Teil der NATO. Wir sind Europa fest verpflichtet. Wir sind ein Teil Europas."
"Meine Mutter hat immer gesagt: Wenn du eine Brezel isst, musst du gut kauen, bevor du sie schluckst. Man soll immer auf seine Mutter hören."
"Ein niedrigeres Wahlergebnis ist ein Zeichen, dass weniger Leute zur Wahl gehen."
"Wir sind bereit für jedes unvorhergesehene Ereignis, das eintritt oder auch nicht."
"Das ist eindeutig ein Haushaltsplan – da sind eine ganze Menge Zahlen drin."
"Ich verstehe etwas vom Wachstum kleiner Betriebe. Ich war selber einer."
"Reden führt zu unklaren, undeutlichen Dingen."
"Afrika ist eine Nation, die unter unglaublichen Krankheiten leidet."
"Mein Standpunkt für das Leben ist, dass ich glaube, es gibt Leben."
"Kein Präsident hat jemals so viel für die Menschenrechte getan wie ich."
"Was an Büchern mit am besten ist: Manchmal sind da ganz phantastische Bilder drin."
"Eine Diktatur wäre viel einfacher, solange ich der Diktator bin."
"Lassen Sie mich zunächst einmal klarstellen: Arme Menschen müssen nicht unbedingt Mörder sein."
"Ich denke, wenn man weiß, was man glaubt, ist es viel einfacher, Fragen zu beantworten. Ich kann ihre Frage nicht beantworten."
"Die große Mehrzahl unserer Importe kommt von außerhalb des Landes."
"Ich stehe zu allen Falschaussagen, die ich gemacht habe."
Abdullah Abdullah stellt Bedingungen für die Stichwahl um das Präsidentenamt in Afghanistan.
Video: Nach Afghanistan-Wahl - Karsai reklamiert Wahlsieg für sich

Bekannte Töne: Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat sich in die Debatte um den Afghanistan-Einsatz eingeschaltet. Es sei entscheidend für die Stabilität in der Region und weltweit, dass der Kampf gegen die Taliban gewonnen werde, sagte Bush auf einer Konferenz in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Eine Niederlage würde "ernsthafte Bedrohungen" mit sich bringen. "Wenn es zugelassen würde, dass die Taliban, die El Kaida und ihre extremistischen Verbündeten wieder die Macht in Afghanistan ergreifen, hätten sie einen sicheren Rückzugsort und für die afghanische Bevölkerung, insbesondere für die afghanischen Frauen, würde es die Rückkehr zu einer brutalen Tyrannei bedeuten", warnte Bush.

Die Extremisten hassten "unsere Vision von Freiheit und Menschenrechten und Menschenwürde und Wohlstand und Frieden", sagte Bush vor den Konferenzteilnehmern. Am Freitag war er vom indischen Regierungschef Manmohan Singh empfangen worden, der Bush als "großen Freund" Indiens bezeichnete. Der frühere US-Präsident hob hervor, beide Länder führten einen "ideologischen Kampf gegen Extremisten, die Unschuldige töten, um eine dunkle Vision von Extremismus und Kontrolle voranzutreiben".

Boykott bei Stichwahlen droht

Die in einer Woche geplante Stichwahl um das Präsidentenamt in Afghanistan könnte nach Angaben eines Gewährsmannes platzen. Der Herausforderer von Amtsinhaber Hamid Karsai, Abdullah Abdullah, wolle die Abstimmung vermutlich boykottieren, verlautete in New York. Grund sei das Scheitern von Gesprächen beider Kandidaten, bei denen Abdullah verschiedene Bedingungen für einen glaubwürdigen Ablauf der für 7. November geplanten Wahl gestellt habe, sagte ein Gewährsmann.

Abdullah könnte demnach am (heutigen) Samstag oder am Sonntag seinen Rückzug aus der Stichwahl bekanntgeben. Karsai und der Exaußenminister hatten dem Gewährsmann zufolge in den vergangenen Tagen intensive Gespräche geführt, die am Freitag ergebnislos abgebrochen wurden. Abdullah habe dabei ein Abkommen über eine Machtteilung anstelle der zweiten Wahlrunde gefordert, der Amtsinhaber habe jedoch auf der Abstimmung beharrt, sagte der Gewährsmann, der anonym bleiben wollte.

Die Stichwahl wurde angesetzt, nachdem tausende zugunsten Karsais manipulierte Stimmen bei einer Revision der Wahl vom 20. August für ungültig erklärt wurden. Karsais Ergebnis fiel damit unter die für den Sieg notwendige 50-Prozent-Marke. Abdullah hatte am Montag erklärt, es gebe keine Garantie, dass die Stichwahl fairer ablaufen werde als die erste Runde. Als Mindestanforderungen nannte er die Entlassung aller an Wahlbetrug beteiligten Regierungsmitarbeiter und die Suspendierung mehrerer Minister, die in der ersten Wahlrunde für Karsai geworben hätten.

(AP, AFP, N24)

31.10.2009 08:53 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik