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Guido on tour

Westerwelle will Beziehungen zu Polen vertiefen

Diesmal ist Guido Westerwelle nicht als Spaßpolitiker in seinem "Guido-Mobil" auf Polit-Tour, sondern als seriöser deutscher Außenminister. In Polen warb er für die Vertiefung der Beziehungen.

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Westerwelle traf in der polnischen Hauptstadt neben Sikorski auch Präsident Lech Kaczynski (l).
Video: Guido Westerwelle - Biograph: "Krönung seiner Karriere"
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Angela Merkel und Guido Westerwelle haben mit ihren Parteikollegen wochenlang beraten, das grobe Programm steht - und das Personaltableau ebenfalls.
Schon lange war klar, dass Guido Westerwelle traditionellerweise das Außenamt übernehmen wird. Aber es gab auch einige unerwartete Personalentscheidungen.
Größte Überraschung ist Wolfgang Schäuble. Der ehemalige Innenminister wechselt ins Finanzressort - das Amt, das zuvor SPD-Mann Peer Steinbrück innehatte.
Viel spekuliert wurde über den Verbleib des CSU-Shootingstar Karl-Theodor zu Guttenberg. Nun ist es raus: Der bisherige Wirtschaftsminister übernimmt das Verteidigungsressort. Da ...
... hatte bisher Franz Josef Jung gesessen. Doch der Hesse wird nicht arbeitslos. Jung übernimmt künftig das Bundesarbeitsministerium.
Neben Wolfgang Schäubles Wechsel ins Finanzressort ist die Besetzung des Gesundheitsministeriums eine Überraschung. Der niedersächsische FDP-Wirtschaftsminister Philipp Rösler machte das Rennen. Dabei hatten ...
... viele Ursula von der Leyen (CDU) auf dem Zettel. Ihr wurden Ambitionen auf das schwierige Ressort nachgesagt. Doch bei ihr bleibt alles beim Alten: Sie führt das Familienministerium.
Das Bundesinnenministerium von Wolfgang Schäuble besetzt künftig der CDU-Mann und bisherige Kanzleramtsminister Thomas de Maizière. Seinen frei werdenden Posten als rechte Hand der Kanzlerin ...
... bekommt CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Er gilt schon seit langem als Angela Merkel extrem treu verbunden. Genauso treuer Merkelianer ist ...
... Norbert Röttgen, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Das wird nun von der Kanzlerin belohnt: Röttgen rückt in die Ministerriege auf und übernimmt das Umweltressort.
FDP-Haudegen Rainer Brüderle ist im neuen Kabinett auch untergekommen. Er beerbt Guttenberg als oberster Kopf des Bundeswirtschaftsministeriums. Neben Westerwelle, Rösler und ihm haben es noch zwei weitere Liberale zu Ministerweihen geschafft: ...
Zum einen ist das Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die Justizministerin wird und dieses Amt bereits von 1992 bis 1996 inne hatte. Zum anderen ...
… schicken die Liberalen ihren Generalsekretär Dirk Niebel ins Kabinett. Er übernimmt das Ministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Bildungsministerin Annette Schavan ist eine treue Gefolgsfrau von Merkel. Der Lohn: Sie darf das Ressort behalten.
Im Amt bleibt auch Ilse Aigner. Mit den Bayern als Stammklientel legt die CSU Wert darauf, dass sie den Bereich Agrar/Verbraucher behält.
Einer fehlt noch - ein Neuling: CSU-Landesgruppenchef im Bundestag Peter Ramsauer. Der bayerische Mann fürs Grobe wird Bundesverkehrsminister.
Ach so, und eines ist ja sowieso klar: Angela Merkel (CDU) wird auch in der neuen Regierung Bundeskanzlerin bleiben.

Außenminister Guido Westerwelle will die deutsch-polnischen Beziehungen weiter vertiefen. Dies sei nicht nur für die beiden Länder, sondern auch für ganz Europa von Bedeutung, sagte Westerwelle bei seinem ersten Antrittsbesuch als Außenminister in Warschau. Das enge Verhältnis, das Deutschland zu seinen westlichen Freunden habe, solle Vorbild für die deutsch-polnischen Beziehungen sein.

"Ein exzellentes Omen"

Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski nannte den Besuch "ein exzellentes Omen" für eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Die deutsch-polnischen Beziehungen seien schon jetzt besser als je zuvor. Westerwelle war am Tag nach seiner Vereidigung zuerst zum EU-Gipfel nach Brüssel gereist. Die Visite in Warschau ist sein erster eigentlicher Antrittsbesuch. Seine Vorgänger hatten sich zuerst in Paris vorgestellt. Westerwelle wird erst in der kommenden Woche die Niederlande, Frankreich und die USA besuchen.

Wiederbelebung des "Weimarer Dreiecks"

Der FDP-Chef traf in der polnischen Hauptstadt neben Sikorski auch Präsident Lech Kaczynski. "Es ist kein Zufall dass mich mein erster Antrittsbesuch hier nach Warschau führt", betonte Westerwelle. Er kündigte an, dass die Bundesregierung auch die Zusammenarbeit im Dreier-Format mit Polen und Frankreich wiederbeleben wolle. Dieses so genannte "Weimarer Dreieck" war 1991 gegründet worden. Das letzte Spitzentreffen liegt nun aber schon drei Jahre zurück.

Westerwelle will keinen Streit über Steinbach

Zum Hauptstreitthema zwischen Deutschland und Polen, dem in Berlin geplanten Zentrum gegen Vertreibung, gab es keine eindeutigen Aussagen Westerwelles. Der Bund der Vertriebenen wird möglicherweise noch im November versuchen, seine Präsidentin Erika Steinbach im Stiftungsrat für das Projekt zu platzieren.

Die polnische Regierung ist strikt gegen eine Beteiligung der Vertriebenenpräsidentin. In der vergangenen Legislaturperiode hatte die SPD eine Nominierung Steinbachs blockiert. Jetzt kommt es auf die Haltung von Westerwelles FDP an. Der Parteichef machte in Warschau deutlich, dass er einen Konflikt mit Warschau in dieser Frage vermeiden will. Das Zentrum solle einen "Beitrag zur Versöhnung" leisten. Alles was gegen diesen Gedanken gerichtet sei, solle man unterlassen, sagte er.

(Vanessa Gera und Michael Fischer, AP, N24)

31.10.2009 17:22 Uhr

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